180 Kilometer Pipeline zum Toten Meer wird konkret
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180 Kilometer Pipeline zum Toten Meer wird konkret

Die Markierung zeigt die Wasserstandslinie des Toten Meeres von 1984. Heute ist der Strand vier Kilometer entfernt und mehrere Meter tiefer.  (© Matthias Hinrichsen)

Die Markierung zeigt die Wasserstandslinie des Toten Meeres von 1984. Heute ist der Strand vier Kilometer entfernt und mehrere Meter tiefer. (© Matthias Hinrichsen)

JERUSALEM (im) – Die Planungen zur Rettung des Toten Meers werden endlich konkret. Die jordanische Regierung hat jetzt den 2013 mit Israel vertraglich festgelegten Bau einer Pipeline vom Toten zum Roten Meer ausgeschrieben. In einem Gemeinschaftsprojekt wollen Israel und Jordanien auf diese Weise die gänzliche Austrockung des Salzsees in der Wüste verhindern. Ein Teil des Wassers aus dem Roten Meer soll den Pegel im Toten Meer wieder nach oben befördern, ein anderer Teil wird entsalzt. Die Pipeline wird rund 180 Kilometer durch die Wüste auf jordanischem Staatsgebiet führen. Wissenschaftler bestätigten unlängst, dass ohne den Bau der Pipeline und dem damit verbundenen Wasserzufluss das Tote Meer bis zum Jahr 2050 komplett austrocknen würde.

Zuletzt sank der Wasserspiegel des Toten Meeres jedes Jahr um rund einen Meter. Lag der Salzsee 1970 noch gut 395 Meter unter dem Meeresspiegel, waren es zuletzt bereits 430 Meter. Aufgrund der massiven Wasserentnahme entlang des Flusses Jordan und auch im See Genezareth selbst, würde nicht mehr ausreichend Wasser in das Tote Meer nachfließen. Mit dem Bau der Pipeline soll einerseits das Tote Meer gerettet werden, aber auch Israel, Jordanien und die Palästinensische Autonomiebehörde sollen von der Maßnahme profitieren.

In Entsalzungsanlagen soll das Meerwasser des Roten Meeres gleichzeitig in in der Region dringend benötigtes Nutzwasser umgewandelt werden, das auch in der Landwirtschaft aller drei Parteien Verwendung finden wird. Das Projekt ist vor allem bei Umweltschützern nicht unumstritten. Diese befürchten einerseits, dass Salzlake aus den Entsalzungsanlagen zurück ins Tote Meer gespült werden und dieses beschädigen könnte. Gleichzeitig befürchtet man auch eine Beschädigung der sensiblen Korallenlandschaft im Golf von Eilat.

Die jordanische Regierung erklärte jetzt, dass die Ausschreibung bis zum kommenden März andauern werde. In einer ersten Bauphase soll zunächst die Infrastruktur geschaffen werden, um jährlich rund 300 Millionen Kubikmeter Meerwasser aus dem Golf von Eilat abzupumpen. Auch eine neue Entsalzungsanlage wird gebaut. Die Kosten der ersten Bauphase beziffert das jordanische Ministerium für Wasser und Bewässerung auf rund 900 Millionen Dollar.

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