Aaronitischer Segen

Der Aaronitische Segen wird heutzutage in Gottesdiensten des Judentums und auch des Christentums gesprochen. Es ist der älteste überlieferte Segensspruch in der Bibel (Thora), den Gott Mose offenbarte:

Der priesterliche Segen

22 Und der HERR redete zu Mose und sprach: 23 Rede zu Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr die Kinder Israels segnen; sprecht zu ihnen: 24 Der HERR segne dich und behüte dich! 25 Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig! 26 Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden! 27 Und so sollen sie meinen Namen auf die Kinder Israels legen, und ich will sie segnen. (4. Mose Kap. 6, Verse 22-27)

Quelle: Schlachterbibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Im Judentum darf der Segensspruch nur von einem Cohen gesprochen werden, der stehend der betenden Menge zugewandt mit ausgebreiteten Armen steht. Bei liberalen Juden wurde der priesterliche Segen abgeschafft. In jüdischen Familien wird der priesterliche Segen bei der Shabbatfeier zu Hause vom Vater über jedes Kind gesprochen. Die typische Handhaltung ergibt sich gemäß Salomon Ganzfrieds “Kizzur Schulchan Aaruch”, Bd. II., Kapitel 100 (in der Übertragung Selig Bambergers):

„Sie erheben die Hände […], strecken sie aus und teilen ihre Finger, so dass fünf Zwischenräume dazwischen entstehen, das ist zwischen je zwei Fingern ein Zwischenraum und zwischen zwei Fingern und dem Daumen ebenfalls ein Zwischenraum, und ebenso an der anderen Hand, das sind vier Zwischenräume, und zwischen einem Daumen und dem andern auch ein Zwischenraum, das sind fünf Zwischenräume […] sie müssen sehr darauf achten, dass die Spitzen der Daumen einander nicht berühren, damit der Zwischenraum nicht zerstört werde; sie müssen die rechte Hand etwas höher halten als die linke, und der rechte Daumen sei über dem linken Daumen […] und sie breiten die Hände so aus, dass das Innere ihrer Hände zur Erde gewandt ist und die Rückseite ihrer Hände zum Himmel.“

Hebräisch
יְבָרֶכְךָ יְהוָה וְיִשְׁמְרֶךָ (jewarechecha Adonai vejischmerecha)
יָאֵר יְהוָה פָּנָיו אֵלֶיךָ וִיחֻנֶּךָּ (ja’er Adonai panaw elecha wichuneka)
יִשָּׂא יְהוָה פָּנָיו אֵלֶיךָ וְיָשֵׂם לְךָ שָׁלוֹם (jissa Adonai panaw elecha wejasem lecha schalom)

Priesterlicher Segen zu Pessach an der Klagemauer in Jerusalem

Im evangelischen Christentum wird die Gemeinde manchmal zum Abschluss des Gottesdienstes mit dem Aaronitischen Segen bedacht, in evangelischen Landeskirchen ist es ordinierten Amtsträgern vorbehalten, ihn zu sprechen. Bei der römisch-katholischen Kirche wird er “Im Jahreskreis” an erster Stelle gesprochen.