Das jüngste aller acht Tore, die heute in die Jerusalemer Altstadt führen: Neues Tor. (© Matthias Hinrichsen)

Das jüngste aller acht Tore, die heute in die Jerusalemer Altstadt führen: Neues Tor. (© Matthias Hinrichsen)

Das jüngste aller Tore zur Altstadt von Jerusalem: Neues Tor. Es befindet sich an der nordwestlichen Ecke und ist im Vergleich zu den anderen Toren relativ klein und auch nicht so stark frequentiert. Gegenüber befindet sich das Hotel Notre Dame und schräg gegenüber das französische Hospiz St. Louis. Das Tor ist für Fußgänger und Fahrzeuge passierbar. Im Jahr 1889 wurde in die bestehende Altstadtmauer Jerusalems aus dem 16. Jahrhundert der Durchgang geschlagen. Gebaut wurde es während der Zeit des osmanischen Reiches von arabischen Arbeitern für den osmanischen Sultan Abdul Hamid II, um russischen Pilgern, die im nicht weit entfernten russischen Viertel wohnten, den Zugang zur Grabeskirche zu erleichtern. Heute hat das Tor eher an Bedeutung verloren, wird nur von den wenigen Einwohnern benutzt. Das recht schmucklose Altstadttor ist das höchstgelegene auf 790 Metern über N.N., von dort aus geht der Besucher der Altstadtmauer stets bergab, ob in westliche oder östliche Richtung. Auch ist innerhalb des Tores ein Abgang zum christlichen Viertel vorhanden, jedoch kein Aufgang.

Innenseite Neues Tor in Jerusalem.

Neues Tor in der Altstadtmauer Jerusalem von innen. (© Matthias Hinrichsen)

Überdies gab es immer wieder Versuche, das Tor durch gegnerische Kriegsparteien zu zerstören. Im Jahr 1929 wurden bei einem arabischen Angriff mehrere Juden zwischen dem Neuen und dem Damaskustor getötet. Während des arabisch-israelischen Krieges 1948 wurde die jüdische Sprengladung für das Tor von einer verirrten Artilleriegranate gezündet, die die arabische Holzbarrikade vor dem Neuen Tor in Brand setzte. Während der Periode von der Gründung des Staates Israel 1948 bis zur Einnahme Jerusalems im Jahr 1967 war das Tor geschlossen.

Heutzutage wird das Tor von der israelischen Antikenbehörde überwacht, während die angrenzenden Grundstücke größtenteils dem Lateinischen Patriarchat und dem Franziskanerorden gehören, die sich geweigert haben, es an die israelischen Behörden zu verkaufen.

Schreibweisen: hebräisch השער החדש HaSha’ar HeChadash, arabisch الباب الجديد, DMG al-Bāb al-Ǧadīd

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