Israel mit allen Sinnen – ein Intensivkontakt

01.02.2015 (00:01) von | Kategorie: Allgemein
Dem Süden entgegen, mit der israelischen Fluggesellschaft El Al. (© IsraelMagazin/Matthias Hinrichsen)

Dem Süden entgegen, mit der israelischen Fluggesellschaft El Al. (© IsraelMagazin/Matthias Hinrichsen)

Logo Israel Advertisement Das tiefe Blau des Himmels dreht ins Schwarze, je mehr der Blick in die Weiten des Alls schweift. In starkem Kontrast hebt sich der Davidstern auf weißem Grund der Flügelspitze deutlich ab. Ich sitze am Fenster einer Boeing der israelischen Fluggesellschaft EL AL, die Gedanken schweifen in Richtung Zielland, den einzigen jüdischen Staat der Welt – Israel. Es soll eine Reise mit allen Sinnen sein, so ganz anders, als die Fragmente bildenden Schnipsel der Massenmedien, die zuflüstern, das Land sei gefährlich.

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Aufsetzen am Internationalen Flughafen Ben Gurion, vorbei an großen Lettern, die das Hauptterminal verkünden. Der Weg zum Ausgang führt vorbei an der Abflughalle. Der erste Blick auf das moderne Israel – rund, großzügig, international. Ein Stempel in den Reisepass gibt es nicht mehr bei der Einreise, dafür ein kleines Zettelchen mit einer dreimonatigen Aufenthaltsgenehmigung und erwartungsfrohe Minen bei vielen Mitfliegern.

Die Menschen am Strand von Tel Aviv genießen das Leben. Bei 14 Kilometer Länge ist für alle Aktivitäten Platz.

Die Menschen am Strand von Tel Aviv genießen das Leben. Bei 14 Kilometer Länge ist für alle Aktivitäten Platz. (© IsraelMagazin/Matthias Hinrichsen)

Sechs Klimazonen erwarten mich in einem Land, das gerade einmal so groß ist, wie ein Viertel der Fläche Österreichs. Im Nordosten Gebirgsklima in über 2000 Metern Höhe, im Süden heiße afrikanische Temperaturen am Roten Meer, dazwischen mediterranes Wetter in diversen Ausprägungen. Den Einstieg bildet Tel Aviv, 1909 von 66 jüdischen Familien gegründet, denen das 5000 Jahre alte Jaffa zu eng war. Der 14 Kilometer lange Mittelmeer-Strand bietet jedem seinen Abschnitt, orthodoxen Juden, Arabern, Schwulen und Touristen. Die salzige Meeresbrise dringt in die Lungenflügel und vertreibt die letzten Reste mitteleuropäischen Miefs, die Sonne hebt das Gemüt merklich. Die Menschen sind entspannt, ich inzwischen auch.

Das Angebot an frischem Obst ist riesig, der Geschmack erheblich intensiver als Exportware, die in Deutschland verkauft wird. (© IsraelMagazin/Matthias Hinrichsen)

Das Angebot an frischem Obst ist riesig, der Geschmack erheblich intensiver als Exportware, die in Deutschland verkauft wird. (© IsraelMagazin/Matthias Hinrichsen)

Der Duft von reifen Mangos, Mischungen orientalischer Gewürze und Mittelmeerfisch zieht über den Carmelmarkt, Tel Avivs Einkaufsquelle für Spitzenköche genauso wie Einheimische, die auf ihre Ausgaben achten müssen. Im Gewühl aus Klamotten, frischem Obst und appetitlich gebräunten Backwaren blinzelt das hellblaue Schild eines Hummus-Restaurants entgegen. Das Nationalgericht wird täglich frisch zubereitet, mehrere hundert Portionen – fein püriert und mit Olivenöl, Sesampaste und Gewürzen abgestimmt. Ein purer Genuss! Genauso wie die 4.000 Gebäude der „Weißen Stadt“, errichtet zum größten Teil von jüdischen Bauhaus-Architekten in den 1930er und 1940er Jahren, nachdem sie vor den Nazis geflohen war. Runde Balkone, Lichtbänder vor den Treppenhäusern und die sonnenabweisende weiße Farbe sich charakteristisch.

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Das Kontrastprogramm bietet En Bokek am Toten Meer. Stille liegt über dem tiefsten Punkt der Erde, einem Salzsee mit Heilwirkung. Eine halbe Stunde rücklings Schweben im Wasser, das sich ölig zwischen den Fingern verteilt, untergehen ist unmöglich. Abends offerieren die Buffets der Hotels ein wahres Feuerwerk der kulinarischen Kunst im neuen israelischen Stil. Das ist ein Gemisch aus jüdischer Küche aus Ost- und Südeuropa, arabischer Küche und Einflüsse der weltweiten Esskulturen, denn die Israelis bereisen in jungen Jahren gerne den Globus. Am nächsten Morgen glitzern die ersten Sonnenstrahlen auf der fast planen Oberfläche des Toten Meeres, die Salzkrusten in Ufernähe sind Zeugnis des immens hohen Salzgehaltes, der einer Sole gleicht.

Ali stammt aus einer Beduinenfamilie, er verdient sein Geld mit Jeep-Touren in die Wüste und verrät Besuchern dessen Geheimnisse. (© IsraelMagazin/Matthias Hinrichsen)

Ali stammt aus einer Beduinenfamilie, er verdient sein Geld mit Jeep-Touren in die Wüste und verrät Besuchern dessen Geheimnisse. (© IsraelMagazin/Matthias Hinrichsen)

Nach dem Luxus-Frühstücksbuffet steht Ali mit seinem Jeep vor dem Hoteleingang, die Frontscheibe seines Geländewagens nach vorne heruntergeklappt. Der Abenteurerblick aus braun gebrannten Gesichtszügen dieses Beduinen und freie Sitzplätze laden zu einer Jeep-Tour im Negev ein. Mit einer Mischung aus Stolz, fahrerischem Können und unbestechlichem Wissen, weiht er mich in die Geheimnisse der Wüste Israels ein, meistert mit heulendem Motor die unbefestigten Fahrwege und bietet bei einem frisch zubereiteten Tee die Stille der Wüste.

Ganz anders ist der fruchtbare Norden Israels. Galiläa, für Christen eine der zentralen Regionen im Wirken von Jesus, ist überzogen von Olivenbaumplantagen. Millionen der knorrigen Bäume liefern jedes Jahr den Grundstoff für exzellentes Speiseöl von hervorragender Qualität, das Salaten auf unnachahmliche Weise eine feine Geschmacksnote verleiht. Israel ist aber auch Heimat von Datteln, Orangen, Bananen, Feigen, Mangos, Kirschtomaten, Kräuter und Avocados. Die Liste der landwirtschaftlichen Erzeugnisse ließe sich noch lange weiter führen, Qualität und Geschmack haben Weltniveau.

Die German Colony am Fuße der Bahaii-Gärten ist vorbildlich restauriert und eine Attraktion Haifas. (© IsraelMagazin/Matthias Hinrichsen)

Die German Colony am Fuße der Bahaii-Gärten ist vorbildlich restauriert und eine Attraktion Haifas. (© IsraelMagazin/Matthias Hinrichsen)

In Jerusalem wird gebetet, in Tel Aviv gefeiert und in Haifa gearbeitet, so ein israelisches Sprichwort. Bei Einbruch der Dunkelheit gibt die Hafenstadt Haifa seinen Glanz preis: die kunstvoll angelegten Hängenden Gärten der Bahá’í Religionsgemeinschaft ziehen sich wie eine Lebensader über 250 Höhenmeter am Rande des waldreichen Carmelgebirges, beleuchtet von Hunderten kleiner Strahler und Lampen, hinab bis zur German Colony, die schmucken, baulichen Zeitzeugen der Templergesellschaft aus dem 19. Jahrhundert. Die hell erleuchtete Hafenanlage weist auf die Verbindung zur Welt, vom Dan Panorama Hotel genießt man den Blick in vollen Zügen.

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Die Heilige Stadt, die umkämpfte Stadt, der Schmelztiegel dreier Weltreligionen. Jerusalem lässt sich am besten vor Ort erfassen und ansatzweise verstehen. Orthodoxe Juden hetzen zur Klagemauer vorbei an arabischen Geschäften, die Aussichtterrassen des Ölbergs empfangen täglich Tausende von Touristen, denen als erstes die goldene Kuppel des Felsendoms ins Auge sticht. Jerusalem ist endlos übersät von Sehenswürdigkeiten und Sehenswertem. Die Stadt riecht nach Einmaligkeit in den engen Gassen der Altstadt, wo Juden, Christen Moslems ihre Kultur leben, in dunklen Hinterräumen tonnenweise Sesam rösten und nussige, vitaminreiche Paste für Dips nach alter Tradition herstellen. Den Abschluss bildet die Klagemauer, bei Juden heißt sie Kotel – die Mauer. Freitagabend mit Beginn des Shabbats ertönen aus Tausenden Kehlen die Gebete, rufen zum innehalten auf. Alles ruht – kein Vergleich zum westlichen Europa. Unvergleichlich intensiver war hier die Begegnung mit dem Leben und den Menschen.

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