Hirtenfelder

Dominantes Gebäude in der christlichen Stätte der Hirtenfelder ist diese Franziskaner-Kapelle. (© Matthias Hinrichsen)

Dominantes Gebäude in der christlichen Stätte der Hirtenfelder ist diese Franziskaner-Kapelle. (© Matthias Hinrichsen)

Unweit von Bethlehem in östlicher Richtung befinden sich die Hirtenfelder, vielmehr eine schöne Kapelle dazu und ein kleines Areal, auf dem der Überlieferung nach den anwesenden Hirten die Geburt Jesu verkündet worden ist. Diese Stätte, die im 15.000 Einwohner zählenden Beit Sahur (Westjordanland) liegt, kann man zu Fuß erreichen, doch bringen die örtlichen Taxifahrer für 30 Shekel (6 Euro) Gäste auch gerne dorthin, Rückfahrt eingeschlossen. Achten Sie darauf, dass Sie wirklich in ein Taxi steigen, denn allzu gerne werden auch Privatautos eingesetzt, bloß dann könnte es im Falle eines Unfalls Probleme mit dem Versicherungsschutz geben.

Schlicht aber beeindruckend ist die Kuppel der Franziskaner-Kapelle gestaltet. (© Matthias Hinrichsen)

Schlicht aber beeindruckend ist die Kuppel der Franziskaner-Kapelle gestaltet. (© Matthias Hinrichsen)

Das Areal ist im Gegensatz zu christlichen Stätten im israelischen Teil ein wenig verwahrlost. Als Besucher gewinnt man den Eindruck, auch wenn sich die Araber sehr freundlich geben eher heruntergekommen, um auch seinen Anteil an der Einnahmequelle Touristen abzugreifen, was äußerst unangenehm auch für den geübten Israel-Besucher ist. Das Gleiche gilt für viele Taxifahrer.

Die Kapelle ist im Inneren mit sehr schönen Gemälden in direkter Beziehung zum Ereignis dekoriert. (© Matthias Hinrichsen)

Die Kapelle ist im Inneren mit sehr schönen Gemälden in direkter Beziehung zum Ereignis dekoriert. (© Matthias Hinrichsen)

Wenn man diese Gegebenheiten ausklammert, kann die Schönheit der kleinen Kapelle voll genossen werden. Ein wenig an Dominus Flevit am Ölberg erinnernd, wölbt sich die Kuppel über das von massiven Ecken flankierte und mit dem sogenannten Jerusalem-Stein verkleidete Gebäude. Es wurde 1953/54 über einer altertümlichen Grotte in Form eines Zeltes errichtet, und wird von den römisch-katholischen Franziskanern verwaltet (Der es-Siar).

Auf dem Gelände animieren anwesende Araber die Besucher zum Besichtigen der unterirdischen Grotten und ehemaligen Zisternen. Sie erzählen, dass es Grotten von Hirten aus Jesu Zeit seien. Historisch ist dieses und die Verkündigung nicht belegt, auch wenn es logisch erscheint. Die Sitzmöglichkeiten für Gruppen sind eher bescheiden, aber wenn zu Weihnachten die Besucherströme nicht abreißen wollen, dann ist dieses auch nebensächlich. Schön ist der Blick Richtung Bethlehem, der das charakteristische Hügelland in dieser Gegend vorbildlich wiederspiegelt.

Der Blick von den Hirtenfeldern bei Bethlehem. (© Matthias Hinrichsen)

Der Blick von den Hirtenfeldern bei Bethlehem. (© Matthias Hinrichsen)

Auch die Orthodoxen Christen sind hier vertreten – mit einer unterirdischen Kirche links von der Kapelle. Dort sollen Gräber von drei Hirten sein, denen die Weihnachtsbotschaft verkündet worden ist. Gedenktafeln erinnern an die Verkündigung der Weihnachtsbotschaft, die jedes Jahr in fast allen Kirchen und christlichen Gemeinden der Welt zu Weihnachten verlesen wird und in Lukas 2,1-20 steht.

Besucherinformationen
Öffnungszeiten: So 8.00-11.30 Uhr, Mo-Sa 8.00-17.30 Uhr
Eintritt frei
Größtenteils geeignet für Rollstuhlfahrer
Kontakt Franziskaner: Telefon 02-2772413

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