Spendenaufruf für das Kloster Tabgha

31.07.2015 (13:45) von | Kategorie: Pilger
Das zerstörte Atrium: Die Klosterpforte und der Diwan sind bis auf die Grundmauern niedergebrannt.  (© Dormitio Abtei)

Das zerstörte Atrium: Die Klosterpforte und der Diwan sind bis auf die Grundmauern niedergebrannt. (© Dormitio Abtei)

TABGHA (im) – Die Lage im Benediktinerkloster Tabgha ist nach dem Brandanschlag im Juni noch immer dramatisch. Zwar kommen Touristen und auch christliche Pilger langsam wieder nach Tabgha, doch ist die Stimmung in und um das Kloster bedrückt. Während die Brotvermehrungskirche selbst unbeschädigt blieb, ist das Atrium vollkommen zerstört. Auch ein Säulengang wurde sehr stark beschädigt. Zwei Menschen wurden bei dem Brandanschlag verletzt. Nur langsam findet das Benediktinerpriorat Tabgha wieder zu sich und sortiert sich neu. Der Schock sitzt noch tief. Eins ist aber schon jetzt sicher: Um die entstandenen Schäden zu beseitigen und an gleicher Stelle etwas neu aufzubauen, sind die Benediktiner des Klosters am See Genezareth ganz dringend auf Unterstützung in Form von Spenden angewiesen.

Kurz nach dem Anschlag kamen auch Rabbiner nach Tabgha, um ihre Bestürzung zum Ausdruck zu bringen.  (© Dormitio Abtei)

Kurz nach dem Anschlag kamen auch Rabbiner nach Tabgha, um ihre Bestürzung zum Ausdruck zu bringen. (© Dormitio Abtei)

Inzwischen sind die Aufräumarbeiten so weit fortgeschritten, dass für Besucher der Zugang zum Kloster wieder möglich ist. Schutt und Teile des zerstörten Dachs wurden bereits entfernt. Provisorische Verkaufsstände sichern dem Kloster jetzt wieder Einkünfte, denn auch der Klosterladen ist gänzlich niedergebrannt. Hilfe erreichte die Benediktiner auch von jüdischer Seite. Bereits am Tag nah dem Anschlag kamen Rabbiner nach Tabgha, um ihre Bestürzung zum Ausdruck zu bringen, aber auch um Solidarität zu zeigen. Von jüdischer Seite wurden zuletzt per Crowdfunding-Kampagne 50.000 NIS gesammelt, die dem Kloster zugute kommen und für Reparaturen eingesetzt werden sollen. Dazu aufgerufen hatte Yuli Edelstein, Sprecher des israelischen Parlamentes Knesset. Die Initiative dazu kam aber von Rabbi Alon Goshen-Gottstein, dem Leiter des Elijah Interfaith Institute.

Meterhohe Flammen schlagen in der Nacht aus dem Atrium. (© Dormitio Abtei)

Meterhohe Flammen schlagen in der Nacht aus dem Atrium. (© Dormitio Abtei)

Der Anschlag auf das Kloster wurde von der israelischen Polizei aufgeklärt. Fünf junge Männer wurden festgenommen. Gegen zwei von ihnen wird Anklage erhoben. Die mutmaßlichen Täter kommen aus dem nationalreligiösen Siedlungsmilieu.

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