Domus Galilaeae (Beit HaGalil)

Gemälde des Gründers in der Kirche Domus Galilaeae. (© Matthias Hinrichsen)

Gemälde des Gründers in der Kirche Domus Galilaeae. (© Matthias Hinrichsen)

Auf der Fahrt von der Brotvermehrungskirche Tabgha zur Kirche der Seligpreisungen führt die Straße unweit eines geheimnisvoll anmutenden Ort vorbei. Ein futuristischer Betonbau hinter einer massiven Umzäunung, die Zufahrt steht offen und ist, wie die gesamte sichtbare Fläche, fein säuberlich asphaltiert. Der Ort wirkt mystisch und auf den ersten Blick wenig einladend, kein Blick kann erhascht werden auf die Dinge, die sich hinter diesen modernen Mauern abspielen.

Domus Galilaeae – Wunsch des Papstes

Im Gegensatz zu diesem ersten Eindruck drückt eine Inschrift in der hellen Eingangshalle das Gegenteil aus: „Der Herr hat auf diesem Berg auf dich gewartet.” Domus Galilaeae wurde vom „Neo-Katechumenalen Weg“ gegründet. Die in den 1960er-Jahren gegründete Bewegung möchte das Christentum der ersten Christen vermitteln. Nach Angaben der Bewegung war es der größte Wunsch von Papst Johannes Paul VI, in Israel ein Zentrum zu errichten, wo angehende Priester ihre Ausbildung vollenden konnten, bevor sie ordiniert werden.

Domus Galilaeae – Weihung durch den Papst

Anfang der 1980er Jahre wurde dem „Neo-Katechumenalen Weg“ seitens der katholischen Verwalter die Möglichkeit eröffnet, solch ein Zentrum auf dem Berg der Seligpreisungen zu errichten. Im Januar 1999 begannen die Bauarbeiten mit der Grundsteinlegung; dieser bestand auch aus einem durch den Papst gesegneten Fragment vom Petersdom in Rom. Eingeweiht wurde das Gebäude durch den Papst während seiner Millenniumsreise durch das Heilige Land im Jahr 2000.

Domus Galilaeae – Ausstattung

Mitglieder der Bewegung nutzen diesen Ort, um während ihres mehrere Wochen andauernden Aufenthalts zu studieren und sich geistlich zuzurüsten. Der Bau, so nüchtern und kalt er von außen wirken mag, ist im Inneren reich an Symbolen. In der Kapelle prangt ein Gemälde des Gründers, Kiko Argüello, in dem östliche und westliche christliche Symbole miteinander kombiniert wurden und den jüdischen Wurzeln der Kirche ihre Referenz erweisen. Der Fundus der ebenfalls futuristisch anmutenden Bibliothek, die erst 2005 entstanden ist, hat sich auf Bücher über die Bergpredigt spezialisiert, an diesem Ort verständlich, aber doch eine Besonderheit, genauso wie die Torahrolle, die sich als Mittelstück in der Bibliothek befindet. Fantastisch ist auf jeden Fall auch der Blick auf den See Genezareth, zumal das Zentrum auf der Kuppe des Berg der Seligpreisungen steht.

Die Einrichtung beschäftigt ungefähr 150 vollzeitliche Mitarbeiter unterschiedlicher Denominationen wie arabische Christen, Muslime und Drusen. Domus Galilaeae lädt Israel-Reisende aller Glaubensrichtungen zu einem Rundgang durch das Zentrum ein, damit sie mehr über die Bewegung erfahren können.

Besucherinformationen

Domus Galilaeae (Beit HaGalil)

Galiläa, an der Straße 8277 (Kreuzung „Vered-Hagalil horse ranch“ 400 m von Straße 90)
Öffnungszeiten: Montag-Samstag 9.00-12.00 Uhr, 15.00-16.15 Uhr, Sonntag geschlossen
Eintritt frei
Kontakt: PO Box 909, 14105 Tiberias, Israel
Telefon +972 (0) 4-680 9100, E-Mail domusgal@domusgalilaeae.org

Domus Galilaeae