180 Kilometer Pipeline zum Toten Meer wird konkret

02.12.2015 (14:42) von | Kategorie: Natur
Die geplante Pipeline wird rund 180 Kilometer durch die Wüste führen und das Rote mit dem Toten Meer verbinden. (© GoogleMaps)

Die geplante Pipeline wird rund 180 Kilometer durch die Wüste führen und das Rote mit dem Toten Meer verbinden. (Karte: © GoogleMaps)




JERUSALEM (im) – Die Planungen zur Rettung des Toten Meers werden endlich konkret. Die jordanische Regierung hat jetzt den 2013 mit Israel vertraglich festgelegten Bau einer Pipeline vom Toten zum Roten Meer ausgeschrieben. In einem Gemeinschaftsprojekt wollen Israel und Jordanien auf diese Weise die gänzliche Austrockung des Salzsees in der Wüste verhindern. Ein Teil des Wassers aus dem Roten Meer soll den Pegel im Toten Meer wieder nach oben befördern, ein anderer Teil wird entsalzt. Die Pipeline wird rund 180 Kilometer durch die Wüste auf jordanischem Staatsgebiet führen. Wissenschaftler bestätigten unlängst, dass ohne den Bau der Pipeline und dem damit verbundenen Wasserzufluss das Tote Meer bis zum Jahr 2050 komplett austrocknen würde.

Zuletzt sank der Wasserspiegel des Toten Meeres jedes Jahr um rund einen Meter. Lag der Salzsee 1970 noch gut 395 Meter unter dem Meeresspiegel, waren es zuletzt bereits 430 Meter. Aufgrund der massiven Wasserentnahme entlang des Flusses Jordan und auch im See Genezareth selbst, würde nicht mehr ausreichend Wasser in das Tote Meer nachfließen. Mit dem Bau der Pipeline soll einerseits das Tote Meer gerettet werden, aber auch Israel, Jordanien und die Palästinensische Autonomiebehörde sollen von der Maßnahme profitieren.

Der Wasserspiegel des Toten Meeres sank zuletzt jährlich um einen Meter. 1984 konnte man hier bei Einot Tzukim noch ins Wasser gehen. (© Bastian Glumm)

Der Wasserspiegel des Toten Meeres sank zuletzt jährlich um einen Meter. 1984 konnte man hier bei Einot Tzukim noch ins Wasser gehen, heute muss man zwei Kilometer gehen. (© Bastian Glumm)

In Entsalzungsanlagen soll das Meerwasser des Roten Meeres gleichzeitig in in der Region dringend benötigtes Nutzwasser umgewandelt werden, das auch in der Landwirtschaft aller drei Parteien Verwendung finden wird. Das Projekt ist vor allem bei Umweltschützern nicht unumstritten. Diese befürchten einerseits, dass Salzlake aus den Entsalzungsanlagen zurück ins Tote Meer gespült werden und dieses beschädigen könnte. Gleichzeitig befürchtet man auch eine Beschädigung der sensiblen Korallenlandschaft im Golf von Eilat.

Die jordanische Regierung erklärte jetzt, dass die Ausschreibung bis zum kommenden März andauern werde. In einer ersten Bauphase soll zunächst die Infrastruktur geschaffen werden, um jährlich rund 300 Millionen Kubikmeter Meerwasser aus dem Golf von Eilat abzupumpen. Auch eine neue Entsalzungsanlage wird gebaut. Die Kosten der ersten Bauphase beziffert das jordanische Ministerium für Wasser und Bewässerung auf rund 900 Millionen Dollar.

2 Kommentare zum Beitrag “180 Kilometer Pipeline zum Toten Meer wird konkret”
  1. Petra sagt:

    Nur logisch vom Roten Meer Wasser zu holen.

    Warum soll das die Korallen im Roten Meer gefährden? Da wird doch nichts eingeleitet. Nur Wasser entnommen. Brisanter sehe ich es im Toten Meer, vertragen sich da die Inhaltsstoffe?
    Ich gehe mal von aus, dass die Wissenschaftler das getestet haben.

    • im sagt:

      In der unterschiedlichen Zusammensetzung des Wassers liegt das größte Problem, denn keiner kann die Auswirkungen für das Tote Meer voraussagen. Um den Salzgehalt des Wassers aus dem Roten Meer zu erhöhen, könnte dieses mit der Salzlake aus den Entsalzungsanlagen angereichert werden.

      In das Rote Meer könnte laut Gegner Salzlake aus der Aufbereitungsanlage wieder eingeleitet werden.

      Die Details sind der Öffentlichkeit noch nicht bekannt.

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