Grab Oskar Schindler Jerusalem

Oskar Schindler Grab in Jerusalem. (© „SchindlergraveYoninah/Wikipedia CC BY-SA 3.0)

In Jerusalem befindet sich das Grab von Oskar Schindler auf dem römisch-katholischen Franziskanerfriedhof am Berg Zion. Schindler war ein deutschmährischer Unternehmer, der während des Zweiten Weltkriegs das Leben von rund 1.200 Juden vor der Ermordung retten konnte. Als die russische Armee Ende 1944 vorrückte, hatten die Nazis die in Schindlers Emailwarenfabrik DEF beschäftigten Zwangsarbeiter in das KZ Groß-Rosen abtransportiert. Schindler, der zur Bewahrung seiner jüdischen Arbeiter sich mit regionalen Nazigrößen gut stellte, konnte Genehmigungen zum Rücktransport in seine Fabrik erwirken. Er starb am 9. Oktober 1974 im niedersächsischen Hildesheim, wurde aber auf eigenen Wunsch in Israel beerdigt. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ehrte ihn posthum zum Gerechten der Völker

Denkmal Oskar Schindler in Hildesheim

Denkmal für Oskar Schindler in Hildesheim. (© Matthias Hinrichsen)

Oskar Schindler wurde am 28. April 1908 in Zwittau (Mähren) geboren, sein Vater war Landmaschinenfabrikant. In der Nachbarschaft waren jüdische Familien, mir deren Kindern er spielte. Im Alter von 19 Jahren heiratete er die fromme Emilie Pelzer, die sich auch in seiner Sache engagierte. Eigentlich sollte Schindler, der wegen Hochverrats von tschechoslowakischer Eisenbahngeheimnisse zum Tode verurteilt worden war, nicht mehr am Leben sein, doch wegen des Überfalls Hitler auf die „Resttscheichei“ wurde das Urteil nicht vollstreckt. Er trat in die NSDAP ein, um sich wirtschaftliche Vorteile zu sichern. Nach dem Überfall von Nazi-Deutschland auf Polen ging Schindler nach Krakau und pachtete im Oktober 1939 eine Fabrik in Zabłocie (Krakau), die zu diesem Zeitpunkt nicht produzierte.

Seine kleine Fabrik wuchs rasch an und produzierte Küchengeschirr aus Blech für die Wehrmacht. Und nicht zuletzt durch die beratende Unterstützung seines jüdischen Buchhalters Abraham Bankier häufte Schindler ein kleines Vermögen an.  Bis Ende 1942 wuchs das Unternehmen zu einer Email- und Munitionsfabrik mit rund 800 Arbeitern heran, darunter 370 Juden aus dem Krakauer Ghetto. Dem Lebemann und nach Erfolg und Geld strebenden Schindler widerstrebte im Laufe der Zeit die herabwürdigende Behandlung der Jüdinnen und Juden immer mehr, sodass ihm immer mehr die Unversehrtheit dieser ein Anliegen geworden war. Seine fromme Ehefrau und er waren bereit, ihr Vermögen und auch ihr Leben für dieses Ziel zu opfern.

Geschickt im Umgang mit anderen auch ihm nicht sympathischen Leuten, schaffte er es, dass seine Fabrik als  „kriegswichtige Produktionsstätte“ eingestuft wurde, weil sie Munition herstellte. Dieses war die Grundlage für seine späteren Erfolge bei der Rettung „seiner“ Juden vor dem sicheren Tod. Doch auch finanziell lohnte sich die Produktion immer weiter. Er konnte jüdische Arbeiter nach Bedarf anfordern, ein weiterer geschickter Schachzug der Rettung. In Schindlers Fabrik waren alle Juden sicher und gut aufgehoben und wurden würdig behandelt, wie es in der Zeit noch möglich war, um nicht aufzufallen. Die jüdischen Häftlinge ließ Schindler als unabkömmlich einstufen, um die vor der Deportation zu retten. Die Nazis vertrauten ihm, aber immer wieder drohten einigen der Abtransport, sodass Schindler einschreiten musste, um für sie Ausnahmen zu erwirken. Dazu war seine Kreativität an Ausreden und Täuschungen fast unerschöpflich.

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