Israel-Einreise für Touristen erst ab 1. August möglich

Verschiebung wegen Zunahme von Covid-Fällen in Israel

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Israel-Einreise für Touristen erst ab 1. August möglich

Einreisestopp für ausländische Touristen nach Israel bis vorläufig 1. August 2021..

Der Einreisestopp für ausländische Touristen wurde bis 1. August aktiviert. (© Matthias Hinrichsen)

JERUSALEM (im) – Die Covid-Infektionen in Israel steigen wieder, deshalb dürfen Touristen voraussichtlich erst wieder ab dem 1. August einreisen. Das hat am Mittwoch die israelische Regierung von Premierminister Naftali Bennett beschlossen. „Unser Ziel ist es im Moment in erster Linie, die Bürger Israels vor der Delta-Variante zu schützen, die in der Welt wütet“, sagte Bennett. Ursprünglich sollte die Einreise für ausländische Touristen ab 1. Juli möglich sein, jedoch wurde seitens Regierungskreisen immer wieder betont, dass es sich um eine geplante Öffnung handele und die endgültige Entscheidung abgewartet werden müsse. Die Einschränkungen betreffen nicht nur ausländische Touristen, sondern auch die Bürger Israels. Sollten die täglichen Fälle an sieben Tagen über 100 liegen, wird die Maskenpflicht in Räumen wieder eingeführt.

Das israelische Verkehrsbüro in Berlin hatte noch am 8. Juni in einer Rundmail verkündet „Israel öffnet wieder“, das IsraelMagazin hatte jedoch nicht darüber berichtet, sondern die weitere Entwicklung abgewartet. Die Ankündigung des Verkehrsbüros hatte viele potentielle Israel-Reisende zu Buchungen oder Reiseplanungen bewegt. Auch Reisebüros waren in euphorischer Stimmung, die jetzt einen schmerzhaften Dämpfer bekommen haben. Ohnehin hatte das Verkehrsbüro in Berlin unter der Leitung von Ella Zack Solomon zu Beginn der Pandemie Reiseziele in Israel beworben, ohne auch nur im Ansatz über die Reisebeschränkungen in den jeweiligen Artikeln hinzuweisen. Auch das sorgte für viel Verwirrung unter Reisewilligen. Die israelische Botschaft in Berlin reagierte auf Anfragen nach Reisemöglichkeit abweisend und schroff.

Premierminister Bennett sagte weiter: „Wir wollen die Beeinträchtigung des täglichen Lebens im Land so weit wie möglich reduzieren. Daher haben wir uns entschlossen, so früh wie möglich – und zwar jetzt – zu handeln, um später durch verantwortungsvolles und schnelles Handeln keinen höheren Preis zahlen zu müssen. Es liegt an uns. Wenn wir uns an die Regeln halten und verantwortungsbewusst handeln, werden wir gemeinsam erfolgreich sein.“ In den letzten Tagen wurde das Land von der Delta-Variante heimgesucht, die in Städten wie Modi’in und Binyamina zu einem Anstieg der Infektionen führte. Derzeit sind in Israel rund 250 Schüler und 50 Lehrer positiv auf das Virus getestet worden.

Aktuell gibt es in Israel 554 Covid-Infektionen, davor war die Zahl auf 200 gesunken. Der Höchststand lag im Winter 2020 mit etwa 85.000 aktiven Covid-19-Fällen. Obwohl in Israel das Impftempo rasant war und sich viele haben impfen lassen, sind immer noch knapp 45 Prozent der Bevölkerung nicht vollständig geimpft und empfänglich für eine Covid-Infektion und -Verbreitung, darunter übermäßig viele Kinder und Jugendliche. Von den 9,3 Millionen Einwohner sind aktuell 5,1 Millionen vollständig geimpft (über 55 Prozent der Bevölkerung). 30 Prozent der israelischen Bevölkerung ist unter 16 Jahren alt, 60 Prozent der Jugendlichen erhielten eine Erstimpfung. Aktuell werden vorwiegend 12- bis 15-Jährige wegen der Infektionslage geimpft.

Israelischen Medieninformationen zufolge seien 70 Prozent der Neuinfektionen auf die Delta-Variante des Coronavirus zurückzuführen. Davon seien die Hälfte Kinder, ein Drittel der Infizierten seien bereits geimpft gewesen. Die Delta-Variante gilt als besonders ansteckend und wurde zuerst in Indien nachgewiesen. „Wir können nicht sagen, ob der Ausbruch unter Kontrolle ist“, sagte der Coronavirus-Kommissar Prof. Nachman Ash während einer Pressekonferenz. Am Montag wurden 125 neue Covid-Fälle gemeldet, am Dienstag 111, aber am Mittwoch lag die Zahl am Nachmittag bereits bei 101 Infizierten. Von den am Dienstag neu registrierten Fällen waren 14 Menschen aus dem Ausland, neun von ihnen waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums vollständig geimpft.

Das Gesundheitsministerium gab zudem bekannt, dass auch für Genesene und vollständig Geimpfte eine Quarantäne angeordnet werden kann. Gesundheitsminister Nitzan Horowitz gab auch bekannt, dass Eltern eine Strafe von 5.000 Shekel (1.250 Euro) zahlen müssten, sollten ihre unter Quarantäne stehenden Kinder die Regeln nicht einhalten. Die Maskenpflicht am Internationalen Flughafen Ben Gurion wurde ebenfalls wieder angeordnet, die Kontrollen verstärkt. Am Freitag waren 2.800 Einreisende am Flughafen Ben Gurion aus „logistischen Gründen“ nicht getestet worden und konnten ungehindert nach Israel einreisen, so israelische Medien.

Noch Anfang Juni war eine Reisegruppe aus Deutschland nach Israel zu einem 7-tägigen Aufenthalt eingereist. Sobald die Einreise wieder möglich ist, wird das IsraelMagazin darüber berichten.

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