“Gott bewahre! – Die Welt der ultraorthodoxen Juden in Israel”

02.06.2013 (12:32) von | Kategorie: TV
Micha Rothschild wettert mit Plakaten gegen das Internet. (© SWR)

Micha Rothschild wettert mit Plakaten gegen das Internet. (© SWR)

3.6.2013 – 23.30-01.00 Uhr – SWR: Me’a Sche’arim ist eine abgeschottete Siedlung der ultraorthodoxen Juden in Jerusalem. “Haredim” nennen sie sich – rund eine halbe Million Juden in Israel gehören dieser religiösen Gemeinschaft an. Wer sich als Tourist nach Me’a Sche’arim und in die anderen orthodoxen Viertel verirrt, sieht sich mit merkwürdigen Schildern konfrontiert: Frauen wird dringendst geraten, nicht mit Hosen dort herumzulaufen, Fotografieren ist strikt verboten.

Aus nächster Nähe zeigt der Dokumentarfilm den alltäglichen Kampf der ultraorthodoxen Juden um ihre Identität. Er gewährt einmalige Einblicke in die abgeschlossene Welt der Haredim – die bei weitem keine triste Welt der Rituale ist, sondern in der auch Heiterkeit, Komik und sogar Pragmatismus ihren Platz haben.

Die Haredim versuchen, ihr religiöses Erbe und ihre traditionellen Lebensformen zu schützen – gegen die Einflüsse der modernen Welt. Das heißt auch und vor allem gegen den Staat Israel. Die Haredim sehen den jüdischen Glauben durch den säkularen Staat Israel und seine Institutionen verraten. Deshalb verweigern sie jegliche Kooperation; sie arbeiten nicht, sie leisten keinen Militärdienst. Doch nicht alle sind der Meinung, dass eine vollständige Abschottung von der modernen Welt das Richtige ist. Manche fürchten, dass extremer Separatismus eigene Gefolgsleute abschrecken und vertreiben könnte.

Shmuel-Haim Pappenheim kämpft dagegen, dass die Haredim in Israel zur Wahl gehen.  (© SWR)

Shmuel-Haim Pappenheim kämpft dagegen, dass die Haredim in Israel zur Wahl gehen. (© SWR)

Mit diesem Dilemma lebt Shmuel-Haim Pappenheim. Er organisiert Massendemonstrationen gegen den jüdisch-zionistischen Staat. Von seinem Büro in Me’a Sche’arim aus schlägt er seine Schlachten und gibt die Wochenzeitung des radikalen ultraorthodoxen Lagers heraus, welches Israel nicht anerkennt. Er lehnt auch die Teilnahme an Wahlen ab. Im Gegensatz dazu ist Rabbi Avraham Ravitz nicht nur Anführer einer ultraorthodoxen politischen Partei, sondern war auch Knesset-Abgeordneter und Minister der israelischen Regierung. Während Ravitz gespannt die hochgerechneten Sitze seiner Partei zählt, geht Pappenheim auf die Straße und versucht, die haredische Gesellschaft von einem Wahlboykott zu überzeugen. Für Pappenheim ist Ravitz, der sich als haredischer Führer an der Regierung beteiligt, ein schlimmerer Sünder als jeder nichtreligiöse Jude.

Adina Bar-Shalom ist die älteste Tochter von Rabbi Ovadiah Yossef, dem unangefochtenen Anführer hunderttausender Haredim mit großem Einfluss auf die politische Landschaft in Israel. Adina hat sich etwas Revolutionäres vorgenommen: die Gründung eines Colleges für Haredim, in dem junge Männer – und Frauen! – sich auf einen Beruf vorbereiten können. Um dies erfolgreich umsetzen zu können, ist jedoch der Segen ihres Vaters erforderlich. Rachel Chalkowski ist, als leitende Krankenschwester und Hebamme, ständig mit den Nöten der haredischen Frauen konfrontiert, die zehn oder mehr Kinder gebären und gleichzeitig auch noch für ihre Familien sorgen müssen. Sie gründete eine Stiftung, die diesen Frauen und ihren Familien hilft.

Rabbi Micha Rothschild ist ein radikaler Einzelkämpfer. Aus dem Untergrund heraus verbreitet er ätzendes Propagandamaterial in den haredischen Vierteln von Jerusalem und Bnei-Brak und warnt die Internetanbieter davor, sich für den haredischen Markt zu interessieren. Er weiß, wie groß die Gefahr ist, dass insbesondere die jungen Haredim den Versuchungen des Internets erliegen. Im Gegensatz dazu versucht der haredische Werbefachmann Yigal Revach die führenden Rabbiner davon zu überzeugen, seine “koschere Internetinitiative” zu unterstützen.

(Text: SWR)

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