SPNI: Karmelgebirge erholt sich selbst

06.12.2010 (14:16) von | Kategorie: Natur
Das Karmelgebirge vor den Waldbränden. (© Maurice T/flickr CC BY-NC 2.0)

Das Karmelgebirge vor den Waldbränden. (© Maurice T/flickr CC BY-NC 2.0)

TEL AVIV (im) – Die größte Naturschutzgesellschaft Israels SPNI fordert die israelische Regierung auf, die durch Feuer vernichteten Flächen, größtenteils  sich selbst zu überlassen. Einem Gutachten der Gesellschaft zufolge habe diese Region die Fähigkeit dazu und sollte nicht durch unnötige Pflanzung von Bäumen wiederhergestellt werden, um nicht die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

Nach Schätzungen fielen rund 40 Prozent der Fläche dem Feuer zum Opfer. Frühere Brände in Israel hätten zu Erkenntnissen geführt, wie verbrannte Regionen zu behandeln seien, so das Nachrichtenportal Arutz Sheva. Demzufolge weist die SPNI darauf hin, dass sich im Boden genügend Samen in der Erde befänden und sich nun die Region ökologisch vielfältig erneuern könne. Neuanpflanzungen sollten erst nach ökologischen Evaluierungen und im Bedarfsfall nur in kleinen Gebieten vorgenommen werden. So seien beispielsweise Pinienbäume, die eine Ausbreitung der Feuer gefördert haben, ursprünglich nicht in der Region heimisch gewesen. Die verbrannten Bäume sollten laut SPNI nicht beseitigt werden, um Bodenerosion zu verhindern, denn beim Einsatz schwerer Maschinen werde der Boden in erheblichem Maß beschädigt.

Im Karmelgebirge existiert eine breite Vielfalt von Flora und Fauna, die zu Wanderungen einlädt und besonders durch das üppige Grün beeindruckt. Die bergige Landschaft ist eine bedeutende Region mit mediterranem Wald in Israel. Die SPNI (Society for the Protection of Nature in Israel) wurde 1953 gegründet und ist heute mit über 100.000 Mitgliedern weltweit die größte Umweltorganisation Israels.

Einige israelische und internationale Organisationen rufen zu Spenden unter anderem für die Wiederaufforstung des Karmelgebirges auf. Diese Spendenaufrufe widersprächen eindeutig der Empfehlung des SPNI. Abzuwarten bleibt die Entscheidung der Regierung. Sollte sich diese der Empfehlung der größten Umweltschutzorganisation Israels anschließen und die Natur sich selbst regenerieren lassen, muss die Verwendung von bereits eingegangenen Spendengeldern und nicht zuletzt die Aktivitäten der betroffenen Organisationen hinterfragt werden. Ein sogenanntes Spendensiegel wie in Deutschland existiert in Israel nicht, und die Spendengelder werden nicht im Auftrag der israelischen Regierung gesammelt. Hier gibt es keine offizielle Mitteilung.

Ein Kommentar zum Beitrag “SPNI: Karmelgebirge erholt sich selbst”
  1. Christian sagt:

    Lehrreicher Blogpost. Cool, wenn man das Thema auch mal aus einer anderen Perspektive betrachten kann.

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