Der Ölberg in Jerusalem. (© Matthias Hinrichsen)

Der Ölberg in Jerusalem. (© Matthias Hinrichsen)

Der 809 Meter hohe Ölberg erhebt sich östlich des Kidrontals genau gegenüber vom Tempelberg in Jerusalem. Er zählt zu den bedeutenden Orten im Juden- und Christentum sowie dem Islam. In der Bibel wird der Ölberg mehrfach erwähnt und hat eine erhebliche geistliche Dimension. Der westliche Hang ist fast komplett mit jüdischen Gräbern bedeckt, denn Juden rechnen mit der Wiederkunft des Messias auf dem Ölberg. Dieser werde dann nach jüdischer Tradition die Toten auferwecken und wer diesem Ort am nächsten liege, werde zuerst wieder lebendig. In erster Linie gibt es dort Gräber jüdischer Persönlichkeiten, aber auch von solchen Menschen, die es sich finanziell leisten können. Die Plätze sind rar und begehrt, das treibt den Preis.

Am Hang selbst und auf der Anhöhe befinden sich Kirchen verschiedener Denominationen, von der Dominus Flevit bis zur Kirche aller Nationen. Auf der Ostseite des Ölbergs gelangt man zum Grab des Lazarus und das biblische Bethanien. Die Bezeichnung Ölberg wird vorwiegend im Deutschen gebraucht. Auf Hebräisch heißt er Har haSetimIn für Olivenberg, was der ursprünglichen Verwendung nahe kommt, einem Hügel mit Olivenplantagen. So ist mit Öl also Olivenöl gemeint, das zur Zeit Jesu beispielsweise als Speiseöl aber auch als Öl für Lampen verwendet wurde.

Aussichtsplattform auf dem Ölberg.

Aussichtsplattform auf dem Ölberg. (© Matthias Hinrichsen)

Von der Aussichtsplattform haben Sie einen exzellenten Blick auf Jerusalem, insbesondere auf den Tempelberg, einem bevorzugten Fotomotiv. Dazwischen befindet sich das Kidrontal, das sich weit von Nord nach Süd zieht und ebenfalls in der Bibel mehrfach erwähnt wird.

Jüdische Gräber auf dem Ölberg.

Jüdische Gräber auf dem Ölberg. (© Matthias Hinrichsen)

Bedeutung für Juden

Auffällig sind die vielen jüdischen Gräber am Hang des Hügels. Dessen Bewandtnis liegt im jüdischen Glauben: Der Messias wird auf dem Ölberg kommen und alle Toten auferwecken. Jeder, der es sich finanziell leisten konnte und kann und würdig genug erscheint, hat ein Grab an diesem westlichen Hang. Denn der jüdischen Überlieferung zufolge wird der Messias nach Seiner Wiederkunft auf seinem Gang nach Jerusalem das Kidrontal durchschreiten und dort das Jüngste Gericht abhalten.

Bedeutung für Muslime

Auch die Moslems glauben, dass im Kidrontal das Jüngste Gericht abgehalten wird. Nach ihrer Vorstellung wird jedoch vom Tempelberg zum Ölberg ein Seil gespannt, auf dem die Gerechten hinüber gelangen. Auf Arabisch heißt die Erhebung Dschabal az-Zaitūn (Olivenberg).

Bedeutung für Christen

Der Ölberg wird mehrfach im neuen Testament in Verbindung mit Jesus Christus erwähnt. So ist Jesus vom Ölberg aus nach Jerusalem gezogen (Lukas Kap. 19, Vers 28-40). An der Stelle, wo heute die Kapelle Dominus Flevit in Gedenken steht, weinte Jesus über den kommenden Untergang Jerusalems (Lukas Kap. 19, Vers 41-45). Im Garten Gethsemane am Fuße des Hügels wurde er von den Soldaten verhaftet (Matthäus Kap. 26). Und letztlich ist Jesus der Bibel nach vom Ölberg in den Himmel aufgefahren (u.a. Lukas Kap. 24, Vers 50).

Anreise

Auf den Ölberg gelangt man mit dem arabischen Bus (Linie 75) ab dem arabischen Busbahnhof beim Damaskustor. Die Fahrt kostet umgerechnet zwei Euro und der Fahrer, dem Sie vorher Ihr Ziel mitteilen sollten, hält ganz in der Nähe der Paternosterkirche an. Von dort aus sind es nur noch 300 Meter bis zur Aussichtsplattform auf dem Ölberg. Die zweite Möglichkeit ist ein arabisches Taxi. Damit laufen Sie aber Gefahr, mächtig abkassiert zu werden, weil die Fahrer eine möglichst lange Route wählen. Wenn Sie gut zu Fuß sind, können Sie direkt aus der Altstadt durch das Löwentor hinaus, hinab ins Kidrontal und dann den Palmsonntagsweg hinauf gehen. Aber dort müssen Sie auch wieder runter, sodass Sie sich die interessante Fahrt mit dem arabischen Kleinbus entgehen lassen müssten und die Paternosterkirche verpassen. Das wäre doch zu schade.

Informationen

Kirchen auf dem Ölberg

  • Himmelfahrtkirche (gehört zur Auguste-Viktoria-Stiftung)
  • Himmelfahrtskapelle (1152 von Kreuzfahrern errichtet, heute innerhalb eines Moscheebezirks)
  • Russisch-orthodoxes Kloster (in unmittelbarer Nähe)
  • Paternosterkirche (gehört zum Karmelitinerinnenkloster)
  • Dominus Flevit (gehört einer römisch-katholischen Kirche der Franziskaner)
  • Maria-Magdalena-Kirche (sehr markant durch die sieben vergoldeten Zwiebeltürme; russisch-orthodox)
  • Kirche aller Nationen (am Fuß des Berges; römisch-katholisch)
  • Griechisch-orthodoxe Kirche am Mariengrab, daneben Verrats-Grotte der Katholiken
  • Stephanuskloster (andere Straßenseite; orthodox)
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