Israel-ABC: Mit der Straßenbahn in Jerusalem unterwegs

21.08.2015 (14:09) von | Kategorie: Israel-ABC
Die Jerusalemer Stadtbahn dreht seit 2011 in der Heiligen Stadt ihre Runden. 23 Haltestellen stehen auf dem Fahrplan. (© Matthias Hinrichsen)

Die Jerusalemer Stadtbahn dreht seit 2011 in der Heiligen Stadt ihre Runden. 23 Haltestellen stehen auf dem Fahrplan. (© Matthias Hinrichsen)

JERUSALEM (im) – Im August 2011 wurde nach rund sechsjähriger Bauzeit die Straßenbahn (Light Rail Train) in Jerusalem eingeweiht. Der Bau wurde von Planungsfehlern, Verzögerungen und der permanenten Diskussion über die Sinnhaftigkeit der neuen Straßenbahn begleitet. Heute sind die Jerusalemer stolz und froh darüber, mit der knapp 14 Kilometer langen Linie L1 ein öffentliches Verkehrsmittel zu haben, das die wichtigsten Punkte der israelischen Hauptstadt im Minutentakt anfährt. Und so profitieren selbstverständlich auch Touristen von der Straßenbahn in Jerusalem, denn bequemer und preisgünstiger lassen sich die Sehenswürdigkeiten der Heiligen Stadt kaum erreichen.

Streckenplan der Straßenbahn Light Rail Train in Jerusalem. (© Maximilian Dörrbecker/Wikipedia CC BY-SA 2.0)

Streckenplan der Straßenbahn Light Rail Train in Jerusalem. (© Maximilian Dörrbecker/Wikipedia CC BY-SA 2.0)

Beginnend in Pisgat Ze´Ev im Norden Jerusalems, schlängelt sich die Stadtbahn entlang der Altstadt über die Jaffa Straße in Richtung Herzlberg, wo schließlich der Endpunkt ist. An 23 Haltestellen können Passagiere aus- und zusteigen. Die einfache Fahrt kostet nur 6,90 Shekel, was umgerechnet rund 1,60 Euro sind. Nach Entwertung ist ein Ticktet 90 Minuten gültig. Steigt man aus, verliert ein Ticket automatisch seine Gültigkeit. Fahrscheine müssen vor Fahrtantritt gekauft werden. An jeder Haltestelle gibt es Ticketautomaten, wo Fahrscheine in bar, aber auch per Kreditkarte ganz unkompliziert gekauft werden können. Selbst der Erwerb einer einfachen Fahrt für 6,90 Shekel ist per Kreditkarte möglich. Es können auch mehrere Tickets gekauft werden.

Kontrolliert wird in der Stadtbahn in Jerusalem regelmäßig. Das Ticket sollte deshalb stets griffbereit sein. (© Matthias Hinrichsen)

Kontrolliert wird in der Stadtbahn in Jerusalem regelmäßig. Das Ticket sollte deshalb stets griffbereit sein. (© Matthias Hinrichsen)

Die Ticketautomaten der Straßenbahn sind mehrsprachig und bieten neben Arabisch und Ivrit auch eine Bedienung in Englisch an. Sollte man trotzdem Schwierigkeiten haben, kann man Mitwartende einfach versuchen anzusprechen. Diese sind meist freundlich und helfen gerne. An den Ticketautomaten kann es aber durchaus zu Schlangen und Wartezeiten kommen. In der vollklimatisierten Straßenbahn muss dann das Ticket entwertet werden. Anders als man es vielleicht von deutschen Bussen oder Straßenbahnen gewohnt sein mag, wird in der Jerusalemer Stadtbahn gern und regelmäßig kontrolliert. Deshalb sollte man sein Ticket stets griffbereit haben.

Rund 70.000 Menschen nutzen jeden Tag die Straßenbahn in Jerusalem. Die Stadtbahn fährt täglich von 05:30 Uhr morgens bis Mitternacht. Am Shabbatabend fährt die Bahn bis 16:30 Uhr und stellt rund 90 Minuten vor Beginn des Shabbats die Fahrten ein. Samstags geht es gut eine Stunde nach Ende des Shabbats im gewohnten Takt wieder los. Zu Stoßzeiten kann es in der Bahn durchaus einmal etwas voller werden. Auch müssen Wartezeiten an den Haltestellen einkalkuliert werden, wenn man beispielsweise zur Rush Hour morgens bzw. am Abend unterwegs ist. Je nach Uhrzeit verkehrt die Stadtbahn alle sechs bis alle 15 Minuten.

Die “Weiße Harfe” in der Nähe des zentralen Busbahnhofes in Jerusalem. (© Matthias Hinrichsen)

Die “Weiße Harfe” in der Nähe des zentralen Busbahnhofes in Jerusalem. (© Matthias Hinrichsen)

Während die Straßenbahn 2011 in Betrieb ging, wurde die Calatrava-Brücke bereits im Jahr 2008 fertiggestellt. Die Linie der Stadtbahn führt über die markante Hängebrücke. Die “Weiße Harfe” ist weithin sichtbar und ein äußerst markantes Wahrzeichen der Stadt Jerusalem.

>>> Ticketpreise Straßenbahn

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