Aktuelle Lage für Reiseinteressierte nach Israel

Interview mit ECC-Geschäftsführer Guido Völkel

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Aktuelle Lage für Reiseinteressierte nach Israel

Guido Völkel von ECC Studienreisen

Guido Völkel von ECC Studienreisen spricht über die Lage für Reiseinteressierte nach Israel (Foto: IsraelMagazin)

FRANKFURT (im) – Die Lage in Israel ist seit dem 7. Oktober 2023 für Touristen sehr angespannt und undurchsichtig. Reisewillige und Gruppenverantwortliche fragen sich, ob eine Reise jetzt oder in diesem Jahr noch möglich ist. Oder kann man erst 2025 wieder nach Israel reisen und einen sicheren Aufenthalt haben? Wir haben mit dem Geschäftsführer des Israel-Spezialisten ECC Studienreisen, Guido Völkel, gesprochen. Dieses Reisebüro ist immer auf dem aktuellsten Stand, was die Lage in Israel für Touristen und Pilger betrifft.

IsraelMagazin: Wie stellt sich die derzeitige Situation für Israel-Reiseinteressierte und Gruppen dar?

ECC: Die Reiselust der Reiseinteressierte für Israel ist seit dem 7. Oktober natürlich sehr gedämpft. Nach anfänglicher Hoffnung auf eine schnelle Beendigung der schrecklichen Geschehnisse ließ die Motivation eine Reise nach Israel durchzuführen stetig nach. Auch bei den verschobenen Reisen von 2024 auf 2025 spüren wir nur vorsichtige Motivation. 

IsraelMagazin: Wie ist die aktuelle Buchungssituation?

ECC: Keine der geplanten Frühjahrsgruppen wird stattfinden. Die meisten Gruppen im Sommer und Herbst sind ebenfalls storniert. Nur einige wenige unserer Herbstgruppen möchten noch bis zum letzten Moment abwarten und eventuell eine Solidaritätsreise machen. Ganz neue Anfragen für das nächste Jahr haben wir zurzeit noch wenige, aber dafür ist es ja auch noch ein wenig früh.

IsraelMagazin: Entscheiden sich die Israel-Reisegruppen für andere Reiseziele?

ECC: Zum Teil und zu unserer Freude ja. Als Ausweichziele werden gerne die Türkei, Italien, Spanien, Portugal oder Nordafrika mit Marokko und Tunesien gewählt. Die benachbarten Länder Ägypten und Jordanien werden aufgrund zur Nähe zu den kriegerischen Handlungen von manchen unserer Gruppen gemieden. Sehr schade, weil diese Länder logistisch reibungslos planbar sind und es sichere Reiseziele sind.

IsraelMagazin: Was planen Sie bezüglich der Israel-Reisen kurz-, mittel- und langfristig?

ECC: Unser Programmangebot umfasst zahlreiche Reisevorschläge für Israel und Palästina, von der 8-tägigen Kompakt- und Preiswert-Reise, über eine Wanderreise bis hin zur Begegnungsreise und umfassenden Rundreise und Kombinationsreisen nach Jordanien und bis in den Sinai. Da wir keine Reisekataloge mit festen Reiseterminen erstellen, sondern nur auf Anfrage für Reisegruppen wie Kirchengemeinden, Chöre, Erwachsenenbildungseinrichtungen, Verbände und Freundeskreise tätig werden, gehen wir gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort auf die Wünsche unserer Kunden ein und passen Reisedatum und Programmrouten individuell an. Daher ist keine unserer Reisen ist gleich.

IsraelMagazin: Kann man eine Reise für Herbst oder auch nächstes Jahr buchen und gegebenenfalls wieder stornieren und zu welchen Bedingungen?

ECC: Ganz grundsätzlich empfehlen wir einen Vorlauf von 12 Monaten oder mehr. In diesem Jahr sind kurzfristige Buchungen aber ohne weiteres machbar. Für Israelreisen sind unsere Partner sehr flexibel mit den Bedingungen, wir würden diese von Gruppe zu Gruppe und je nach Fluggesellschaft so flexibel wies möglich gestalten. Wichtige Voraussetzung dabei ist aber auch die Aufhebung der Reisewarnung seitens des Auswärtigen Amts.

IsraelMagazin: Wo kann man ungefährdet derzeit innerhalb Israels hinreisen?

ECC: Ich empfehle unsere 8-tägige Städtereise „Jerusalem – wo unser Glaube zu Hause ist“. Endlich einmal ausführlich und in Ruhe und mit Zeit die biblischen und archäologischen Stätten in Jerusalem und Bethlehem genießen, ohne den ganz großen Trubel, den man in Jerusalem ja fast immer hatte. Dafür ist bei den 8 oder 10-tägigen Pilgerreisen und Studienreisen meist zu wenig Zeit.

IsraelMagazin: Wann werden die ersten Gruppen wieder nach Israel reisen?

ECC: Meines Erachtens werden die allermeisten Gruppen erst dann wieder eine Israel-Reise planen, wenn es eine einvernehmliche politische Lösung zwischen Israel und den Palästinensern gibt, wie auch immer diese aussehen mag. Klar ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Gruppen unbeschwert, mit Vorfreude und ohne Sorge auf Reisen gehen möchten. Es wird aber auch Gruppen geben, die sich trotz der jetzigen Lagen nicht abhalten lassen nach Israel zu reisen, um sich entweder solidarisch zu zeigen oder weil ihnen das Heilige Land als Reiseziel einfach sehr wichtig ist.

IsraelMagazin: Wie können Sie für diese Gruppen einen reibungslosen Reiseablauf garantieren?

ECC: Garantieren können wir die Durchführung insofern, als dass die letzten Wochen und Monate gezeigt haben, dass Galiläa, Jerusalem und Betlehem weitestgehend von den kriegerischen Handlungen ausgespart blieben. Auch der Flughafen von Tel Aviv war die letzten zwei Monate durchgehend geöffnet. Dies wird sich meines Erachtens weiter stabilisieren, so dass die touristische Infrastruktur mit Hotels, Bustransfers und den Besichtigungen möglich und sicher sein wird.

IsraelMagazin: …vielleicht eine Chance für die ersten Touristen, die das Land wieder besuchen?

ECC: Naja, in gewisser Weise natürlich schon, weil man das Land und die Pilgerstätten jetzt aufgrund der wenigen Besucher in Ruhe und ohne Touristenmassen besichtigen kann. Aber bestimmt auch, und da bin ich mir sicher, weil man mit den Menschen in Israel jetzt intensiver ins Gespräch kommen kann und Begegnungen und Dialog mit den Kirchenvertretern, den sozialen Einrichtungen und unseren Freunden vor Ort eine andere Ebene und Tiefe bekämen. Die Bevölkerung Israels ist politisch sehr gespalten, das ergibt zwangsläufig auch Einblicke für uns Besucher, die einzigartig und wichtig sind. So gesehen durchaus auch eine Chance für Besucher und Wiederkehrer, aber ein Verkaufsargument wäre das dennoch nicht.

IsraelMagazin: Können Kirchengemeinden jetzt Gruppenreisen vorbereiten?

ECC: Für uns sind die Buchungen für das Jahr 2024 zu 90% abgeschlossen und wir stecken schon in den ersten Vorausplanung für 2025. Wer also jetzt noch für dieses Jahr im Herbst planen möchte, sollte dies bis Ende Februar/Mitte März tun. Der Vorlauf für Gruppenreise braucht mindestens 9 Monate, da die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meist langfristig planen und sich das Reisebudget entsprechend einteilen wollen. 3 Monate vor Reisebeginn sollte die Gruppengröße feststehen bzw. die meisten der Anmeldungen vorliegen.

IsraelMagazin: Wie wichtig ist Israel als Reiseziel für Sie als Veranstalter?

ECC: Sehr wichtig, und mit Italien im letzten Jahr die wichtigste Destination. Aber die Gewichtung der Reiseziele verteilt sich bei uns insgesamt sehr, so dass wir den plötzlichen Wegfall der Israelgruppen kompensieren können. Unser Länderportfolio ist breit gestreut, wir bieten Reisen in praktisch alle Kulturländer der Welt an. Sehr schlimm trifft es vor allem unsere Partner im Land, die vor einer langen Durststrecke stehen.

IsraelMagazin: Was kann man bei ECC erwarten?

ECC: Wir sind erreichbar, wendig und hören unseren Kunden zu. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ECC haben mindestens 20 Jahre Berufserfahrung. Und unsere äußerst zuverlässigen Partner in den Reiseländern kennen das Profil unserer Reisegruppen gut und wissen, wie gewissenhaft geplant und kostensensibel kalkuliert werden muss.

IsraelMagazin: Wann gibt es Informationsreisen für Gruppenplaner nach Israel?

ECC: Unsere nächste Reise für diese Verantwortlichen haben wir für Mitte Januar 2025 angesetzt. Es wäre so wichtig, vor allem auch für unsere Partner vor Ort, die Incoming Agentur, die Guides und die Hotels, wenn diese Reise stattfinden könnte, gefolgt von zahlreichen Gemeindereisen und Pilgerreisen in diese so einzigartige und wichtige Region.

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