Israel-ABC: Humus oder Hummus?
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Israel-ABC: Humus oder Hummus?

Jedes Restaurant serviert seine Hummus-Gerichte unterschiedlich - in dieser Variation mit Bohnen und Kichererbsen. (© Matthias Hinrichsen)

Jedes Restaurant serviert seine Hummus-Gerichte unterschiedlich – in dieser Variation mit Bohnen und Kichererbsen. (© Matthias Hinrichsen)

In Israel ist die Palette an fertigem Hummus in den Kühlregalen übermäßig. Angeboten werden reiner Hummus (850 Gramm für rund 3 Euro), Varianten in verschiedenen Geschmackrichtungen bis hin zu Hummus mit einer Schicht aus leckerem Pesto oben drauf. „Gelöffelt“ wird Hummus mit Fladenbrot, das in der Regel in 10er-Packs angeboten wird. Natürlich können Sie auch einen Löffel oder eine Gabel verwenden oder ein anderes Utensil, um dieses Grundnahrungsmittel zu genießen. In Restaurants kann man zwischen kaltem, feinen Hummus als Vorspeise und Hummus Massabacha, einem grob strukturierten Hummus mit ganzen Kichererbsen wählen, der dann warm serviert wird. Wenn Sie kurz nach Zubereitung im Lokal sind, könnte der feine Hummus auch noch warm sein.

Dieser Hummus ist vorbildlich hergestellt, glatt in der Konsistenz und - auf dem Foto nicht zu sehen - vorbildlich im Geschmack. (© Matthias Hinrichsen)

Dieser Hummus ist vorbildlich hergestellt, glatt in der Konsistenz und – auf dem Foto nicht zu sehen – vorbildlich im Geschmack. (© Matthias Hinrichsen)

Hummus – Schreibweise und Aussprache

Wenn man Freunden und Bekannten in Deutschland von Hummus erzählt, das oder den man in Israel gegessen habe, erntet man oft einen unwissenden Blick mit der Nachfrage, ob man Humus als Erde meine. Richtig ausgesprochen, käme diese Frage nicht vor, denn das H zu Beginn wird ähnlich dem Schweizer „ch“ ausgesprochen, perfekt wäre es weiter unten aus dem Rachen gesprochen wäre. Das „u“ wird zum „o“, was dann sich anhören würde wie „chommos“. Die Rede ist von einer Nationalspeise der Israelis: Hummus.

Perfektes Hummus-Gericht im Restaurant Abu Dabi in Tel Aviv. (© Matthias Hinrichsen)

Perfektes Hummus-Gericht im Restaurant Abu Dabi in Tel Aviv. (© Matthias Hinrichsen)

Hummus – mit zwei m

In Israel wird meist für diesen Buchstaben, wenn er in lateinischer Schrift geschrieben wird, ein H‘ verwendet. Um in der Schreibweise ein weiters Unterscheidungsmerkmal zu haben, wird (C)Hummus mit Doppel-m geschrieben. Im Original auf Hebräisch jedoch nur mit einem m, nämlich so: חוּמוּס, inklusive Punktierung. Von rechts nach links ergibt sich folgende Buchstabenfolge: H‘-u-m-u-s. Wie bei allen Transliterationen, so gibt es auch für Hummus einige weitere Varianten: Humus, Hommos, Hommus, Hummous, Houmus, Hoummous, Humos oder Homus. So recht passen die meisten dann doch nicht und die Verwirrung ist perfekt. Für den deutschsprachigen Raum, der Duden ist das Maß aller sprachlichen Dinge, hat man sich auf Hummus geeinigt.

Bei Abu Dabi in Tel Aviv gibt es auf Wunsch auch kostenlos Nachschlag. (© Matthias Hinrichsen)

Bei Abu Dabi in Tel Aviv gibt es auf Wunsch auch kostenlos Nachschlag. (© Matthias Hinrichsen)

Hummus – Zutaten

Doch bei allen Erklärungen über der Schreibweise dieser im Nahen Osten sehr weit verbreiteten Speise muss noch erklärt werden, was denn drin ist in dieser beigefarbigen Masse: Hummus ist ein Mus aus pürierten Kichererbsen, Sesampaste (Tahina), Olivenöl und weiteren Ingredienzen. Die Zubereitungsarten sind mehr oder weniger aufwändig. Manche verwenden Kichererbsen aus der Dose, doch diese sind mit Säuerungsmittel versetzt, was den letztlichen Geschmack beeinflusst. Besser sind die getrockneten Kichererbsen, die eingeweicht oder auch gekocht werden können. Wie bei allen Speisen gilt auch hier: je besser die Zutaten, desto besser der Geschmack.

Dieses Restaurant auf dem Carmelmarkt in Tel Aviv hat die originale Transliteration des hebräischen Wortes als Namen gewählt. (© Matthias Hinrichsen)

Dieses Restaurant auf dem Carmelmarkt in Tel Aviv hat die originale Transliteration des hebräischen Wortes als Namen gewählt. (© Matthias Hinrichsen)

Hummus – Rezept

Im Internet kursieren zahlreiche Rezepte dieser Nationalspeise Israel – und auch einiger arabscher Länder. Das nachfolgende Rezept ist nur ein Anhalt, je nach Geschmack können die Mengen variiert werden, manche mögen noch Kreuzkümmel dazu. Am besten, Sie probieren es selbst aus:

500 g getrocknete Kichererbsen (kochen oder einweichen)
80 g Sesampaste (Tahina)
1/4 Zitrone
2 Zehen Knoblauch
1 TL Salz
1/2 TL schwarzer Pfeffer
2 EL Olivenöl
1 Tasse Koch- oder Einweichwasser

Dieses wird als Hummus Massabacha serviert, einem warmem, grob strukturierten Hummus mit ganzen Kichererbsen. (© Matthias Hinrichsen)

Dieses wird als Hummus Massabacha serviert, einem warmem, grob strukturierten Hummus mit ganzen Kichererbsen. (© Matthias Hinrichsen)

Alle Zutaten zu einem sämigen bis glatten Brei pürieren. Ganz aufwändige Rezepte sehen ein Schälen der Kichererbsen mit anschließendem Streichen durch ein Sieb vor. Serviert wird das Ganze portionsweise auf Suppentellern. Dazu eine Kelle voll auf den Teller geben, mit einem Löffel furchen, Olivenöl darauf geben und mit Petersilie, scharfem Paprikapulver und etwas Kreuzkümmel garnieren. Guten Appetit! Oder wie es auf Hebräisch heißt: bete’awon!

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