Golgatha in der Grabeskirche Jerusalem

Öffnung zum Felsen Golgatha. (© Matthias Hinrichsen)

Der Felsen Golgatha (auch Golgotha oder Golgota), auf dem der Überlieferung nach Jesus gekreuzigt worden war, befindet sich nach überwiegender Ansicht von Archäologen direkt in der Grabeskirche. Es ist die elfte Station der Via Dolorosa, die allesamt in der Grabeskirche dort zu finden sind. Überbaut ist der Felsen mit dem griechisch-orthodoxen Kreuzannagelungsaltar, der an die Kreuzigung erinnern soll. Vor dem Altar stehen religiöse Menschen in einer Schlange an, um für zehn Sekunden die Steinplatte über dem Felsen zu erblicken und sie meist auch zu küssen. Mehr Zeit bleibt diesen Besuchern nicht, denn schnell ruft ein Priester zum Verlassen, damit die dahinter Wartenden ebenfalls diesen Ort besichtigen können, obwohl der Felsen selbst noch nicht einmal sichtbar ist. Der Ton der Priester ist rüde, aber anders scheinen manche nicht aus der kleinen Öffnung zurück beordert werden zu können, so ergriffen sind sie von dem Moment, der Todesstätte ihres Herren so nah zu sein. Manche älteren Frauen aus osteuropäischen Ländern habe ein Leben lang gespart, nur um einmal an diesen Ort zu sein. Diese sind vielleicht vergleichbar mit religiösen Juden, die sich an der Klagemauer drängen, wenn sie dem einstigen Tempel am nächsten sein wollen.

Golgatha mit Kreuannagelungsaltar

Golgatha ist mit dem Kreuannagelungsaltar in der Grabeskirche überbaut. (© Matthias Hinrichsen)

Es ist Fakt, dass fast alle christlichen Orte in Israel lediglich Gedenkstätten sind, weil nie nachgewiesen worden ist, dass Jesus auch wirklich dort gewesen ist. Das betrifft beispielsweise den Berg der Seligpreisungen, die Stelle, an der Jesus über den bevorstehenden Niedergang Jerusalems weinte oder den Garten Gethsemane. Sicher, die Orte sind heute mit diesen Ereignissen verbunden und jeder kann sie besuchen, aber in der Bibel gibt es keine genauen Beschreibungen der Orte des Geschehens. Bei der Grabeskirche sind sich fast alle Archäologen aber einig. Denn dieser Ort lag zu Jesu Zeiten außerhalb der Stadtmauer, die heute unterhalb der evangelischen Erlöserkirche zu sehen ist und die liegt nicht weit von der Grabeskirche entfernt. Aus wissenschaftlicher Sicht besteht kein Zweifel, dass es sich um den Felsen Golgatha handelt, auf dem Jesus der Überlieferung gekreuzigt worden ist.

Im Neuen Testament wird in allen vier Evangelien von der Kreuzigung Jesu berichtet:

Bibelstellen

Jesus am Kreuz: Lukas Kap. 23, Verse 33-46: Als sie zu der Stelle kamen, die »Schädel« genannt wird, nagelten die Soldaten Jesus ans Kreuz und mit ihm die beiden Verbrecher, den einen links von Jesus, den anderen rechts.

Jesus am Kreuz: Markus Kap. 15, Verse 21-32: „Sie brachten Jesus an die Stelle, die Golgota heißt, das bedeutet übersetzt »Schädelplatz«.“

Jesus am Kreuz: Matthäus Kap. 27, Verse 33-44: „So kamen sie an die Stelle, die Golgota heißt, das bedeutet »Schädelplatz«.“

Jesus am Kreuz: Johannes Kap. 19, Verse 17-27: „Er trug selber sein Kreuz aus der Stadt hinaus, bis zum sogenannten Schädelplatz – auf Hebräisch heißt er Golgota.“

Anmerkung: In der Gute Nachricht Bibel wird „Golgota“ verwendet, in der Lutherbibel „Golgatha“, was im allgemeinen Sprachgebrauch oftmals verwendet wird, zum Beispiel auch in Kirchen- und Gemeindeliedern.

Quelle: Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, Mit freundlicher Genehmigung © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Besucherinformationen

Grabeskirche Jerusalem

Öffnungszeiten: 5.00-21.00 Uhr (April-September), 5.00-20.00 Uhr (Oktober), 4.00-19.00 Uhr (November-März)
Eintritt frei
Besonderes: Schließungsritual durch die arabischen Hausherren; die Nacht in der Kirche verbringen (keine Betten vorhanden)

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