Königin Ester – die Heldin an Purim

23.02.2013 (14:01) von | Kategorie: Allgemein
Lesung der Ester-Rolle in einer jüdischen Gemeinde. (© Avital Pinnick/flickr CC BY-NC-ND 2.0)

Lesung der Ester-Rolle in einer jüdischen Gemeinde. (© Avital Pinnick/flickr CC BY-NC-ND 2.0)

JERUSALEM (im) – Haman, höchster Regierungsbeamte im Persischen Reich unter Xerxes I., war voller böser Gedanken und Taten gegen das jüdische Volk. Diese befanden sich gerade im Exil und hatten schwerlich daran zu schaffen. In der Zwischenzeit war eine Jüdin auf wundersame Weise zur Königin – neben Achaschwerosch (hebr. für Xerxes) – gekrönt worden ohne dass ihre jüdische Zugehörigkeit bekannt war. Eines Tages weigerte sich ihr Cousin und Adoptivvater Mordechai, der Angehöriger der königlichen Dienerschaft gewesen ist, vor Haman niederzuknien. Haman beschloss wutentbrannt, alle Juden im Perserreich innerhalb eines Tages töten zu lassen, als Rache für die Verweigerung Mordechais. Der 14. Adar als Tag der Ausführung wurde durch Los bestimmt, daher der Name Purim, was übersetzt Los bedeutet.

Das Purim-Fest ist bei Kindern besonders beliebt. (© Avital Pinnick/flickr CC BY-NC-ND 2.0)

Das Purim-Fest ist bei Kindern besonders beliebt. (© Avital Pinnick/flickr CC BY-NC-ND 2.0)

Haman hatte den König überlistet, damit dieser die Ausrottung offiziell anordnete. Das Drama: Ein königlicher Befehl konnte nicht zurückgenommen werden. Der Plan war „zu vertilgen, zu erschlagen, zu vernichten alle Juden vom Knaben bis zum Greis, Kinder und Frauen, an einem Tag“. Zu dieser Zeit, im Jahr 356 v.d.Z. (v.Chr.) erstreckte sich Persien von Indien bis Äthopien, es war ein Großreich.

Königin Ester fastete, Mordechai rief alle Juden ebenfalls zu Gebet und Buße auf. Selbst die Königin hatte kein Recht, ohne Einladung ihren Ehemann zu sprechen. Sie bewies Mut und wagte es dennoch und offenbarte ihm ihre Herkunft und die bösen Pläne Hamans. Achaschwerosch genehmigte die Selbstverteidigung, Haman wurde an dem Galgen aufgehängt, den dieser ursprünglich für Mordechai gedacht hatte. Diese Geschichte des Volkes Gottes ist überliefert im Buch Ester des Alten Testamens.

Gefeiert wird dieser Tag von Juden in aller Welt am 14. Adar, nur in Jerusalem, Jericho und Susa, der damaligen persischen Hauptstadt, wird das Fett einen Tag später begangen. Menschen verkleiden sich nach Belieben, ähnlich wie Menschen zu Karneval, kleine Mädchen bevorzugen dabei ein Königinnen-Kostüm.

Sieben Pflichten an Purim

  1. Vollständige Lesung des Kapitels Ester vor der Gemeinde. Bei Erwähnung des Namens Haman klappern die Zuhörer mit den Knarren; in dieser Zeit wartet der Vorleser, bis wieder Ruhe eingekehrt ist.
  2. Mindestens eine Geschenksendung mit zwei verschiedenen Speisen an seinen Nächsten oder Freude, die direkt am Feiertag versandt wird.
  3. Mindestens je ein Geschenk an zwei Arme, üblicherweise Geldgeschenke.
  4. Lesen der Tora.
  5. Beim Gebet und beim Tischgebet über die Speisen “Über die Wunder” sagen.
  6. Während der Festmahlzeiten muss nach Ansicht der Gelehrten so viel Wein getrunken werden, bis derjenige nicht mehr zwischen “Verflucht sei Haman” und “Gelobt sei Mordechai” unterscheiden kann; dazu werden Haman-Taschen gegessen.
  7. Trauerreden und Fasten sind am Festtag verboten.
 

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