Über 3 Millionen Besucher 2016 in Israel

31.01.2017 (08:59) von | Kategorie: Tourismus
Ankunfthalle am Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. (© Matthias Hinrichsen)

Ankunfthalle am Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. (© Matthias Hinrichsen)

JERUSALEM (im) – Das israelische Statistische Büro legte vor Kurzem die Besucherzahlen für 2016 vor. Demnach gab es 3.069.000 Besucher aus der ganzen Welt, die nach Israel kamen. Nur rund 169.000 von ihnen waren Tagesgäste wie beispielsweise Kreuzfahrttouristen oder Tagesausflügler von Nachbarländern. Aus Deutschland kamen insgesamt 164.000 Touristen und Pilger, dazu noch 16.000 Tagesgäste, also insgesamt 180.000 Deutsche. Aus Österreich waren es insgesamt 26.000 Besucher, aus der Schweiz 43.000. Die meisten Besucher kamen – wie immer – aus den USA (672.000), gefolgt von Frankreich (293.000), Russland (285.000), Großbritannien (197.000), Deutschland (180.000) und der Ukraine (165.000). Gegenüber dem Vorjahr bedeutet es einen leichten Rückgang der Besucherzahlen von seinerzeit 3.112.000 um rund 1,1 Prozent.

5-Jahres-Vergleich der Besucherzahlen Israels.

5-Jahres-Vergleich der Besucherzahlen Israels.

Im 5-Jahres-Vergleich zeigt sich, dass sich die Anzahl der Touristen und Pilger aus Deutschland auf einem gleichbleibenden Niveau befindet und sich bei rund 160.000 pro Jahr eingependelt hat. Für 2016 waren es rund 4.000 über dem Durchschnitt, was allerdings noch nicht als signifikanter Anstieg bewertet werden kann. Selbst im Boom-Jahr 2013, als über 3,5 Millionen Besucher verzeichnet wurden, hatte es auf deutsche Touristen keinen nennenswerten Einfluss. Die hohe Zahl an Tagesgästen im Jahr 2012 resultiert überwiegend aus dem Kreuzfahrtgeschäft, nachdem israelische Häfen als Ersatz für ägyptische aufgrund der Unruhen bei arabischen Nachbarländern eingesetzt wurden. Die Kreuzfahrtlinien konnten jedoch offensichtlich nicht davon überzeugt werden, weiter Städte wie Haifa, Ashdod oder Eilat anzulaufen. Kreuzfahrtbesucher halten sich im Mittel nur für wenige Stunden im Land auf und geben im Vergleich zu regulären Touristen wenig bis gar kein Geld aus, weil sie durch die Reederei versorgt werden. Daher werden sie in der Statistik separat ausgewiesen. Aus touristischer Sicht kann man den mehrstündigen Aufenthalt als ein Kennenlernen des Landes betrachten, dem bei Gefallen eine spätere Reisebuchung erfolgen sollte.

Der Direktor des Israelischen Verkehrsbüros in Berlin, Uri Sharon, zuständig für den deutschsprachigen Raum, freut sich darüber, dass in den letzten vier Monaten des vorigen Jahres eine erhebliche Steigerung gegenüber der Vorjahreszahlen erreicht werden konnte. Dieses sei den “internationalen Marketing-Kampagnen und der Investition in neue Märkte” zuzuschreiben, so Sharon weiter. Gegenüber 2015 ist ein Zunahme der Touristen von rund 100.000 zu verzeichnen. Es handelt es sich jedoch um eine Erholung der Besucherzahlen, nachdem in 2013 und 2014 mehr Touristen nach Israel strömten als 2016. In der Gesamtbilanz, Tagesbesucher und Touristen zusammen genommen (3.069.800), ist im 5-Jahres-Vergleich die Besucherbilanz für Israel negativ: gegenüber 2015 -1,1 Prozent (3.108.600), gegenüber 2014 (3.251.100) -5,6 Prozent , gegenüber 2013 (3.539.700) -13,3 Prozent , gegenüber 2012 (3.520.300) -12,8 Prozent. Auch wenn die Marketingaktionen als positiv bewertet werden, muss Israel wirksame Öffentlichkeitsarbeit weltweit betreiben, um den Negativ-Trend stoppen zu können.

In den Köpfen vieler Menschen westlicher Nationen hält sich immer noch die Meinung, Israel sei ein gefährliches Reiseland. Einige Menschen haben jedoch erkannt, dass ihr eigenes Land, sei es Frankreich, die USA oder seit letztem Jahr auch Deutschland nicht minder gefährlich ist. Im eigenen Land werden die terroristischen Bedrohungen weniger wahrgenommen, auch wenn sie höher einzustufen sind als in Israel. Der Staat Israel hat gelernt, sich gegen Bedrohungen zu verteidigen und schon im Vorfeld viele Gefährder unwirksam zu machen. Dieses kann man von Deutschland leider nicht behaupten. Insofern können Besucher getrost Reisen nach Israel buchen, zumal Tourguides und Reiseunternehmen stets nur sichere Orte und Regionen für Touristen auswählen. Das vorgeschobene Argument, Israel sei gefährlich, kann alleine schon durch die Kriminalitätsrate widerlegt werden, für Israel liegt sie unter der Deutschlands. Dem interessierten Besucher wird empfohlen, sich objektiv von den Verhältnissen vor Ort zu überzeugen.

Israelis gelten als hilfsbereit und Fremden gegenüber interessiert eingestellt. Mit Deutschen verbinden sie fast ausschließlich positive Assoziationen. Berlin und der Schwarzwald gilt als einer der beliebtesten Reiseziele bei Israelis. Juden in Deutschland leben sicher und sind Teil der Gesellschaft. In beiden Ländern gibt es Vorbehalte gegenüber dem anderen, die allerdings ausschließlich von extremen Minderheiten propagiert werden. Solche Ansichten werden leider durch die mediale Berichterstattung immer wieder verstärkt und führen zu dem Schluss, man sei im anderen Land unerwünscht. Dieses ist grundsätzlich falsch, da es nicht der Realität entspricht. Vielmehr besteht das Verlangen bei Israelis, die heutigen Generationen der weltoffenen Deutschen kennenzulernen. Deutschland gilt bei Israelis als verlässlicher Partner in Sachen Wirtschaft und Wissenschaft, in Politik und Völkerverständigung. Israelis freuen sich, wenn Menschen ihr Land besuchen, die Schönheit erkennen und sich daran erfreuen, vielleicht es sogar lieben wie sie es selbst tun.

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