“Weiße Stadt” (Tel Aviv)

Die

Die “Weiße Stadt” in Tel Aviv mit über 4.000 Gebäuden ist Unseco-Weltkulturerbe. (© Matthias Hinrichsen)

Die “Weiße Stadt”, das sind mehr als 4.000 Häuser in Tel Aviv, die in den 1930er Jahren überwiegend im Internationlen Stil (viele Bauhaus-Elemente) errichtet worden sind. Die Architekten waren zum größten Teil deutschstämmige Juden, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 Deutschland Richtung Israel verlassen haben. Die Bezeichnung “Weiße Stadt” rührt aus den weiß getünchten Fassaden, die sich von den vorhandenen Baustilen der damaligen Zeit erheblich unterschieden. Zu weltweiten Ehren gelangte die “Weiße Stadt”, als sie 2003 zum UNESCO-Welterbe ernannt wurde.

Die meisten Gebäude wurden im Laufe der Zeit so sehr vernachlässigt, dass einige von ihnen abgerissen werden mussten. Um das architektonische Erbe zumindest teilweise zu erhalten, wurden 2009 rund 1.000 Häuser unter Denkmalschutz gestellt.

Ein typisches Haus in Tel Aviv aus den 1930er Jahren mit markanten Bauhaus-Elementen. (© Matthias Hinrichsen)

Ein typisches Haus in Tel Aviv aus den 1930er Jahren mit markanten Bauhaus-Elementen. (© Matthias Hinrichsen)

“Weiße Stadt” – Geschichte

Als die “Weiße Stadt” Ende der 1920er Jahre empor wuchs, war Tel Aviv knapp 20 Jahre jung – eine kleine Siedlung jüdischer Einwanderer vor den Toren Jaffas. Meir Dizengoff (1921-1936 Bürgermeister von Tel Aviv) beauftragte 1925 den schottischen Stadtplaner Patrick Geddes mit dem Entwurf eines Masterplans für die schnell wachsende Stadt. Geddes entwarf das Straßennetz und die Anlage von Häuserblöcken und Raumnutzung, ein bestimmter Baustil wurde von ihm nicht festgelegt. In den 1930er Jahren begannen jedoch vor allem jüdische Architekten, die ihre Ausbildung am Bauhaus Dessau erhalten hatten, dem neuen Stadtviertel ihren Stempel aufzudrücken. Nach 1933, insbesondere aber nach dem Inkrafttreten des Reichsbürgergesetzes 1935, wurde Juden in Deutschland die Betätigung in zahlreichen Berufen immer schwerer gemacht. Jüdische Architekten waren daher gezwungen, Deutschland zu verlassen. Viele der deutschen Juden ließen sich daraufhin im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina nieder und sind so maßgeblich am Entstehen der “Weißen Stadt” beteiligt.

Teil der Baugenehmigung von Hochhäusern ist nicht selten die damit verbundene Renovierung historischer Gebäude, wie dieses aus dem 1930er Jahren auf dem Rothschild Boulevard.  (© Matthias Hinrichsen)

Teil der Baugenehmigung von Hochhäusern ist nicht selten die damit verbundene Renovierung historischer Gebäude, wie dieses aus dem 1930er Jahren auf dem Rothschild Boulevard. (© Matthias Hinrichsen)

“Weiße Stadt” – Lage

Die „Weiße Stadt“ erstreckt sich zwischen den Straßen Allenby im Süden bis zum Jarkon-Fluß im Norden, sowie zwischen dem Derekh Begin im Osten bis zum Mittelmeerufer im Westen. Die meisten und schönsten Gebäude im Internationalen Stil befinden sich vor allem auf dem Rothschild Boulevard und in der Umgebung  des Dizengoff Platzes. Im Norden der „Weißen Stadt“ befinden sich die Jehoshua Gärten (der Jarkon Park) – eine riesige Parkanlage am Ufer des Jarkon Flusses mit verschiedensten Attraktionen – und in ihrem äußersten Nordwesten der Hafen Tel Aviv, der heute Restaurants und Clubs beherbergt und somit einen großen Anziehungspunkt für Vergnügungssuchende darstellt.

(IsraelMagazin/Wikipedia CC-BY-SA-3.0)