Vier Sephardische Synagogen

Vier Sephardische Synagogen sind in einem Gebäude - zum Eingang führt eine Treppe hinab, aus Gründen der erlaubten Bauhöhe. (© Matthias Hinrichsen)

Vier Sephardische Synagogen sind in einem Gebäude - zum Eingang führt eine Treppe hinab, aus Gründen der erlaubten Bauhöhe. (© Matthias Hinrichsen)

Nach einem osmanischen Gesetz durften fremde Gotteshäuser die in der Nachbarschaft liegenden Moscheen nicht überragen. Um eine entsprechende Höhe im Inneren zu erreichen wurde die Grundplatte drei Meter unter Straßenniveau gebaut.

Vier Sephardische Synagogen – Jochanan-ben-Sakkai-Synagoge

Sie wurde in der Jahrhundertwende 16./17. Jhdt. erbaut und gilt als die bedeutendste. Der Namensgeber gilt als Bewahrer des Judentums nach der Zerstörung des Zweiten Tempels und erhielt seinerzeit von Kaiser Vespasian die Erlaubnis, in der Küstenstadt Javne einen neuen Sanhedrin zu gründen.

Vier Sephardische Synagogen – Eliahu-ha-Navi-Synagoge

Der Namensgeber ist kein geringerer als der Prophet Elia. Ursprung ist eine Legende, nach der die Gemeinde Jerusalems damals so wenig jüdische Männer aufwies, dass sie noch nicht einmal den gemeinschaftlichen Gottesdienst - den Minjan - mit zehn Männern abhalten konnten. Da erschien ein alter Mann, der den Minjan vervollständigte. Doch nach dem Abendgebet war er schon wieder verschwunden und die Anwesenden verstanden, dass es Elia gewesen war, um mit ihnen zu beten. (© Matthias Hinrichsen)

Der Namensgeber ist kein geringerer als der Prophet Elia. Ursprung ist eine Legende, nach der die Gemeinde Jerusalems damals so wenig jüdische Männer aufwies, dass sie noch nicht einmal den gemeinschaftlichen Gottesdienst - den Minjan - mit zehn Männern abhalten konnten. Da erschien ein alter Mann, der den Minjan vervollständigte. Doch nach dem Abendgebet war er schon wieder verschwunden und die Anwesenden verstanden, dass es Elia gewesen war, um mit ihnen zu beten. (© Matthias Hinrichsen)


Vier Sephardische Synagogen – Istanbuli-Synagoge

Die größte und jüngste der vier Synagogen wurde in den 1760er Jahren von Einwanderern aus Istanbul erbaut und trägt daher auch seinen Namen. (© Matthias Hinrichsen)

Die größte und jüngste der vier Synagogen wurde in den 1760er Jahren von Einwanderern aus Istanbul erbaut und trägt daher auch seinen Namen. Sie war ursprünglich auch den türkischen Gemeindemitgliedern vorbehalten. (© Matthias Hinrichsen)


Vier Sephardische Synagogen – Emza’i-Synagoge (Emtsai)

Die ursprüngliche Eingangshalle zu den drei restlichen Synagogen ist auch als Mittel-Synagoge bekannt und die kleinste. (© Matthias Hinrichsen)

Die ursprüngliche Eingangshalle zu den drei restlichen Synagogen ist auch als Mittel-Synagoge bekannt und die kleinste. (© Matthias Hinrichsen)


Stuhl des Elia

In ihm findet die rituelle Beschneidung statt. (© Matthias Hinrichsen)

In ihm findet die rituelle Beschneidung statt. (© Matthias Hinrichsen)

In einem kleinen Nachbarraum ein paar Treppenstufen nach unten befindet sich ein mit einem Tuch bedeckter Stuhl. Es ist der Stuhl des Elia, der zur rituellen Beschneidung genutzt wird. Sie muss am achten Tag nach der Geburt des Jungen stattfinden, auch wenn Sabbat oder Jom Kippur ist, denn sie gilt als das wichtigste aller Gebote. Während der rituellen Handlung müssen 10 jüdische Männer (Minjan) als Vertreter der Gemeinde anwesend sein, der Prophet Elia ist als unsichtbarer Ehrengast ebenfalls dabei.

Auch Männer, die sich zum Judentum bekehren, werden beschnitten.

 

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