Garten Gethsemane (Getsemani/Gat-Schmanim)

Garten Gethsemane: Die uralten Olivenbäume. (© Matthias Hinrichsen)

Garten Gethsemane: Die uralten Olivenbäume. (© Matthias Hinrichsen)

Die Stämme der uralten Olivenbäume im Garten Gethsemane sind nicht höher als fünf oder sechs Meter, aber aufgrund ihres hohen Alters so sehr zerteilt, dass der Besucher geneigt ist, über deren Lebendigkeit nachzusinnen. Aber ja, sie wachsen und gedeihen immer noch, die grünen, schmalen Blätter geben ein lebendiges Zeugnis. Verwunderlich ist so ein Olivenbaum schon, vor allem wenn er in einem so historisch wichtigen Ort steht. Mag er aus der Zeit Jesu sein? Möglich ist alles, doch die Jahresringe können bei einem lebendigen Baum nicht gezählt werden. Manche sprechen davon, dass sie 1000 Jahre alt sind, andere sagen, sie seien über 2000 Jahre alt. Das wäre gar nicht so unwahrscheinlich, denn auf Kreta ist ein 3.200 Jahre alter Olivenbaum bekannt.

Im Gegensatz dazu sprechen in der Bibel Fakten über die Ereignisse vor fast 2000 Jahren. Nach seinem letzten Abendmahl geht Jesus in den Garten, um zu beten. Begleitet von seinen Jüngern – außer Judas – weiß er, was auf ihn zukommt.

Gethsemane ist griechisch und heißt übersetzt Olivenpresse. Demnach könnte auf diesem Fleckchen Erde zu Jesu Zeiten eine kleine Olivenbaum-Plantage gewesen sein.

Garten Gethsemane – Bezug zum jüdischen Volk

Beim Anblick der Olivenbäume könnten Christen sich auch daran erinnern, dass sie (als Zweig) auf das jüdische Volk (Stamm) aufgepfropft sind. Im Garten Gethsemane hat der Besucher durch den sehr regen Betrieb nur wenig Gelegenheit sich zu besinnen, vor allem nicht während der Hauptreisezeit im Frühjahr und Herbst. Gegenüber des Eingangs befindet sich ein kleines Wäldchen, das eine gute Rückzugsmöglichkeit bietet und zum Lobpreis und Besinnen einlädt.

Die Todesangstbasilika ist gleich neben dem Garten Gethsemane. (© Matthias Hinrichsen)

Die Todesangstbasilika ist gleich neben dem Garten Gethsemane. (© Matthias Hinrichsen)

Garten Gethsemane – nebenan Kirche der Nationen

Bevor Sie den Garten verlassen, sollten Sie unbedingt noch in die Kirche der Nationen, auch Todesangstbasilika genannt, gegangen sein. Katholiken aus aller Welt verehren diesen Ort, besser gesagt einen Stein im Inneren, bei dem Jesus gebetet haben soll, während die Jünger wachen sollten. Dieser Fels, der früher Teil der Olivenbaumplantage gewesen sein muss, ist umzäunt mit einer stilisierten, überdimensionalen Dornenkrone aus massivem Metall.

Garten Gethsemane – zurück in die Altstadt

Wem der Weg zurück in die Stadt Jerusalem zu beschwerlich ist  (etwa 800 Meter recht steil bergauf), kann sich ein Taxi mieten; nur 20 Meter weiter warten unzählige Araber auf ungelenke Touristen. Bedenken Sie bitte, dass die Preise dafür mehr als „gesalzen“ sind (5 Euro für die kleine Strecke!). Der kleine Aufstieg bis zum Löwentor, der danach beginnenden Via Dolorosa und der Altstadt ist eigentlich auch gar nicht so weit. Gegebenenfalls kann man ein paar kleine Päuschen einlegen. Und Sie erhalten einen wunderbaren Blick in das berühmte Kidrontal mit seinem arabischen Verkehrsgewimmel.

Besucherinformationen

Garten Gethsemane

Al-Mansuriya, Jerusalem (Ölberg)
Öffnungszeiten: täglich 8.00-12.00 Uhr und 14.30-18.00 Uhr (Winter 17.00 Uhr)
Eintritt frei
Durchgang zur Kirche der Nationen
Buslinien 1, 42 und 43

Garten Gethsemane