Israel Präsident Herzog mit Ukraines Präsident Selensky

Israel Präsident Herzog hatte sich am 5. Oktober 2021 mit Ukraines Präsident Selenskyj getroffen. (© GPO)

JERUSALEM (im) 25.02.-04.05.2022 – Israels Politiker blicken äußerst besorgt auf das brutale Handeln des russischen Staatspräsidenten Ende Februar 2022, seit er den Einmarsch in die Ukraine befohlen hat. Die Mehrheit der sogenannten Experten bewerteten Putins Drohungen vor Kriegsbeginn als bloße Rhetorik. Das Gegenteil erweist sich nach dem Einmarsch der Russen in die Ukraine, denn nach Meinungen von Fachleuten will Putin die alte russische „Ordnung“ in Europa wiederherstellen. Die Anmerkung des russischen Außenministers Lawrow wenige Tage vor Kriegsbeginn, dass die Ukraine kein souveräner Staat sei, ließ die kriegerischen Absichten Russlands erahnen. Das skrupellose Vorgehen Putins ist umso gefährlicher, weil Russland mit dem Iran und Syrien eine enge Partnerschaft pflegt und Israel dadurch in erhöhtem Maße bedroht ist. Dieser Krieg ist für Israel von besonderer Bedeutung, da es sich bei Israel um das Volk Gottes handelt und sich in der Bibel Texte befinden, die auf die Zukunft des israelitischen Volkes bezogen sind. 

Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert. Die neuesten Informationen folgen nach diesem Absatz, die biblische Betrachtung am Ende des Artikels.

Putin entschuldigt sich bei Bennett

Der israelische Premierminister Bennett telefonierte heute am 05.05.2022 mit dem russischen Präsidenten wegen der Evakuierung von Zivilisten aus dem Stahlwerk Asovstal in Mariupol, nachdem er tags zuvor mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj telefonierte, so eine Pressemitteilung des Pressebüros der israelischen Regierung. Putin versprach die Evakuierung von Zivilisten inklusive der verwundeten Zivilisten durch einen UN- und Roten-Kreuz-Korridor. Des Weiteren diskutieren beide über die diffamierenden Bemerkungen von Lawrow. Bennett akzeptierte eine Entschuldigung Putins für diese Bemerkungen und bedankte sich für die Glückwünsche Putins zum 74. Unabhängigkeitstag Israels.

Herzog erwartet Entschuldigung von Lawrow

Israels Präsident Isaac Herzog sei erstaunt gewesen, dass „Hitler hatte jüdisches Blut“ von einem russischen Außenminister gesagt worden sind, so das israelische Nachrichtenportal Haaretz am 04.05.2022. Herzog erwarte von Lawrow, dass er seine Aussage zurückziehe und sich entschuldige. „Zuerst konnte ich nicht glauben, dass sie von einem russischen Außenminister geäußert wurden. Sie machten mich wütend und angewidert. Ausgerechnet in einer Woche, in der wir des Holocaust gedenken, verbreitet der russische Außenminister Lawrow Lügen, schreckliche Lügen, die nach Antisemitismus riechen. Ich erwarte, dass er seine Worte zurückzieht und sich entschuldigt“, sagte Herzog. Lawrows Äußerungen schüren weltweit den Antisemitismus zu Lasten des jüdischen Staates. Umso mehr muss sich Israel auch in diesem Bereich zur Wehr setzen und den Propagandisten Einhalt gebieten. Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder sagte gegenüber Haaretz, dass die Äußerungen „jenseits jeder legitimen und zulässigen Rhetorik“ seien.

Israel verstärkt militärische und zivile Hilfe für Ukraine

In einer Diskussion über das Thema unterstützten die meisten Beamten Israels, die Mengen von militärischen und zivilen Gütern an die Ukraine zu erhöhen, so das israelische Nachrichtenportal Haaretz am 03.05.2022. Bislang weigerte sich Israel, das ukrainische Militär zu unterstützen. Angesichts der russischen Gräueltaten und einer „wackeligen Neutralität“ sowie dem Druck einiger westlichen Länder, darunter die USA, kommen immer mehr israelische Politiker zu der Überzeugung, sich auf die Ukraine zuzubewegen. Einigkeit scheint darüber zu bestehen, dass keine Luftverteidigungssysteme, fortschrittliche Waffen und Angriffssysteme zur Verfügung gestellt würden. Persönliche Kampfausrüstung und Warnsysteme für Soldaten würden aber in Erwägung gezogen – immer in Hinblick darauf, nicht mit Russland anzuecken. Dieses war auch die anfängliche Haltung der deutschen Bundesregierung. Aufgrund Russlands Brutalität gegenüber der ukrainischen Zivilbevölkerung und atomare Drohszenarien, scheint Bundeskanzler Scholz die Dringlichkeit realisiert zu haben, dass die Ukraine sich nur mit schweren Waffen, also Panzern und Geschütze, wirkungsvoll verteidigen kann. Der Donbass ist geographisch zu offen, um sich mit handgestützten Abwehrwaffen verteidigen können, so Militärexperten.

Deutschland und Niederlande liefern hochmoderne Panzerhaubitze

Am 03.05.2022 wurde die Lieferung von mehreren Exemplaren der Panzerhaubitze 2000 aus Beständen der Bundeswehr angekündigt. Das schwere Artilleriegeschütz aus deutscher Produktion zählt zu den besten weltweit und kann auch atomare Geschosse abfeuern, wie das Vorgängermodell M109G. Mit der Panzerhaubitze 2000 wäre die ukrainische Artillerie der russischen weit überlegen, wie die eindrucksvollen Zahlen und ein Video auf der Bundeswehr-Webseite aufzeigt. Eine Woche zuvor wurden 50 Flugabwehrpanzer Gepard angekündigt, allerdings ohne verlässlich Munition dazu liefern zu können. Diese sind aus Schweizer Produktion, doch die Eidgenossen stimmen einer Lieferung nicht zu, womit sich wieder einmal die pro-russische Haltung der Schweiz offenbart – unter dem Deckmantel der Neutralität. Wenn ein Staat sich als neutral bezeichnet, aber Munition herstellt, dann ist dieses eine fragliche Konstellation. Am 04.05.2022 meldet der Nachrichtensender Welt, dass die Bundeswehr sieben Panzerhaubitzen liefern werden, von den Niederlanden kommen fünf. Die Exemplare aus Deutschland kommen direkt aus der Instandsetzung und vermindern nicht den Bestand der aktiven Geschütze in der Bundeswehr. Zu Zeiten der Panzerhaubitze M109G (ebenfalls 155mm) bestand ein Bataillon aus drei Batterien (entspricht Kompanien) mit jeweils sechs Geschützen, was eine Feuerkraft von 18 Geschützen bedeutete und eine Fläche von 300 x 300 Meter bekämpfte. Wie die Panzerhaubitze 2000 in der Ukraine eingesetzt wird, ist nicht bekannt.

Durch die wesentlich stärkere Feuerkraft gegenüber dem Vorgängermodell (höhere Feuerfrequenz, größere Reichweiten, verbesserte Munition) wird die Wirkung deutlich stärker sein als mit der PzH M109G. Russland hat zwar 2015 den Typ 2S35 Koalizija-SW auf einer Parade fahren lassen, der konzeptionell einem Nachbau der PzH 2000 ähnelt, aber es darf angezweifelt werden, ob sie technologisch dem deutschen Geschütz gleichwertig und verlässlich ist. Bislang hat Russland in der Ukraine nur veraltete schwere Panzer und Panzerartillerie eingesetzt. Mit der amerikanischen Feldhaubitze M777 der US-Amerikaner kann moderne westliche Spezialmunition eingesetzt werden, der GPS-gesteuerte Typ Excalibur reicht bis 40 km weit. Bis 04.05.2022 lieferten die USA rund 90.000 Granaten an die Ukraine. Mit der Panzerhaubitze 2000 können mit reichweitengesteigerten Geschossen bis zu 40 km weit geschossen  werden, wobei eine realistische Reichweite ohne große Streuung bei rund 35 km liegen sollte, mit V-LAP-Munition erreicht die 2000 bis zu 56 km. Mit der Panzerhaubitze 2000 kann die Besatzung bis zu fünf Geschosse auf unterschiedlichen Flugbahnen abfeuern, die dann zeitgleich ins Ziel treffen, alternativ drei Geschosse innerhalb von zehn Sekunden. Die in der Ukraine eingesetzten russischen Panzerhaubitzen sind der 2000 in jeglichem Vergleich unterlegen.

„Russland und Israel auf Kollisionskurs“

So betitelt das israelische Nachrichtenportal Haaretz am 03.05.2022 die sich ansteigenden Spannungen zwischen dem jüdischen Staat und dem aggressiv agierenden Putin-Regime in der jüngsten Zeit. Es sieht so aus, dass Russland sich jetzt mit der gesamten westlichen Welt anlegt und diplomatische Zwischenfälle bewusst provoziert, vielleicht um später ein Angriffsszenario daraus zu stricken, was auf einer Basis von Lügen steht, so wie es Hitler selbst seinerzeit getan hat, um die Welt in einen Krieg zu verstricken und seine imperialen Gelüste brutalst auszuleben. Der Autor Yossi Melmann führt fünf Schlüsselereignisse für eine ernsthafte Verschlechterung der Beziehungen zwischen beiden Ländern als Belege an. Russland „entblöße nach und nach seine Reißzähne gegen Israel“ und Lawrows jüngsten Behauptungen führten zu einer bewussten Kollision aus russischer Sicht. Biblisch betrachtet ist dieses genau die Schlagrichtung, dass der Feind aus dem Norden auch über einstige Freunde rücksichtslos hinwegwalze.

Lawrow diffamiert das jüdische Volk

Am 01.05.2022 gibt der russische Außenminister Sergej Lawrow dem italienischen Fernsehsender Rete 4 ein Interview und wiederholt seine Aussage, dass in der Ukraine Nazis in der Regierung seien und maßgeblich das Geschehen mitbestimmen, so das Handelsblatt am 02.05.2022. Seiner Aussage nach wolle Putin daher „das braune Regime“ stürzen. Das sind die üblichen Propaganda-Sprüche, mit den das russische Volk über die staatstreuen russischen Medien tagtäglich manipuliert wird. Lawrow aber schien im weiteren Verlauf des Interviews sich in seinem Lügengebilde weiter zu verfangen und in einen Redesog hinabgezogen zu werden, dass – in Bezug auf die jüdische Abstammung des ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj – auch Hitler jüdisches Blut gehabt habe. Und Lawrow beschmutzt die Würde des jüdischen Volkes mit den Worten: „Das weise jüdische Volk sagt, dass die eifrigsten Antisemiten in der Regel Juden sind.“ Premierminister Naftali Bennett und der israelische Außenminister Jair Lapid sind außer sich, und der russische Botschafter wird für ein „hartes Gespräch“ einbestellt. Lawrow habe mit der Aussage gesagt, dass Juden für die grauenvollen Verbrechen selbst verantwortlich seien und die Täter einen Freibrief bekämen. Der ukrainische Außenminister Dmitro Kuleba zieht Parallelen zu Lawrows Behauptung in Bezug auf dessen Äußerungen über das ukrainische Volk durch Putin und Lawrow, die sich sehr ähneln. In der Ukraine würden jedoch ausschließlich zivile Kräfte und keine israelischen Soldaten eingesetzt, wie Gesundheitsminister Nitzan Horowitz bekannt gab.

Lawrow indes zeigte sich von der Kritik aus Israel noch eher angestachelt nachzulegen. Er bezichtigte Israel, das „Neonazi-Regime in Kiew“ zu unterstützen, so eine Meldung auf tagesschau.de vom 03.05.2022. Lawrow holt zum verbalen Gegenschlag aus und behauptet, dass es in der Geschichte Beispiele für die Zusammenarbeit zwischen Juden und Nazis gebe und die jüdische Abstammung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj „keine Garantie“ gegen ukrainischen Neo-Nazismus sei.

Russland kritisiert Israel wegen Tempelberg

Kurz nachdem bekannt wurde, dass Israel Schutzhelme und Schutzwesten an ukrainische Rettungs- und Notfallorganisationen liefern werde, kritisierte Russland Israels Vorgehen auf dem Tempelberg gegen palästinensische Gewalttätige und bestellte sogar den Botschafter Ben Zvi ein, so die Jüdische Allgemeine am 21.04.2022. Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz sagte, dass Israel den Bürgern der Ukraine zur Seite stehe und die Notwendigkeit sehe, weiterhin Hilfe zu leisten und „auf eine Beendigung der Kämpfe hinzuarbeiten“. Außenminister Yair Lapid attackiere Russland immer wieder und bezeichnet die Taten während der Invasion Russlands als „Kriegsverbrechen“.

Israel schickt Feldlazarett in die Ukraine

Sehr zum Missfallen Russlands, hat Israel am 17.03.2022 ein komplettes Feldlazarett an die Ukraine geliefert, so die israelische Botschaft in Deutschland. Mit dem Material soll ein Krankenhaus in der Stadt Mostyska in der Westukraine errichtet werden. Das Krankenhaus wird die medizinische Versorgung der zahlreichen Kriegsflüchtlinge sicherstellen und einen Kreißsaal sowie eine Erwachsenen- und eine Kinderstation umfassen. Die medizinische Versorgung wird auch Laboratorien und bildgebende Verfahren (Röntgen) umfassen und Ferntechnologien mit dem Sheba Medical Centre in Israel nutzen, so die Botschaft in der Meldung.

Schutzstaat für russische Oligarchen

In der Süddeutschen Zeitung online wird am 19.03.2022 über „Israel und die Milliarden der Oligarchen“ berichtet, wie Israel als Schlupfloch gegen westliche Sanktionen dient. Einer von ihnen ist der Multimilliardär Roman Abramowitsch, der über einen russischen, einen portugiesischen und einen israelischen Pass verfügt. Abramowitsch wurde Mitte März in Tel Aviv gesehen, eingeflogen mit seiner Gulfstream G650. Nach Informationen der Süddeutschen seien mindestens 14 privaten Jets in Israel gesichtet worden. Israel weigert sich, Sanktionen gegen Russland zu verhängen, angeblich um als neutrales Land zu fungieren für etwaige Friedenverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Doch diese Position missbilligt die USA, der größte Unterstützer des jüdischen Staates, die amerikanische Vizeaußenministerin Victoria Nuland forderte Israel auf, das russische Regime mitsamt seiner Oligarchen „unter äußersten Druck“ zu setzen.

Israel steckt in der Zwickmühle, insbesondere was Abramowitsch betrifft. Dieser hat seit 2018 mehr als 600 Millionen Dollar gespendet, unter anderem für die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, die sich zwischenzeitlich von ihm distanziert hat, nachdem sie sich zuerst solidarisch mit ihm zeigte.

Russland droht Israel wegen Golanhöhen

Israels Norden grenzt auf dem Golan an Syrien, israelische Politiker warnen schon seit langem vor einem atomaren Angriff durch den Iran. Bislang unterhält Israel laut Medienberichten eine komplexe, aber stabile Beziehung zu Russland. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine wird aber deutlich, dass diese Beziehung auch schnell kippen kann und Verträge, die mit Putin geschlossen sind, keinen Bestand mehr haben. Russland zeigt sich offen als Feind und Aggressor gegenüber dem Westen, zu dem auch Israel zählt. Russland äußerte kürzlich „tiefe Besorgnis“ über die Luftangriffe Israels auf mit dem Iran verbundene Ziele in Syrien. Maria Zakharova, Sprecherin des russischen Außenministeriums, kritisierte die israelischen Militäroperationen in Syrien äußerst hart gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS: „Israels anhaltende Angriffe auf Ziele innerhalb Syriens geben Anlass zu großer Besorgnis. Sie stellen eine grobe Verletzung der Souveränität Syriens dar und können eine scharfe Eskalation der Spannungen auslösen. Außerdem stellen solche Aktionen ernsthafte Risiken für internationale Passagierflüge dar.“

In einem Beitrag vom 24.02.2022 in der Jerusalem Post zitiert das israelische Presseportal den stellvertretenden russischen Botschafter im UN-Sicherheitsrat Dmitry Polyanskiy: „Russland erkennt die Souveränität Israels über die zu Syrien gehörenden Golanhöhen nicht an.“ Dieser habe sich dahingehend geäußert, nachdem Israel sich an die Seite der Ukraine gestellt hatte. Polyanskiy stellte nach Angaben der Jerusalem Post auch indirekt die israelische Souveränität über Jerusalem, einschließlich West-Jerusalem, in Frage. 2017 erklärte Moskau, es habe West-Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Angesichts des neuen aggressiven Auftretens Russlands und dem imperialistischen Verhalten, könnte diese Aussage heute inzwischen wertlos sein und keinen Garant für Israels Sicherheit darstellen. Russland greift mit seinen Drohungen gegen Israel erheblich in die Sicherheitsinteressen des jüdischen Staates ein. Israel hatte die Golanhöhen 1967 im Sechs-Tage-Krieg erobert, nachdem Syrien über Jahre hinweg auf die Gegend um den See Genezareth mit schweren Waffen gefeuert, damit die dort lebenden Juden friedlich leben konnten. Ein Räumen der Golanhöhen würde Syrien wieder näher an Israel bringen und damit eine deutliche Bedrohung darstellen. Putins Nähe zu Diktatoren wie Assad und Terroristen wie die von der Hisbollah, den Erzfeinden Israels, lässt klar werden, dass Putin eine gewaltige Gefahr für die Existenz Israels darstellt.

Er könnte eine Frage der Zeit sein, wann Russland den militärischen Angriffen Israels auf Waffentransporte nach Syrien und dem Libanon für die Hisbollah nicht mehr tatenlos zu sieht und stillschweigend billigt.  Russland hatte der Israel Air Force Operationsfreiheit in Syrien zugesagt, solange russische Streitkräfte nicht gefährdet werden. Dazu gehört auch, dass das israelische Militär sämtliche Bewegungen an der Grenze zu Syrien dem russischen Militär mitteilt. Die ersten Drohungen Russlands gegen Israel müssen sehr ernst genommen werden, wie an der Ukraine zu sehen ist.

Russlands militärischer Schulterschluss mit Syrien

Die jetzige politische Lage zeigt, wie fragil die Weltlage ist und der Westen, außer verbalen Drohungen und teilweise wirkungslosen Sanktionen, zu Kriegsbeginn nichts weiter aufgeboten hat, um Putin zu stoppen. Am 17.02.2022 meldete das Nachrichtenportal www.allarab.news, dass Russland mit Syrien eine Militärübung durchführe und dabei atomwaffenfähige Tu-22M3-Bomber und MiG-31-Kampfflugzeuge sowie 15 Kriegsschiffe einsetze. Während dieser Zeit bereiteten sich über 150.000 russische Soldaten auf den Überfall der Ukraine vor. Russland trat 2015 offiziell in den syrischen Bürgerkrieg ein, um das syrische Regime zu stützen und stabilisieren. Damit verfügt Russland bis heute über einen Marinestützpunkt am Mittelmeer und umgeht damit die Genehmigung der Türkei, Kriegsschiffe vom Schwarzen Meer über den Bosporus zu verlegen.

Am 07.03. meldet die Jerusalem Post, dass Russland syrische Freiwillige rekrutiert, die im urbanen Kampf ausgebildet sind. Nach amerikanischen Angaben, werden Syrer von Russland seit 2015 rekrutiert und damit in der russischen Armee ausgebildet, was ein eventuell späteres militärisches Zusammenwirken vereinfacht.

Israel verhindert Drohnenangriffe aus dem Iran und Syrien

Der Spiegel berichtet am 07.03. über Drohnenangriffe aus dem Iran und Syrien. Die israelischen Streitkräfte hätten „mehrere“ Drohnen-Angriffe abgewehrt und von F-35 Kampfflugzeugen außer des israelischen Territoriums abgeschossen worden. Untersuchungen hätten ergeben, dass es sich um Drohnen aus iranischer Produktion handele, die auch im Iran abgefeuert seien. Des Weiteren seien iranische Drohnen direkt vom syrischen Gebiet auf den Golanhöhen gestartet. Die Flugrevue geht in ihrem Beitrag vom 08.03. unter der Überschrift „Israel fängt iranische Drohnen ab“ detaillierter auf die Geschehnisse ein. Bereits im März 2021 wurden vier F35-Adir-Kampfjet der israelischen Luftwaffe gestartet, um eine iranische „Shahed 197“-Drohne außerhalb Israels zu zerstören. Nach israelischen Angaben sei eine Drohne vom Typ „Shahad 141“ im Februar 2018 die in Syrien vom Flughafen „T4“ gestartet war, bei Bet She’an durch einen israelischen Kamphubschrauber abgeschossen worden. Eine weitere iranische Drohne, diesmal vom Typ „Siad 1440/PIXHAWK“, die von irakischem Territorium gestartet worden sei, sei am 18. Mai 2021 im Jordantal angeschossen. Es sei Taktik des Irans, seine Verbündeten mit Tausenden von Drohnen auszustatten. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann diese alle zusammen in Israel eindringen und die israelische Luftwaffe nicht in der Lage ist, alle zu vernichten. Deswegen hatte Israel bereits iranische Drohnen-Stützpunkte in Chabahar und Qeshm angegriffen.

Am 15.03.22 meldet das israelische Nachrichtenportal Ha’aretz dass israelische Streitkräfte im Februar mehrere hundert Drohnen im Iran zerstört haben. Im Februar seien sechs israelische Drohnen gestartet, nähere Angaben über die zerstörten Ziele wurden nicht bekannt gegeben.

Russland benennt „unfreundliche“ Staaten

Am Montag, 07.03. hat Russland auf der Regierungswebseite eine Liste „unfreundlicher“ Staaten gelistet, Israel gehört nicht dazu, wie die Jerusalem Post berichtet. Dazu gehören folgende Staaten: Australien, Albanien, Andorra, Vereinigtes Königreich, einschließlich Jersey, Anguilla, Britische Jungferninseln, Gibraltar, die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Island, Kanada, Liechtenstein, Mikronesien, Monaco , Neuseeland, Norwegen, Republik Korea, San Marino, Nordmazedonien, Singapur, USA, Taiwan, Ukraine, Montenegro, Schweiz, Japan.

Rolle der Türkei

Am 25.02.2022 hat Russland weitere Kriegsschiffe vom Stützpunkt in Syrien in das Schwarze Meer verlegt und durchquerte – mit türkischer Genehmigung – die Durchfahrt, wie verschiedene deutsche Medien melden. Am 27.02. droht die Türkei nach Medienberichten mit einer Durchfahrtssperre für russische Kriegsschiffe durch den Bosporus und die Dardanellen zum Schwarzen Meer, wie deutsche TV-Medien berichten. Am 28.02. meldet der Spiegel um 21.11 Uhr die Sperrung der beiden Wasserstraßen für russische Kriegsschiffe durch die Türkei, die sich auf 1936 geschlossenen Vertrag von Montreux beruft, nach dem die Türkei in Kriegszeiten die Durchfahrt beschränken darf. Zwar hatte die Türkei vor nicht allzu langer Zeit gegen die Intervention der USA das russische Flugabwehrraketensystems S-400 gekauft, aber lieferte ab 2019 auch Kampfdrohnen vom Typ Bayraktar TB2 an die Ukraine, was Putin wiederum erboste und jetzt gegen Russland erfolgreich eingesetzt werden konnte wie netzpolitik.org berichtet. Die Türkei ist Mitglied der NATO und stellt sich deutlich auf die Seite der Ukraine, vor allem weil ethnisch-türkische Tataren auf der Halbinsel Krim leben und so eine Verbundenheit zu diesem Staat besteht. Erdoğan bezeichnete die Invasion Russland als „schweren Schlag für den Frieden und die Stabilität in der Region“.

Am 10.03. fand in der Türkei (Anatlya) ein Vermittlungsversuch zwischen Russland und der Ukraine statt. Der Termin dauerte lediglich 90 Minuten, Russlands Außenminister Lawrow behauptete in der anschließenden Pressekonferenz, dass die Zerstörung von Krankenhäusern durch die Ukraine selbst durchgeführt worden wären. Russland greift mit Kampfflugzeugen und Artillerie seit mehreren Tagen Wohngebiete in ukrainischen Städten an und zerbombt vorsätzlich zivile Orte und Einrichtungen. Lawrow drohte dem Westen, dass sie registrieren würden, wer die Ukraine militärisch unterstütze. Es schien während der PK, dass Lawrow – genauso wie Putin – in seinen massiven Lügen seine eigene Realität geschaffen hat und beide die Welt belügen, bedrohen und skrupellos töten. Der Westen verschanzt sich dahinter, dass kein Weltkrieg provoziert werden wolle, wenn sie die Ukraine in der Verteidigung ihres Staatsterritoriums unterstützen. Ukrainische Verantwortliche warnen jedoch den Westen davor, dass wenn Putin jetzt nicht aufgehalten werde, er früher oder später auch westliche Staaten angreifen werde. Andere Fachleute sehen dieses Ereignis erst als möglich an, wenn Russland seine Waffen in der Ukraine stationiert haben und so direkt die Länder der NATO angreifen können.

Irrationaler Putin

Putin sagte am 10.03., dass er Russland nicht mehr in die Abhängigkeit des Westens geben werde. Auch Lawrows Bemerkungen zufolge geht es Putin mutmaßlich darum, den Westen mittel- oder langfristig anzugreifen und verbal die Vorbereitungen zum Krieg gegen die NATO zu setzen. Das Verhalten erinnert an Kinder, die ihren Willen nicht bekommen und deswegen aggressiv werden, was aber auch sehr stark mit Schwachheit zusammen hängt. Putin kann sich auf friedliche Weise nicht in der Welt behaupten, also setzt er Gewalt ein, um seinen imperialen Gelüsten Nahrung zu geben. Problematisch wird es für Russland in technischen Dingen. Die Kriegsgeräte sind überwiegend veraltet, neues Gerät ist nur in geringen Mengen vorhanden. Auch wenn Putin massenweise Panzer Richtung Westen schickt, offenbart sein kriegerisches Ungeschick gegenüber größeren Feinden alle Schwächen. Dazu kommt, dass aus dem Westen bisher sehr viel technisches und elektronisches Know-How kam, China wird es nicht in der benötigten Größenordnung ersetzen können. Alleine die zivilen Flugzeuge von Boeing und Airbus kommen, wie auch das russische Militär, bald in einen Wartungsstau und werden dann zum Sicherheitsrisiko. Putin mag zwar mafiöse Drohgebärden beherrschen und Schwächere unterdrücken, aber auf lange Sicht wird Russland die Materialschlacht nicht durchstehen können, weil einfach das Know-How und der persönliche Einsatz der Bevölkerung fehlt. Die Bodenschätze zu versilbern reichen nicht, denn sobald der Westen vereint – wie schon jetzt sichtbar – gegen Russland auftritt, kämpft der vermeintliche Zar mit stumpfen Waffen und weiß noch nicht einmal China an seiner Seite, das eigene territoriale Interessen verfolgt.

Iran bedroht Israel mit Atomwaffen

Israels Politiker warnen seit Jahren gebetsmühlenartig vor der atomaren Bedrohung durch den Iran. Auch in dieser Richtung versucht sich die westliche Welt mit Gesprächen, Verträgen und Diplomatie. Nachdem Donald Trump das Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufkündigte, erteilte er damit quasi eine Freibrief für den Iran, Uran so stark anzureichern, dass Atomwaffen hergestellt werden können. Israel zu vernichten, ist erklärtes Ziel seit der Staat Israel gegründet worden war. Deswegen attackiert Israel immer wieder den Iran und die Hisbollah militärisch, um die Produktion von Atomwaffen zu verhindern. Jetzt durch den Einmarsch Putins in die Ukraine, nimmt die atomare Bedrohung durch Russland, Syrien und den Iran äußerst bedrohliche Maße an, den Russland hat sich auch mit dem Iran verbündet.

Bennett telefoniert mit Putin erfolglos

Am Sonntag 27.02. telefonierte Israels Premierminister Bennett 45 Minuten lang mit dem russischen Präsidenten Putin wie das Pressebüro der israelischen Regierung am Sonntagmittag mitteilt. Bennett bot ihm an, als Vermittlungspartner zur Verfügung zu stehen, was Putin laut des Nachrichtenportals www.israelnationalnews.com ablehnte. Putin erklärte seine „Verhandlungsbereitschaft“, beide Staatsmänner vereinbarten, „einen kontinuierlichen Kontakt zwischen Russland und Israel aufrechtzuerhalten“. Israel werde der Ukraine 100 Tonnen humanitäre Ausrüstung wie Kits für die Wasserreinigung, medizinische Ausrüstung und Medikamente sowie Zelte, Decken, Schlafsäcke und andere Ausrüstung senden, heißt es im Bericht des Nachrichtenportals.

Dass der israelische Ministerpräsident auch am sechsten Tag des russischen Angriffskriegs am 1. März 2022 noch mit Russland Kontakt hat, ist kein Beleg dafür, dass Israel bei einem sich ausweitenden Krieg verschont bliebe. Auch der deutsche Bundeskanzler Scholz hatte – sogar persönlichen – Kontakt zum russischen Machthaber, Putin spielte den Kompromissbereiten. Da aber waren schon alle Pläne für einen Angriffskrieg vorbereitet und der Überfall auf die Ukraine festgelegt. Israel ist ein westliches Land, sehr eng verbandelt mit den USA und der westlichen Welt, und von daher aus Russlands Sicht ein potenzieller Feind. Die Bedrohung durch Syrien und dem Iran hat seit Kriegsbeginn erheblich zugenommen, Israel sollte sich auf keinen Fall in Sicherheit wähnen.

Israel lehnt Waffenlieferung an die Ukraine ab

Am Sonntagabend den 27.02. hat Premierminister Naftali Bennett die Lieferung von Waffen an die Ukraine abgelehnt, nachdem der ukrainische Präsident  Wolodymyr Selenskyj um Hilfe gebeten hat. Außerdem hat Israel eine Lieferung des Raketenabwehrsystems Iron Dome durch die USA an die Ukraine verhindert. Israel gehe es um die Beziehungen zu Russland, wie die Jerusalem Post berichtet. Vielmehr hat Israel nach der Annexion der Krim-Halbinsel im Jahr 2014 Waffensysteme im Wert von Milliarden Dollar an osteuropäische Länder verkauft. Alleine im Jahr 2021 verkaufte Israel Waffen in Höhe von 8,3 Milliarden Dollar. Der israelische Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems hat unter anderem die Panzerabwehrlenkrakete SPIKE der 5. Generation an 18 Mitglieder der Europäischen Union und der NATO verkauft. Eine Lieferung an die Ukraine durch die EU- und NATO-Staaten hängt von der Zustimmung der israelischen Regierung ab. Die von Deutschland zugesagte Panzerfaust 3 kann russische Panzer vom Typ T-72 und T-80 zerstören. Vom Kampfpanzer T-90 sind rund 350 Exemplare in Russland vorhanden, der T-14 existiert nur zwanzigmal, jedoch werden beide von Russland als Angriffspanzer eingesetzt. Der T-14 ist zudem mit Elektronik vollgestopft, bei Ausfall der Sensoren, bleibt dieser Panzer kampfunfähig liegen.

Bennett trifft Putin persönlich

Am Samstag 05.03. trifft Premierminister Naftali Bennett den russischen Präsidenten Putin, angeblich in Moskau. Über die Inhalte des dreistündigen Gesprächs wurde nichts bekannt. Danach ist Bennett nach Berlin geflogen, um sich mit Bundeskanzler Scholz auszutauschen, jedoch sind auch hier keine Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, was eine schlechte Nachricht ist. Ein Tag später, am 06.03. telefoniert Bennett mit Putin, Ergebnisse werden nicht bekannt. Am 07.03. führt die russische Regierungswebseite alle aus ihrer Sicht „unfreundlichen“ Staaten auf, Israel zählt nicht dazu (siehe weiter unten).

Ynetnews verwendet Begriff „militärische Spezialoperation“

Auf der israelischen Nachrichtenseite Ynetnews.com wird bezüglich des Gespräches am 05.03. sogar indirekt der russische Sprachgebrauch für den Krieg in der Ukraine als „militärische Spezialoperation“ übernommen und nicht von Krieg geschrieben. Auch in einem anderen Bericht schreibt Ynetnews.com nur von „Militäroperationen“. Auch in einer Aussage des Papstes  wird der manipulierte Begriff „eine besondere Militäroperation“ verwendet, im weiteren Verlauf wird der Papst zitiert: „Dies ist nicht nur eine Militäroperation, sondern ein Krieg, der zu Tod, Zerstörung und Elend führt“.

Iran testet in Syrien modernste Flugabwehr

Am 06.03. berichtet die Jerusalem Post darüber, dass der Iran 2021 eine neue Flugabwehr in Syrien stationiert hat und sie erfolgreich gegen israelische Kampfflugzeuge eingesetzt hat. Israel bekämpft seit 2013 mit Kampfflugzeugen den Schmuggel von Waffen vom Iran an die Hisbollah in Syrien und im Libanon. Syrien hat ältere russische Flugabwehrbatterien erhalten, die modernen russischen Flugabwehrbatterien S-300 und S-400 werden ausschließlich durch russische Truppen bedient. Insgesamt über 1.000 Raketen wurde von Syrien gegen israelische Kampfflugzeuge geschossen, jedoch wurde nur eine israelische F-16 im Jahr 2018 von einer syrischen SA-5-Rakete abgeschossen. Vermehrt hatte Syrien in der Vergangenheit Raketen aus Israel geschossen, mutmaßlich um die Reaktion Israels zu testen. Im Juli 2020 vereinbarten unterzeichneten Ali Abdullah Ayyub, der stellvertretende Befehlshaber der syrischen Streitkräfte, und Generalmajor. Mohammad Bagheri, Stabschef der iranischen Streitkräfte, ein Abkommen über die Ausweitung der militärischen „Zusammenarbeit“. Dieses bedeutet, neben der russischen Militärpräsenz, die militärische „Verbrüderung“ mit dem Iran, der mutmaßlich über eine atomare Bewaffnung bereits oder in Kürze verfügt. Die Warnungen aus dem Iran sind deutlich was Angreifer anbelangt. In einem Kommentar wird erwähnt, dass der Iran drohnenbasierte Flugabwehrsysteme mit Solarantrieb entwickelt.

Putin bezeichnet Ukraines Regierung als Nazis

Russlands Präsident bezeichnet seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine als Nazi-Regime. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj jedoch ist alles andere als ein Nazi, nämlich Jude wie auf Wikipedia zu lesen und somit zum Volk Gottes gehört. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es gewalttätige Pogrome gegen ukrainische Juden durch Russen, denen Tausende zum Opfer fielen. Vor Beginn des Zweiten Weltkrieg lebten rund 2,5 Millionen Juden in der Ukraine, bis 1943 wurde die Hälfte von ihnen ermordet, von deutschen und ukrainischen Nazis und deren Sympathisanten.

200.000 Juden in der Ukraine

Aktuellen Schätzungen zufolge leben derzeit (Februar 2022) rund 200.000 Juden in der Ukraine. Viele der ursprünglich dort lebenden Juden sind seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den Westen geflohen. Israel hat potenzielle Pläne, alle nach Israel zu bringen, wie die Jerusalem Post am 10.03. berichtet. Sollte dieser Schritt vorgenommen werden, wäre es eine Massen-Alijah, die ein Teil des größeren Exodus sein könnte. Zumindest wird dieses in jüdischen Kreisen diskutiert, denn in Jeremia 16,14-15 steht: „DIE HEIMKEHR 14 Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass man nicht mehr sagen wird: »So wahr der Herr lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland geführt hat«, 15 sondern: »So wahr der Herr lebt, der die Israeliten geführt hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstoßen hatte.« Denn ich will sie zurückbringen in ihr Land, das ich ihren Vätern gegeben habe.“ (Mit freundlicher Genehmigung Deutsche Bibelgesellschaft)

Minderheit russischer Juden in Israel

In Israel befinden sich zudem mehr als eine Million russische Juden, die in den letzten 15 Jahren in den jüdischen Staat eingewandert sind. Inzwischen handelt es sich um die größte Minderheit im Land, bilden aber über 12 Prozent der Bevölkerung. Wird sich Russland auch in Israel bezüglich der dort lebenden Russen einmischen oder es als Vorwand anführen?

Untätigkeit von Christen

Der Chefredakteur Rosenberg von www.allisrael.com sagte in christlicher Naivität, dass Gläubige für den russischen Präsidenten beten sollten und zitiert den Bibelvers in Lukas 6,27 seine Feinde zu lieben. Nach dem Holocaust hat das jüdische Volk gelernt, sich wirksam zu verteidigen, davor wurden sie wehrlos von den Nazis unterdrückt und ermordet. Auf der Webseite der Jerusalem Post greift Rosenberg die christlichen Führer der westlichen Welt an, den Papst, die römisch-katholische Kirche, die amerikanisch-evangelikalen Führer, die protestantischen Führer in Europa und auf der ganzen Welt. Zudem übt er scharfe Kritik am westlichen Verhalten. Führende Fachleute hatten auf die äußerst hohe Wahrscheinlichkeit eines Einmarsches verwiesen, die Politik habe abwartend und naiv reagiert. Angeblich würde Russland aus wirtschaftlichen Gründen keinen Angriff wagen. Dem entgegen spricht, dass sich Russland in den letzten Jahren finanziell extrem gut vorbereitet hat: Das Vermögen Russlands wird derzeit mit rund 500 Milliarden US-Dollar in Form internationaler Reserven und 132 Milliarden Dollar zusätzlich in Gold veranschlagt, wovon das meiste nach unbestätigten Angaben in China gelagert sein soll. Putins Vermögen selbst wird unbestätigt auf 179 Milliarden Dollar geschätzt, andere Quellen sprechen von 36 Milliarden Dollar.

Flugzeugträger

Flugzeugträger „USS Harry S. Truman“ bleibt im Mittelmeer. (Gemeinfrei Foto: US Navy/ID 180911-N-EA818-2106)

Amerikanischer Flugzeugträger im Mittelmeer

Die USA haben sich weitgehend aus der Region zurückgezogen und verfügt nur noch über eine kleine Militärpräsenz im Nahen Osten. Das ist so gut wie eine Einladung für Russland, dieses Machtvakuum zu besetzen und stellt eine Gefahr für Israel dar. Die Fünfte Flotte der US-Marine ist in Bahrain stationiert, rund 1.700 Kilometer Luftlinie entfernt von Israel. Zu weit für Kriegsschiffe der US-Marine, sollte der Iran den jüdischen Staat mit Atomwaffen bombardieren. Lediglich der Flugzeugträger „USS Harry S. Truman“ befindet sich derzeit im Mittelmeer, der eigentlich dort schon abgezogen werden sollte, wie die Deutsche Welle am 21.12.2021 berichtete. Der Flugzeugträger steht derzeit unter dem Befehl der NATO. Den aktuellen Standort des Flugzeugträgers erfahren Sie HIER.

Schweiz als Handlanger Russlands

Die Schweiz will keine Konten russischer Amtsträger sperren, so ein erster Beschluss der Schweizer Regierung. Die Schweizer Banken hatten im Zweiten Weltkrieg auch keine Skrupel, das Gold enteigneter und ermordeter Juden anzunehmen, um so das Hitler-Regime in seinem Wahn zu unterstützen. Die Schweiz begründet seinen Entschluss mit ihrer Neutralität. Tatsächlich aber haben zahlreiche Rohstoffkonzerne ihren Sitz in der Schweiz und handeln dort umfangreich mit russischem Öl und Gas. Die russische Botschaft in der Schweiz teilte gar mit, dass 80 Prozent des Rohstoffhandels insgesamt über die Schweiz abgewickelt werde, wie Swissinfo mitteilte. Und etwa fünf bis zehn Milliarden Dollar würden von Russen jährlich zu Schweizer Banken transferiert. Nach den EU-Sanktionen vom 24.02.2022 hat die Schweiz sich den Sanktionen angepasst, wie der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis in einer außerordentlichen Erklärung abgab. In der Schweiz würden keine neuen Zahlungen von Personen auf der Sanktionsliste angenommen, ein Einfrieren der Vermögen und der Handel mit Rohstoffen wird nicht ausgeschlossen. Erst am 28.02. schließt sich die Schweiz den europäischen Sanktionen an und hat damit Russland die Möglichkeit eröffnet, vorher noch massive Finanzmittel abzuziehen.

Dämonischer Putin

Rosenberg warnt vor den negativen Folgen für Christen und Juden und forderte militärische, diplomatische, wirtschaftliche und gebeterfüllte Maßnahmen, kurz vor dem russischen Angriff. Putin bezeichnet er als Mann, mit dem man keine Geschäfte machen könne, er bezeichnet ihn als Mafiaboss, besessen von Macht und Reichtum, der bereit wäre zu rauben, zu töten oder zu zerstören. Putin sehe sich in der Tradition der russischen Zaren und er habe das „göttliche Recht“, mit eiserner Hand zu walten. Zudem wolle Putin den Zusammenbruch der NATO erwirken. Der nächste Angriff sei auf die baltischen Staaten, um die NATO ihre Untätigkeit und Handlungsunwilligkeit vorzuführen. Danach würden Syrien und der Iran Russlands Unterstützung anfordern, um Israel zu vernichten.

Evangelikale US-Christen über den Gog

In den USA erheben sich evangelikale Führer, die vom Beginn der Endzeit reden und sich Hesekiel 38, Verse 1-6 und weitere bedienen. In den Versen 1 bis 15 ist die Prophezeiung „gegen Gog aus Magog“ beschrieben, in den Versen 17 bis 23 „Gottes Gericht über Gog“. In einem Artikel der Jerusalem Post wird der Gründer des Christian Broadcasting Network (CBN), Pat Robertson, 91, erwähnt, der den Ukraine-Feldzug der Russen als möglichen Beginn der biblischen Endzeitprophezeiung bezeichnet. Pastor Greg Laurie von Harvest Christian Fellowship und der evangelikale Autor Joel Rosenberg zitieren ebenfalls Hesekiel und deuten an, dass das, was die Welt heute sieht, ein Vorläufer der „Schlacht von Gog und Magog“ sei. Solche Aussagen müssen unbedingt distanziert betrachtet werden, denn nur Gott alleine kennt den Zeitpunkt der zukünftigen Geschehen. Sicher ist, dass besonders in Krisenzeiten Demagogen auftreten, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, um die Welt zu ihrem Vorteil in den Abgrund reißen wollen, wie es vor über 80 Jahren Nazi-Deutschland getan hat. Und es treten selbsternannte „christliche Führer“ auf, die sagen, in welchem biblischen Zeitabschnitt wir uns aktuell befinden und damit Ängste schüren. Einige gehen sogar so weit, dass sie davon reden, dass der Messias in wenigen Jahren auf die Erde komme. Zudem entsteht ein gefährlicher Personenkult um diese „christlichen Führer“, denen viele naive Menschen folgen. Jesus sagt, dass nach Ihm viele Propheten auftreten werden und auch in Seinem Namen heilen werden, Er sie jedoch nicht kenne. Es sei erwähnt, dass die Anhänger Jesu auch schon bei der Zerstörung des Jüdischen Tempels von der Endzeit sprachen, genauso wie in der modernen Zeit, wenn es massive politische Krisen gab. Es gilt für jeden, die Lage zu beobachten und die Veränderungen zu registrieren und im Bedarfsfall zu handeln. Bis dahin kann sich jeder vorbereiten, zum Beispiel mit Nahrungs- und Hygienevorräten.

Aus der Luft betrachtet, gewinnt man einen sehr guten Blick auf das Tel Megiddo. (© IGTO)

Aus der Luft betrachtet, gewinnt man einen sehr guten Blick auf das Tel Megiddo. (© Israel_photo-gallery/flickr „TEL MEGIDDO – AERIAL VIEW_ITAMAR GRINBERG_IMOT“ CC BY-SA 3.0)

Biblische Bedrohung Israels

Ein Studium der Bibel verdeutlicht die Gefahr, die von Russland ausgeht. Es wird sichtbar, dass das Böse und das Gute ans Tageslicht treten, beide werden stärker, die Bedrohung des Guten wird zunehmen. Aus biblischer Sicht wird eine Macht aus Norden kommen und Israel zerstören. Es ist die Rede von einem „König des Nordens“ (Daniel 11,6.8.11.13.15.40). In der Bibel wird Assyrien am häufigsten als Feind genannt und spielt in den prophetischen Ereignissen eine Rolle. Insbesondere der Prophet Jesaja warnte vor den Assyrern (Jesaja 7,17; 8,7; 10,5). Diese Prophezeiungen hätten sich teilweise erfüllt, in der Endzeit würden die restlichen erfüllt werden. Jerusalem werde dann vom „Königs des Nordens“ überrollt. Besonders im vergangenen Jahrhundert, nach Gründung des israelischen Staates, gab es kriegerische Auseinandersetzungen mit Syrien, seinerzeit ohne Russland als Weltmacht.

In Daniel 8,23-25 ist zu lesen: „Aber gegen Ende ihrer Herrschaft, wenn das Maß der Frevler voll ist, wird aufkommen ein frecher und verschlagener König. 24Der wird mächtig sein und ungeheures Unheil anrichten, und es wird ihm gelingen, was er tut. Er wird die Starken vernichten. Und gegen das heilige Volk 25richtet sich sein Sinnen, und es wird ihm durch Betrug gelingen, und er wird überheblich werden, und unerwartet wird er viele verderben und wird sich auflehnen gegen den Fürsten aller Fürsten.“  (Lutherbibel 2017, Zitat mit freundlicher Genehmigung Deutsche Bibelgesellschaft). Nach Lesart von www.bibelkommentare.de wird es eine Macht von außen geben, mutmaßlich Russland, das nördlich von Israel liege, dazwischen liegt noch die Türkei. In Daniel 11,41-45 steht, dass der „König des Nordens“ eindringen und viele Länder zu Fall bringen werde. Es ist allerdings auch möglich, dass Russland der Feind aus dem Norden ist und China der Unterstützer.

Nach Jesaja 10,28-32 würde der „König“ mit einer gewaltigen Armee kommen, plötzlich und unerwartet. Israel habe bislang als jüdischer Staat  alle Angriffe abwehren können, diesen Angriff werde das jüdische Volk jedoch nicht abwehren können (Jesaja 5,26–30; 28,14–22Jeremia 4,5–9Joel 2,3–11Sacharja 12,2–4; 14,1.2). Neben Israel sollen weitere Länder besetzt und besiegt werden, auch solche, mit denen er vorher zusammen arbeitete. Zum Schluss werde Ägypten besetzt. Anschließend würden westliche und andere Heere sich in Armageddon versammeln, um gegen den „König“ in die Schlacht zu ziehen. Sie würden jedoch unterliegen und der „König des Nordens“ würde sich zwischen Mittelmeer und Jerusalem festsetzen (Jesaja 29, Sacharja 14).

Im Neuen Testament warnt Jesus: 4 Seid auf der Hut und lasst euch von niemand täuschen! 5 Viele werden unter meinem Namen auftreten und von sich behaupten: ›Ich bin der wiedergekommene Christus!‹ Damit werden sie viele irreführen. 6 Erschreckt nicht, wenn nah und fern Kriege ausbrechen! Es muss so kommen, aber das ist noch nicht das Ende. 7 Ein Volk wird gegen das andere kämpfen, ein Staat den andern angreifen. In vielen Ländern wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. 8 Das alles ist erst der Anfang vom Ende – der Beginn der Geburtswehen.« (Matthäus 24, 4-8; Mit freundlicher Genehmigung Deutsche Bibelgesellschaft, GNB)

Fazit: Israels Sicherheit ist gefährdet

Das aggressive und brutale Vorgehen Russlands gegen friedliche Staaten, legt die Bedrohung Israels offen. Putin hat Russland in den letzten zehn Jahren massiv aufgerüstet hat, zuletzt mit atomwaffenfähigen Hyperschallraketen. Die Verbündung Russlands mit dem Iran – der atomar aufrüstet – stellt für Israel eine massive Bedrohung dar, da es seit der Gründung des jüdischen Staates Irans erklärtes Ziel ist, Israel zu vernichten. Die zusätzliche Verbindung zu Syrien im Norden und Nordwesten Israels lässt die Bedrohung und ein Vielfaches steigen, zumal Russland inzwischen Israel verbal wegen der Golanhöhen angreift. Der Westen muss Putin mit allen Mitteln entgegen treten, militärisch und wirtschaftlich, um die demokratischen Länder der westlichen Welt vor dem Untergang zu bewahren. Israel hat gelernt, sich zu verteidigen, aber wenn der Westen versagt, wird Israel und somit Gottes Volk durch diabolische Kräfte vernichtet, so die Bibel. Das Wort Gottes erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden. Aussagen wie dass die Endzeit begonnen hat, stehen wir kritisch gegenüber, weil kein Mensch dieses wissen kann. Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, sondern zeigen lediglich Fakten und Bibelstellen auf. Gott alleine handelt, keine selbsternannten Propheten, die in christlichen Kreisen schon seit Jahrzehnten Auslegungen über die Endzeit verbreiten. Wir warnen eindringlich vor solchen Menschen.

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