Magdala (Magdala Center)

Spirituelles Zentrum des Magdala Centers ist der Raum "Duc In Altum", in dem Pilgergruppen Gottesdienste erleben können. (© Matthias Hinrichsen)

Spirituelles Zentrum des Magdala Centers ist der Raum „Duc In Altum“, in dem Pilgergruppen Gottesdienste erleben können. (© Matthias Hinrichsen)

Das historische Magdala am Westufer des See Genezareth in Galiläa findet im Neuen Testament der Bibel Erwähnung. Dort lebte der Überlieferung nach Maria, auch Magdalena genannt, die eine Anhängerin Jesu gewesen ist. Ihre Person ist im Neuen Testament mehrfach genannt, insbesondere in Bezug auf die Osterereignisse. Diese reichen von der Kreuzigung Jesu in den Evangelien von Markus und Matthäus (Mk 15,40-41 und Mt 27,55-56) bis hin zur Begegnung mit dem auferstandenen Jesus (Joh 20,14-15). Das Magdala-Center, errichtet unter der von Notre Dame in Jerusalem, hat allerdings keinen direkten Bezug zum Thema, sondern entwickelt sich immer mehr zu einem kommerziellen Ort.

Magdala Center – Geld regiert diesen Ort

Das 2012 eröffnete Magdala Center möchte Pilgern einen Ort der Erinnerung bieten. Doch leider ist immer mehr festzustellen, dass es ein Ort des Geldes sein wird. Eintritt zu nehmen bei christlichen Orten ist eigentlich nicht üblich. Dass man in Kapernaum drei Shekel (70 Cent) und zur Kirche der Seligpreisungen zehn Shekel (2,30 Euro) bezahlen muss, ist nachvollziehbar und auch akzeptabel. Der Eintritt auf das Areal des Magdala Center verlangen die Eigentümer unglaubliche 50 Shekel (11,50 Euro!) Eintritt.

Was bekommt der Besucher dafür geboten? Ein modernes Gebäude, ein paar schöne Malereien, die Überreste einer Synagoge (nach Forscheransicht aus der Zeit Jesu), ein paar Überreste von damaligen Häusern. Das war’s! Aufgrund dieser großen Diskrepanz von Leistung und Eintrittshöhe, sehen wir von einer Empfehlung ausdrücklich ab. Als Alternativen empfehlen wir: die Brotvermehrungskirche in Tabgha, Kapernaum, die Kirche der Seligpreisungen und eine Wanderung auf dem Berg der Seligpreisungen.

Kunstvoller Vorraum im Magdala Center. (© Matthias Hinrichsen)

Kunstvoller Vorraum im Magdala Center. (© Matthias Hinrichsen)

Magdala – zu Zeiten Jesu

Das historische Magdala war zu Jesu Zeiten eine bedeutende Stadt an der Küste des See Genezareth, gegründet Jahrhunderte vom nicht weit entfernten Tiberias. Der Anführer des jüdischen Aufstandes gegen die Römer hatte seinen Sitz in Magdala, und er erwähnte diesen Ort in seinen Aufzeichnungen. Magdala hat später seine Bedeutung als Geburtsort von Maria Magdalena, die wohl bedeutendste Jüngerin Jesu, erlangt. Nach dem ersten Jahrhundert verlor der Ort an Bedeutung und geriet in Vergessenheit, bis zu seiner Entdeckung in den letzten Jahren.

Eine Sensation für Archäologen und Religionsexperten war der Fund einer Synagoge in dieser Region aus Jesu Zeit. (© Matthias Hinrichsen)

Eine Sensation für Archäologen und Religionsexperten war der Fund einer Synagoge in dieser Region aus Jesu Zeit. (© Matthias Hinrichsen)

Magdala – historische Funde

Während der Ausgrabungen im Archäologischen Park (der den Namen eigentlich nicht verdient, weil er nicht die Größe und Qualität anderer Historischer Parks hat) des Magdala Center kam eine Synagoge aus Jesu Zeit zutage, was durch die Israelische Altertumsbehörde offiziell bestätigt sein soll. Zu Tage kam auch der „Magdala Stein“, den einige Wissenschaftler als Bimah, einem Podest zur Lesung der Torah, ansehen. Er könne aber auch Teil eines Altars oder Tischs sein. Dieser antike „Magdala Stein“ ist nach Meinung von Fachleuten die wichtigste archäologische Entdeckung Israels in den letzten 50 Jahren, denn auf dem Stein ist eine Menorah eingraviert, was niemals zuvor in dieser Art an einem Ort der Anbetung gefunden wurde.

Überreste des  historischen Magdala aus Jesu Zeit. (© Matthias Hinrichsen)

Überreste des historischen Magdala aus Jesu Zeit. (© Matthias Hinrichsen)

Weiter ist ein Feuerwagen eingraviert, der in dieser Art nie zuvor in Israel entdeckt wurde. Dieses jüdische Symbol wird mit dem Ersten Jüdischen Tempel in Jerusalem in Verbindung gebracht. Auf dem Areal sind Ritualbäder, Wohn- und Marktbereiche, Fisch verarbeitende Orte und Hafenbereiche entdeckt worden und heute gut zu erkennen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dort einer der Hauptentladestellen für Fisch gewesen ist, denn es wurden mehrere Becken entdeckt, die nach Ansicht der Wissenschaftler zur Reinigung und Lagerung der Fänge verwendet und anschließend auf dem Markt verkauft worden sind. Es wird angenommen, dass der Fischfang und -handel seinerzeit zu den Haupteinnahmequellen der Bewohner galt und durch die unmittelbare Nähe zur Via Maris, der Haupthandelsroute im Mittleren Osten, zu einem der wichtigsten Orte der Region zählte.

Gemälde im Inneren mit der Darstellung Jesu und Magdalena. (© Matthias Hinrichsen)

Gemälde im Inneren mit der Darstellung Jesu und Magdalena. (© Matthias Hinrichsen)

Magdala Center – gespendet von Mexikanern

Das Magdala Center ist ein Projekt einer mexikanischen Gruppe von Christen und wird durch Spenden aus aller Welt finanziert. Pater Juan María Solana, Direktor des Pontifical Institute of Notre Dame in Jerusalem, hebt die herausragende Bedeutung des Magadala Center für Christen als Vermächtnis von Maria Magdalenas Geburtsort hervor. Dort werde auch die Würde und Rolle der Frau im religiösen Kontext gewürdigt.

Das „spirituelle Zentrum“ (Selbstbezeichnung) „Duc in Altum“ ist in drei Sektionen unterteilt: das Auditorium, die Kapelle und eine ökumenische Krypta. Seine achteckige Form erinnert an einen byzantinischen Kirchenbau und bietet im Hauptraum bis zu 360 Menschen Platz. Die Erbauer wollen damit ein einmaliges Pilgererlebnis am See Genezareth bieten. Jede der vier Kapellen, die jeweils mit wunderschönen Mosaiken verziert sind, hat eine Kapazität zwischen 40 und 50 Personen und ist ausreichend für die meisten Reisegruppen. Die Mosaike, entworfen von María de Jesús Hernández, zeigen biblische Szenen aus Jesu Zeit wie die Auferweckung der Tochter des Jairus (Markus 5, 21-43), die Ernennung seiner Jünger oder das Wandeln auf dem Wasser. Noch eine Besonderheit der Krypta sollte erwähnt werden: Der Boden ist mit Original Steinen aus dem historischen Hafenmarkt gepflastert.

Besucherinformationen

Magdala Center

Empfehlung zurückgezogen!
Migdal Kreuzung, Straße 90, Galiläa
Öffnungszeiten: täglich 8.00-18.00 Uhr
Eintritt: 50 Shekel (11,50 Euro)!
Zugang östlich des neuen Einkaufszentrums (diese Zufahrtstraße nutzen)
Telefon +972-4-6209900, mobil +972-5-72261469
Internet: www.magdalacenter.com

Magdala