Das Israel des Magnum-Fotografen Micha Bar-Am

06.04.2011 (10:42) von | Kategorie: Kunst
Treffen zwischen David Ben-Gurion und Konrad Adenauer, Speisesaal des Kibbuz Sde Boker, 1966 (BAM1966 © Micha Bar-Am/ Magnum Photos)

Treffen zwischen David Ben-Gurion und Konrad Adenauer, Speisesaal des Kibbuz Sde Boker, 1966 (BAM1966 © Micha Bar-Am/ Magnum Photos)

BERLIN/TEL AVIV (im/wbh) – Er ist der berühmteste Fotograf Israels und international einer der bedeutendsten: Micha Bar-Am. Der heute 81-Jährige war 22 Jahre Nahost-Fotokorrespondent der New York Times und seine Fotografien zierten die Titelseiten von Newsweek, New York Times Magazine, Paris Match und Stern. Bis zum 21. Mai 2011 würdigt der Freundeskreis Willy-Brand-Haus e.V. in einer umfassenden Retrospektive Insight: Micha Bar-Am’s Israel das Werk des Ausnahmefotografen. Der Eintritt ist frei, ein Ausweis aus Sicherheitsgründen erforderlich.

Bunker, Bar-Lev-Verteidigungslinie, Suezkanal, 1969 (BAM1969 © Micha Bar-Am/ Magnum Photos)

Bunker, Bar-Lev-Verteidigungslinie, Suezkanal, 1969 (BAM1969 © Micha Bar-Am/ Magnum Photos)

Micha Bar-Am ist Gründungsmitglied des International Center of Photography (ICP) in New York und bis heute das einzige israelische Mitglied der legendären Fotoagentur Magnum. 1930 als Michael Anguli in Berlin geboren, flüchtete Bar-Am als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Hitler-Deutschland ins damalige Palästina. Bar-Ams Biographie ist eng mit seinem Hauptmotiv verwoben, das sich wie ein roter Faden durch sein Werk zieht: die faszinierende Komplexität des Lebens im Nahen Osten. Mit neugierigem Blick widmet der Autodidakt sich seit Anfang der 1950er Jahre seiner neuen Heimat und begleitet dabei den Aufbau des jungen Staates Israel.

Mit seinen Fotografien blickt Bar-Am auf die menschliche Dimension der politischen Konflikte: auf das Schicksal der Araber in den Grenzregionen, auf den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, auf die Hoffnungen und Nöte der neuen Einwanderer der 1950er Jahre, auf die Narben des letzten Krieges und die Angst vor dem nächsten. Oder auch nur auf das einfache Glück und die Lebensfreude der Menschen, die ihren Alltag meistern. Dabei gewährt diese Ausstellung erstmalig Einblicke in eine Werkgruppe persönlicher Fotografien, die unter anderem bisher unveröffentlichte Bilder aus dem Album der Familie Bar-Am beinhaltet. Heute lebt und arbeitet Micha Bar-Am in Ramat Gan, Israel.

75 Jahre nach seiner Vertreibung aus Deutschland kehrt der Chronist der Zeitgeschichte nach Berlin mit dieser Retrospektive ins Willy-Brandt-Haus zurück. Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. und den Open Museums Israel; Kuratorin ist Dr. Alexandra Nocke, Berlin, Ausstellungskonzeption: Dr. Alexandra Nocke, Gisela Kayser. Begleitend zur Ausstellung erscheint das Buch (engl./dt.): Insight: Micha Bar-Am’s Israel. Alexandra Nocke (Hrsg.) Koenig Books, 2011, ISBN 978-3-86560-982-3, 29,80 Euro. Ausstellung und Buch werden unterstützt u.a. von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, dem Auswärtigen Amt, dem Israel Ministry of Foreign Affairs, Jerusalem und der Agentur Magnum Photos.

Ausstellung: „Insight: Micha Bar-Am’s Israel“ Ausstellung
1.4. bis 21.5.2011, Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr
Eintritt frei, Ausweis erforderlich
Karfreitag, 22.04.2011, geschlossen, an allen Osterfeiertagen geöffnet
Willy-Brandt-Haus, Stresemannstr. 28, 10963 Berlin (U-Bhf. Hallesches Tor)

 




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