„ZDF-HISTORY – Spitzel in der Synagoge“

12.10.2012 (19:14) von | Kategorie: TV
ZDF History wird moderiert von Guido Knopp. (© ZDF)

ZDF History wird moderiert von Guido Knopp. (© ZDF)

20.10.2012 – 21.45 Uhr – Phoenix: In dieser Sendung geht es um „Die DDR und die Juden“. Die Stasi hatte sie ständig unter Kontrolle. In ihren Synagogen saßen Spitzel unter den Betenden, in ihren Gemeinden arbeiteten IM der Staatssicherheit. Die Juden in der DDR waren der SED besonders suspekt.

„Mein Vater hat gesagt: Nur raus, das mache ich nicht noch mal mit. Nur weg.“ Henny Brenner war 1953 eine junge Frau, als sie gemeinsam mit ihren Eltern aus der DDR nach West-Berlin flüchteten. „Man hatte sich schon wieder unwohl gefühlt. Man hatte Angst. Dann sind wir, wie man so sagt hat, abgehauen, bei Nacht und Nebel, weg.“

Antijüdische Hetzkampagne
Sie hatten Angst, weil sie jüdische Wurzeln haben. Wie der Familie Brenner ging es Tausenden von Juden in der DDR. Sie waren der kommunistischen Staatsmacht suspekt, weil sie Kontakte in den Westen hatten, weil die Stasi ihre hebräischen Gebetsbücher als staatsfeindliche Schriften ansah oder weil sie Sympathie für Israel äußerten. Damals folgte die SED der von Stalin befohlenen antisemitischen Hetzkampagne.

Die Angst vor Verhören und Verhaftungen trieb im Frühjahr 1953 Tausende von Juden der DDR zur Flucht in den Westen. Die acht jüdischen Gemeinden in Ostdeutschland, die vor der Fluchtwelle rund 2600 eingeschriebene Mitglieder zählten, führten fortan ein Schattendasein. Viele Gemeindeangehörige passten sich an und kooperierten mit den Mächtigen. Am Ende der DDR hatten die Gemeinden nur noch 380 Mitglieder.

Autor der Dokumentation Dietmar Schulz mit Zeitzeugin Henny Brenner. (© ZDF)

Autor der Dokumentation Dietmar Schulz mit Zeitzeugin Henny Brenner. (© ZDF)

Die Angst war wieder da
Henny Brenner und ihre Familie ließen in Dresden alles zurück, fuhren mit dem Zug nach Berlin und gelangten über die noch offene Sektorengrenze in den Westteil der Stadt. Heute lebt Henny Brenner in der Oberpfalz. Nein, mit der Verfolgung während der Nazi-Zeit wolle sie die Bespitzelung durch den Staatssicherheitsdienst der DDR nicht vergleichen, sagt sie im Gespräch.

Doch man hatte Angst. Wieder Angst. Denn Henny Brenner und ihre Angehörigen gehörten zu den 175 Juden in Dresden, die kurz vor Kriegsende der Deportation ins KZ Theresienstadt nur dadurch entgangen waren, weil nach dem britischen Bombenangriff im Februar 1945 die Bahngleise zerstört waren.

Bespitzelt beim Gebet
ZDF-History zeigt in der Dokumentation von Dietmar Schulz, wie die SED die Überlebenden des Holocaust kontrolliert und drangsaliert hat. Die Stasi war mit Sicherheit dabei, wenn sich die jüdischen Gemeinden zum Sabbat-Gebet in ihren Synagogen versammelten. In den Gemeindeleitungen arbeiteten einige sogenannte Informelle Mitarbeiter der Staatssicherheit, kurz IM genannt.

„Die Strukturen der jüdischen Gemeinden in Ostdeutschland sind vom Staatssicherheitsdienst massiv unterwandert worden. Man hatte viele Informanten, die haarklein über alles Bericht erstatteten, was dort stattfand.“ So berichtet Dr. Hubertus Knabe, Historiker und Experte für die Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen, im ZDF-Interview.

„Den Juden Gutes tun“
Erst nach der Wende, so der Historiker Hubertus Knabe, habe sich beim Öffnen der Stasi-Akten gezeigt, dass es „einen breiten Bodensatz von rechtsradikalen und antisemitischen Stimmungslagen in Ostdeutschland gab“.

Geradezu grotesk war das Vorgehen von SED-Chef Erich Honecker in den letzten Monaten vor dem Zusammenbruch der DDR. In krassem Gegensatz zur bisherigen Politik wies Honecker die Parteifunktionäre an, „den Juden Gutes zu tun“. Überraschend versprach er Zahlungen an Holocaust-Überlebende und bot Israel sogar diplomatische Beziehungen an. Der Grund für den unerwarteten Sinneswandel: Honecker wollte sich damit in Amerika beliebt machen. Er wollte den Handel der DDR mit dem „Klassenfeind“ jenseits des Atlantiks ankurbeln – und er hoffte insgeheim auf eine Einladung ins Weiße Haus in Washington.

(Text/Fotos: ZDF)

 

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Ein Kommentar zum Beitrag “„ZDF-HISTORY – Spitzel in der Synagoge“”
  1. Jakob Israel Galinowsky sagt:

    Zählen Sie an IhrenFingern ab, ob da noch in Ostberlin in der Rykestr. ein Minjan überhaupt zustande kam.Es lohnte sich in der DDR, VVN und verfolgter „Jude“ zu sein.Autos,Wohnungen Opferrente etc. Erfundene Leidens- Geschichten -.Wenn die aufflogen, dann ging man in den Westen, wie alle anderen es auch taten!.Im Osten wohnen und im Westen arbeiten!Das war das Optimum.Oder für einen Geheimdienst arbeiten für Care-Pakete und Dollars!Also lügen Sie nur weiter !Die Akten von diesen “ IM“ soll mir Hubertus Knabe einmal zeigen!

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