Der ehemalige Gefängnisshof im Musem in Jerusalem.

Der ehemalige Gefängnisshof im Musem in Jerusalem. (© Bastian Glumm)

JERUSALEM (im) – 32 Jahre war dieses Gefängnis in Betrieb, Juden und Araber waren inhaftiert, einige von ihnen wurden auch durch den Strang hingerichtet. Ein bitteres menschliches Kapitel, nicht jeder im „Heiligen Land“ war den damaligen Machthabern ein adäquater Bewohner. Das Gefängnismuseum mit zionistischer Geschichte befindet sich in einer Seitenstraße ganz in der Nähe der Jaffa Straße im Herzen Jerusalems. Das „Underground Prisoners Museum“ im russischen Viertel zeigt ungeschönt die Haftbedingungen jener Strafgefangenen, die im einstigen britischen Militärgefängnis zur Mandatszeit einsaßen. Überwiegend zionistische Freiheitskämpfer aus Organisationen wie der Haganah oder dem Irgun wurden zwischen 1917 und 1948 dort eingesperrt.

Das Museum beherbergt heute zahlreiche ehemalige Zellen mit entsprechender Ausstattung, die die schwierigen Haftbedingungen zu jener Zeit deutlich machen. Aber auch die Werkstatt und die Bäckerei wurden für die Besucher wieder hergerichtet. In einer Gemeinschaftszelle kann sogar ein Tunnel begutachtet werden, den Angehörige jüdischer Unabhängigkeitsgruppen während ihrer Haftzeit gegraben haben. Auch auf den Hof des alten Gefängnisses kann man als Besucher heute eine Runde drehen.

Direkt hinter dem Eingangsbereich kommen Besucher in diesen Flur. Rechts und links befinden sich die ehemaligen Zellen. (© Bastian Glumm)

Direkt hinter dem Eingangsbereich kommen Besucher in diesen Flur. Rechts und links befinden sich die ehemaligen Zellen. (© Bastian Glumm)

Jüdische Gefangene wurden damals gemeinsam mit Arabern eingesperrt, einige von ihnen, die ein Todesurteil im Gepäck hatten. Der im Museum ausgestellte Galgen war damals in Betrieb. Hingerichtet wurden im Jerusalemer Gefängnis fast ausschließlich arabische Gefangene. Die britischen Behörden schreckten davor zurück, jüdische Insassen in der Heiligen Stadt hinzurichten, weshalb man sie zu diesem Zweck in ein Gefängnis nach Akko brachte.

Das Gefängnis im "Russian Compound" war von 1917 bis 1948 in Betrieb. Seit 1991 ist es ein Museum. (© Bastian Glumm)

Das Gefängnis im „Russian Compound“ war von 1917 bis 1948 in Betrieb. Seit 1991 ist es ein Museum. (© Bastian Glumm)

Während des israelischen Unabhängigkeitskrieges wurde das Gefängnis 1948 von israelischen Einheiten eingenommen. Nach Friedensschluss wurde das Gelände unter anderem als Lagerstätte für die Jewish Agency genutzt. 1960 kaufte die israelische Regierung das Areal von der sowjetischen Regierung. Seit 1991 befindet sich Gebäude im Besitz des Verteidigungsministeriums und wurde in ein Museum umgewandelt.

Die Zellen wurden so hergerichtet, dass man einen Eindruck vermittelt bekommt, wie sie damals auch ausgestattet waren.

Die Zellen wurden so hergerichtet, dass man einen Eindruck vermittelt bekommt, wie sie damals auch ausgestattet waren. (© Bastian Glumm)

Das Museum lässt sich von der Jaffa Straße hervorragend zu Fuß erreichen. Nur wenige Gehminuten entfernt von der nächsten Straßenbahnstation und direkt an das Jerusalemer Rathaus angrenzend, befindet sich in unmittelbarer Nähe auch die russische Dreifaltigkeitskirche. Am Haupteingang des Museums müssen Einzelbesucher die Klingel betätigen. Sicherheitsleute holen einen ab. Auch auf eine Befragung müssen sich Besucher gefasst machen.

(bgl)

Besucherinformationen

Museum of Underground Prisoners

Mishol Hagevura St. 1, Jerusalem
Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag, jeweils 9.00-17.00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 15 NIS
Kinder (5 bis 18 J.): 10 NIS
Gruppen, die an einer Führung interessiert sind, müssen sich vorher anmelden.

Kontakt:
Telefon 972-2-6233166
Email: hamachtarot_jerusalem@mod.gov.il

Startseite