Herodestor (Sha’ar Haperahim/Sha’ar Hordos)

Herodestor in Ost-Jerusalem. (© Matthias Hinrichsen)

Herodestor in Ost-Jerusalem. (© Matthias Hinrichsen)

Die Bezeichnung Herodestor geht auf mittelalterliche Pilger zurück, die annahmen, dass Herodes Antipas (er verhörte Jesus) nahe dieser Stelle wohnte. Zu biblischen Zeiten standen hier Opferschalen zur Auswahl, die im Tempel eingesetzt wurden. Das Herodestor heißt auf Arabisch Sha’ar Haperahim oder Sha’ar Hordos, und verbindet das muslimische Viertel der Altstadt mit den arabischen Wohnvierteln Ostjerusalems vor der Altstadtmauer.

Herodestor – Historie

Jerusalem wurde 1099 von Kreuzfahrern an belagert. Als ihnen an der Stelle des heutigen Herodestores ein Durchbruch gelang, konnten sie die muslimische Truppen besiegen und deren Herrschaft beenden. Unter Suleiman dem Prächtigen war dieser Öffnung in der Jerusalemer Stadtmauer eine Schlupfpforte, also nicht allzu groß, um den Einfall von möglichen Feinden zu verhindern. Erst 1875 entstand das heute sichtbare Tor und damit auch ein vollwertiger Zugang für Karren und Kleinfahrzeuge.

Herodestor – heute

Heutzutage findet freitags ein Schafmarkt statt, auf dem Beduinen aus der Judäischen Wüste ihr Vieh anbieten. Vom Tor selbst haben Sie einen sehr guten Blick auf dem Tempelberg. Im Zuge einer Renovierung der Stadtmauer um 2014 wurde auch dieses Altstadttor gesäubert und ausgebessert.

Herodestor – arabische Gassen dahinter

Wenn man als Tourist durch das Tor in das arabische Viertel geht, kommt man sich ein wenig verloren vor. Nirgends sind Touristen oder Pilger zu sehen. Ausschließlich Araber sind hier anzutreffen, die teils ein wenig grimmig schauen und Unwohlsein verbreiten in der Form, hier nicht willkommen zu sein. Eine wirkliche Bedrohung ist hier allerdings nicht vorhanden! Araber sind aufgrund vieler negativer Erfahrungen gegenüber Fremden oftmals skeptisch eingestellt. Zudem haben in der jüngsten Zeit Juden Häuser in diesem Teil der arabischen Altstadt gekauft, was die Spannungen zwischen Juden und Arabern verstärkt. Die Spannung kann – zumindest in Ihrem Fall – aufgelöst oder verringert werden, wenn man in einem Laden eine Kleinigkeit, zum Beispiel ein Getränk, kauft und den Einheimischen freundlich begegnet ohne sich aufzudrängen. Eine weitere Variante ist, junge Araber anzusprechen und nach dem Weg zum Shuk zu fragen.

Der Weg aus diesem Fahrzeug freien Altstadtbereich übrigens ist recht einfach: er führt bergab bis man wieder die touristisch belebten Gassen erreicht.

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