Damaskustor (Damascus Gate)

Damaskustor in einer Osternacht. (© Matthias Hinrichsen)

Damaskustor in einer Osternacht. (© Matthias Hinrichsen)

Das Damaskustor ist das größte und eindrucksvollste aller Jerusalemer Tore, liegt an der Nordseite der Altstadtmauer und bildet die Grenze zwischen christlichem und arabischem Viertel. Wenn Sie durch das Tor hindurch gehen, befinden Sie sich im arabischen Teil der Jerusalemer Altstadt. Der Weg anschließend führt weiter zur Klagemauer, zur Grabeskirche, zur Via Dolorosa, dem österreichischen Hospiz und in den Shuk hinein.

Das Damaskustor ist Zugang für Händler im arabischen Altstadtviertel und Handelsplatz. (© Matthias Hinrichsen)

Das Damaskustor ist Zugang für Händler im arabischen Altstadtviertel und Handelsplatz. (© Matthias Hinrichsen)

Damaskustor – Zugang für Händler

Frühmorgens geht es schon geschäftig zu. Händler schieben die schmalen Handkarren vollbeladen mit frischen Lebensmittel durch den Torbogen und müssen dabei immer wieder bremsend wirken, weil Gefälle und das alte, sehr unebene Kopfsteinpflaster die Fahrt zum Kraftakt werden lassen. Nur wenige können sich einen der schmalen, nicht mal einen Meter breiten, Traktoren leisten, die in den teils sehr steilen und rutschigen Gassen den schwersten Teil des Händlerdaseins übernehmen.

Damaskustor am Morgen. (© Matthias Hinrichsen)

Damaskustor am Morgen. (© Matthias Hinrichsen)

Damaskustor tags und nachts

Zur Tageszeit bieten vor dem Eingang und der vorgelagerten Treppe zahlreiche Einheimische, die sich keinen der kleinen Läden in der Altstadt leisten können, ihre Waren feil, teilweise nur auf kleinen Decken. Den Durchgang des Tores füllen kleine Läden und Geldwechselstuben. Nachts ist diese Gegend weitgehend menschenleer, höchstens ein paar Juden könnten auf dem Weg vom einer der jüdischen Viertel außerhalb der Altstadt zur Klagemauer bzw. der Westmauer sein.

Das Damaskustor von der Innenseite. (© Matthias Hinrichsen)

Das Damaskustor von der Innenseite. (© Matthias Hinrichsen)

Die Atmosphäre ist trotzdem gespenstisch, weil für westliche Verhältnisse ungewohnt karg beleuchtet, aber ungefährlich. Die dort lebenden Araber sind friedliche Menschen, die ihrerseits um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen müssen. Sie bieten auf orientalische Art und Weise ihre Waren an, was Westler wiederum als aufdringlich empfinden. Das ist aber in keinem Fall so gemeint, sondern Teil ihrer Kultur und Mentalität.

Das Damaskustor ist während des Fastenmonats Rammadan in den Abendstunden beleuchtet. (© Matthias Hinrichsen)

Das Damaskustor ist während des Fastenmonats Rammadan in den Abendstunden beleuchtet. (© Matthias Hinrichsen)

Damaskustor Historie

Jerusalem und Damaskus verband einst eine Straße, die an der Stelle des heutigen Damaskustores begann. Ebenso verhält es sich mit der hebräischen Bezeichnung Sha’ar Shechem. Während der Regentschaft von Kaiser Hadrian stand an dieser Stelle eine Siegessäule, daher auch die arabische Bezeichnung Säulentor. Von 1535 bis 1538 – zu Zeiten Sultan Süleyman dem Prächtigen – wurde das Damaskustor wie es heute noch vorhanden ist zusammen mit einer Erneuerung der Altstadtmauer erbaut. Das Tor selbst erfuhr im Jahr 2010 aus Anlass der Wiederaufarbeitung der historischen Stadtmauer eine Renovierung, bei denen unter anderem die Pechnasen, Reliefmedaillons und Türmchen aufgearbeitet wurden.

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