Belvoir (Kokhav Hayarden)

Die Ecktürme markieren eindrucksvoll die imposanten Ausmaße der ehemaligen Kreuzfahrerfestung Belvoir. (© Matthias Hinrichsen)

Die Ecktürme markieren eindrucksvoll die imposanten Ausmaße der ehemaligen Kreuzfahrerfestung Belvoir. (© Matthias Hinrichsen)

Die Festung Belvoir in Untergaliläa.

Belvoir (Kokhav HaYarden) National Park
Seine spektakuläre Aussicht gab der Festung seinen Namen: Belvoir bedeutet „beautiful view“ – wunderschöne Aussicht. Die einstmalige Festung steht auf einem Basaltgebiet südlich des Sees Genezareth am Rande eines Plateaus (Issachar) in über 300 m Höhe. Darunter zieht sich das 550 m tiefer gelegene Jordan-Tal Richtung Süden ausladend hin. Die Zahlen drücken den beeindruckenden Blick in das Tal nur wenig aus – Sie müssen dort gewesen sein! Aber das bezieht sich auf alles in Israel, denn vor Ort entfaltet das Land erst seine wahre Wirkung.

Belvoir – Spektakuläre Festung der Kreuzfahrer

Im Jahre 1168 kauften Kreuzfahrer dieses Land von französischen Edelleuten namens Velos und errichteten eine spektakuläre Festung mit einer Grundfläche von über 12.ooo Quadratmetern, die eine der größten architektonischen Errungenschaften seiner Zeit darstellt. In den ersten zehn Jahren gab es an diesem Ort keine kriegerischen Auseinandersetzung bis die Truppen des verfeindeten Generals Saladin an der Herrschaft des Kreuzfahrerreiches rüttelten.

Die Aufenthaltsräume. (© Matthias Hinrichsen)

Die Aufenthaltsräume. (© Matthias Hinrichsen)

In dramatischen Kriegen von 1181 bis 1183 konnten die Moslems die Festung nicht einnehmen. Auch als das erste Kreuzfahrer-Königreich fiel, 1187 bei Hittin, kapitulierten die Kreuzfahrer dieser Festung während der gesamten Belagerungszeit nicht. Die Moslems hatten inzwischen Jerusalem, Akko und die große Festung bei Safed erobert, doch Belvoir konnten sie nicht einnehmen. Erst 1189, nach eineinhalbjähriger zermürbender Belagerung, waren die Moslems durch eine Unterspülung der östlichen Mauern erfolgreich, sodass die Kreuzfahrer ihren Widerstand aufgaben.

Die Zisterne mit seitlichem Zugang und Luke in der Decke. (© Matthias Hinrichsen)

Die Zisterne mit seitlichem Zugang und Luke in der Decke. (© Matthias Hinrichsen)

Mit der Skizze wird es deutlicher: äußere und innere Festung. (© Matthias Hinrichsen)

Mit der Skizze wird es deutlicher: äußere und innere Festung. (© Matthias Hinrichsen)

Belvoir – Spiralförmig zum Zentrum gelangen

Am besten erkunden Sie Belvoir in einem Rundgang. Dazu müssen Sie zuerst am rechten Graben entlang zum vorderen Ende gehen. Sollten Sie über die Brücke hineingehen, gehen Sie den empfohlenen Weg rückwärts. Nicht weiter schlimm, aber doch etwas irritierend. Am vorderen Ende befindet sich der Oberservationspunkt mit Karten zur Orientierung. Die Größe der Festung können Sie am besten erfassen, wenn Sie einmal im Graben wandeln.

Belvoir – Gewaltige Mauern, Bögen und Fensterluken

Die Tour beginnt richtig, wenn Sie durch das Haupttor am südöstlichen Ende (vorne rechts) eintreten. Die gewaltigen Mauern, Bögen, Fensterluken und Stufen sind Zeugen einer Zeit als es wohlhabenden und herrschaftlichen Männern vorbehalten war, „Ehren“ zu erlangen.  Auf der Westseite haben Sie einen grandiosen Fernblick in das Jordan-Tal. Können Sie sich vorstellen, wie die Kreuzfahrer von hier oben auf ihre Feinde blickten oder einfach nur den Ausblick genossen haben?

Die Grundfläche der Festung entspricht zwei Fußballfeldern! (© Matthias Hinrichsen)

Die Grundfläche der Festung entspricht zwei Fußballfeldern! (© Matthias Hinrichsen)

Im Grunde sind alle Bereiche der Festung absolut sehenswert. Als herausragend wollen wir aber äußeren Türme und die Zisterne nennen. Die architektonische und verteidigungsstrategische Besonderheit liegt in der inneren Festung – eine Burg in der Burg mit einer Grundfläche von 40 x 40 Metern.

Auch wenn der Sinn nach heutiger Überlegung fraglich ist – sobald der Feind die äußere Anlage erobert hat ist es nur eine Frage der Zeit, auch den inneren Teil einzunehmen – kann man sich am Einfallsreichtum der damaligen Bauherren erfreuen. Und nicht zuletzt geben die steinernen Gewölbekonstruktionen den gewaltigen Anstrengungen bei der Errichtung eine anerkennende Dimension.

Israel Nature and Park AuthorityBesucherhinweise

  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Geeignet für: Fußgänger
  • Zeitbedarf: 1 Stunde
  • Beste Besuchszeit: ganzjährig
  • Besonders sehenswert: überwältigende Fernsicht, Gewölbekonstruktionen
  • Ausstattung und Attraktionen: Picknick-Bereich, Aussichtsbereiche, Turmakin Skulptur Garten (gegenüber), Anm.: der Zugang zur Geier-Station ist gesperrt
  • Öffnungszeiten: April-September 8.00-17.00 Uhr; Oktober-März 8.00-16.00 Uhr; letzter Einlass eine Stunde vor Schließung
  • Telefon: 04-658-1766
  • Eintritt: Erwachsene NIS 22/Kinder NIS 10, Gruppen ab 30 Personen NIS 19/8; Rentner: 50% Nachlass; Übernachtung auf dem Campingplatz pro Nacht NIS 40/30
  • Rollstuhleignung: teilweise
  • Anfahrt mit dem Auto: Auf der Straße Nr. 90 Tiberias – Bet She’an; nördlich von Bet She’an abbiegen auf die Straße 717, diese ist sehr schmal und unscheinbar und führt in hügeligem Gelände nach 15 km ans Ziel.

Die Angaben basieren auf Informationen der Israel Nature and Parks Authority / 2013 / Änderungen sind möglich.

Schreibweisen: Belvoir, Kochav Hayarden, Kokhav HaYarden

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