Berg der Seligpreisungen

Vom Berg der Seligpreisungen hat man einen fantastischen Ausblick über den See Genezareth, Tiberias ist im Hintergrund zu erkennen. (© Matthias Hinrichsen)

Vom Berg der Seligpreisungen hat man einen fantastischen Ausblick über den See Genezareth, Tiberias ist im Hintergrund zu erkennen. (© Matthias Hinrichsen)

Seicht erhebt sich der Berg der Seligpreisungen vom Nordufer des Sees Genezareth in Richtung Norden, vereinzelt kultiviert mit Bananenplantagen, die sich mit Olivenhainen und Wiesen abwechseln. Dort hielt Jesus der Überlieferung nach seine berühmte Bergpredigt, die im Evangelium des Matthäus (Mt 5-7) zu finden ist. Gleich zu Beginn der Bergpredigt spricht Jesus in den Versen 3-11 die Seligpreisungen aus – daher die Bezeichnung „Berg der Seligpreisungen“ -, die für Christen sehr bedeutend sind.

Als Jesus die Menschenmenge sah, stieg er auf einen Berg und setzte sich. Seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie, was Gott jetzt von seinem Volk verlangt.

Wer sich freuen darf… (Die Seligpreisungen)
Er sagte: »Freuen dürfen sich alle, die nur noch von Gott etwas erwarten – mit Gott werden sie leben in seiner neuen Welt.
Freuen dürfen sich alle, die unter dieser heillosen Welt leiden – Gott wird ihrem Leid ein Ende machen.
Freuen dürfen sich alle, die unterdrückt sind und auf Gewalt verzichten – Gott wird ihnen die Erde zum Besitz geben.
Freuen dürfen sich alle, die danach hungern und dürsten, dass sich auf der Erde Gottes gerechter Wille durchsetzt – Gott wird ihren Hunger stillen.
Freuen dürfen sich alle, die barmherzig sind – Gott wird auch mit ihnen barmherzig sein.
Freuen dürfen sich alle, die im Herzen rein sind – sie werden Gott sehen.
Freuen dürfen sich alle, die Frieden stiften – Gott wird sie als seine Söhne und Töchter annehmen.
Freuen dürfen sich alle, die verfolgt werden, weil sie tun, was Gott will – mit Gott werden sie leben in seiner neuen Welt.
Freuen dürft ihr euch, wenn sie euch beschimpfen und verfolgen und verleumden, weil ihr zu mir gehört.
Freut euch und jubelt, denn bei Gott erwartet euch reicher Lohn. So haben sie die Propheten vor euch auch schon behandelt.«

(Matthäus Kap. 5, Verse 1-12)

Quelle: Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Pilgergruppe an zwei Gedenksteinen auf dem Berg der Seligpreisungen. (© Matthias Hinrichsen)

Pilgergruppe an zwei Gedenksteinen auf dem Berg der Seligpreisungen. (© Matthias Hinrichsen)

Der Berg der Seligpreisungen ist bei Pilgern und christlichen Besuchern beliebt. Dort können Sie zum einen „Jesu Spuren“ ganz praktisch erleben und von Tabgha am Ufer des See Genezareth die Erhebung zu besteigen (es ist nicht sehr anstrengend), am besten bis zur Kirche der Seligpreisungen. Von dort aus führt ein Weg wieder hinab. Auf halber Wegstrecke sind zwei Gedenksteine aufgestellt, die an die Gegenwart Jesu und seiner Bergpredigt erinnern. Dort halten Gruppen auch gerne inne, um sich im Gebet zu vertiefen und sich vielleicht auch vorzustellen, wie Jesus hier zu vielen Menschen sprach.

Der Berg der Seligpreisungen ist eine kleine Erhebung am Nordufer des See Genezareth. Im Vordergrund ist Tabgha gelegen, die Kirche der Seligpreisungen am linken Bildrand auf der Erhebung. (© Matthias Hinrichsen)

Der Berg der Seligpreisungen ist eine kleine Erhebung am Nordufer des See Genezareth. Im Vordergrund ist Tabgha gelegen, die Kirche der Seligpreisungen am linken Bildrand auf der Erhebung. (© Matthias Hinrichsen)

Es ist nicht überliefert, ob Jesus direkt am höchsten Punkt des heutigen Berg der Seligpreisungen gestanden hat oder unten am Fuß, um die natürliche Akustik zu nutzen, wie es bei römischen Theatern üblich zu sehen und hören ist oder wo genau er die Seligpreisungen verkündete. Auf der Anhöhe steht die Kirche der Seligpreisungen mit angegliedertem Kloster. Der romantisch anmutende Bau wurde 1937 fertiggestellt und ist von Antonio Barluzzi, italienischer Franziskaner-Mönch und Architekt zugleich, der unter anderem auch Dominus Flevit am Ölberg gebaut hat, entworfen. Der achteckige Grundriss ist Sinnbild für die acht Seligpreisungen. Bei Besuchern besonders beliebt ist der Ausblick auf den See Genezareth.

Entstand 1937 aus schwarzem Basalt und weißem Kalkgestein. (© Matthias Hinrichsen)

Die Kirche wurde 1937 aus schwarzem Basalt und weißem Kalkgestein errichtet. (© Matthias Hinrichsen)

Berg der Seligpreisungen – Berufung der zwölf Apostel
Weniger bekannt ist, dass Jesus auf dieser Anhöhe auch seine zwölf Jünger ausgewählt haben soll, wie im Evangelium Lukas, Kapitel 6, Verse 12-13, nachzulesen ist.

Von der Kirche führt ein Weg den Hügel des Berg der Seligpreisungen hinab bis zur Verbindungsstraße Tabgha – Kapernaum. Auf halber Höhe erinnert ein Gedenkstein an die Bergpredigt von Jesus, und Pilgergruppen halten auch gerne an, um die Bibeltexte zu lesen oder auch zu beten.

Tipp: Gleich in der Nähe sind weitere sehenswerte Orte, wie die Brotvermehrungskirche Tabgha, Kapernaum und Korazim.

Besucherinformationen

Berg der Seligpreisungen

Der Hügel am Nordufer ist nicht gesondert ausgeschildert. Orientierungspunkt ist die Kirche der Seligpreisungen, die auf dieser kleinen Erhebung steht und die sich bis kurz vor das in Sichtweite liegende Ufer des See Genezareth zieht.

Berg der Seligpreisungen