Löwentor (Stephanstor/Tor des Jehosafat)

Das Löwentor in Jerusalem entstand in dieser Ausführung 1875. (© Matthias Hinrichsen)

Das Löwentor in Jerusalem entstand in dieser Ausführung 1875. (© Matthias Hinrichsen)

Im Nordosten der Jerusalemer Altstadt führt eine Zufahrt durch das Löwentor, hinein in das arabische Viertel. Sein Name geht einer muslimischen Legende nach auf Suleiman zurück. Diesem wurde prophezeit, sollte er Jerusalem nicht mit einer Mauer umgeben, würde er von Löwen zerrissen. Neben den Zinnen und einigen gröberen Verzierungen fallen – dem Tor zur Bestimmung – je zwei mamlukische Raubkatzen beiderseits des Torbogens auf. Diese stammen aus der Zeit Sultans Baybars, der in den Jahren 1260-77 herrschte, und wurde ursprünglich für Löwen gehalten. Tatsächlich handelt es sich jedoch um Panther, die hier dargestellt wurden.

Löwentor – Historie

Das Löwentor ließ Suleiman der Prächtige im Rahmen der Errichtung einer Mauer um Jerusalem im Jahr 1538 bauen und wollte es ursprünglich „Bab el-Ghor“ nennen – ohne Erfolg. Das Löwentor wurde in der jüngeren Zeit baulich verändert. Es hatte, wie das Zionstor, einen gewinkelten Eingang, sichtbar durch den noch heute erhaltenen Bogen auf der linken Seite. Die Briten rissen zudem die rückwärtige Mauer nieder, um die Zufahrt zur Altstadt einfacher zu gestalten.

In der Detailansicht erkennt man die Raubkatzen in der Höhe des Torbogens am Löwentor. (© Matthias Hinrichsen)

In der Detailansicht erkennt man die Raubkatzen in der Höhe des Torbogens am Löwentor. (© Matthias Hinrichsen)

Löwentor – weitere Bezeichnungen

Nach christlicher Überlieferung wurde Stephanus durch dieses Tor zur Steinigung geführt. Daher trägt es in christlichen Kreisen auch den Namen Stephanstor (Apg 7,57 ff). Bei Arabern ist es als Marientor bekannt, weil man durch dieses Tor zum Mariengrab gelangt. Die Kreuzfahrer wiederum nannten es „Tor des Jehosafat“.

Löwentor – beschwerlicher Anstieg

Der Anstieg vom Kidrontal hinauf bei Temperaturen über 25 Grad Celsius kann den Besucher, insbesondere ältere Menschen, schnell an ihre Leistungsfähigkeit bringen. Durch das Löwentor gelangen Sie direkt an den Anfang der Via Dolorosa. Mit alten Pflastersteinen belegt, erinnert diese Strecke an historische Zeiten vor 2.000 Jahren als Jesus kurz vor seiner Kreuzigung stand. In der Zwischenzeit hat sich das Niveau allerdings um einige Meter erhöht, sodass das damalige Straßenniveau nur noch in Fragmenten, beispielsweise im Untergeschoss von Ecce Homo, zu sehen ist.

Besichtigungstour für Pilger
In Sichtweite liegt der Ölberg in östlicher Richtung. Es bietet sich beispielweise an, nach einem Ölberg-Besuch (Panaoramasicht auf Jerusalem, Ölberg-Gräber, Dominus Flevit, Garten Gethsemane, Kirche der Nationen, Blick auf das Goldene Tor) den kurzen Weg bergauf zum Löwentor zu gehen und die Via Dolorosa von der ersten bis zur letzten Station zu gehen. Vergessen Sie nicht, sollten Sie bei sommerlichen Temperaturen unterwegs sein, regelmäßig zu trinken.

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