Falafel HaZkenim

Ein original arabisches Familienrezept aus den 1950er-Jahren und frische Zutaten sind die Grundlage der besten Falafel in Haifa, sagt Alif Sbait, während der die Falafelmasse formt und in das heiße Fett plumpsen lässt. (© Matthias Hinrichsen)

Ein original arabisches Familienrezept aus den 1950er-Jahren und frische Zutaten sind die Grundlage der besten Falafel in Haifa, sagt Alif Sbait, während der die Falafelmasse formt und in das heiße Fett plumpsen lässt. (© Matthias Hinrichsen)

HAIFA (im) – Die aus pürierten Kichererbsen hergestellten Falafel-Bällchen können gestrost als „Grundnahrungsmittel“ in Israel eingestuft werden. Tausende Imbissbuden bieten Falafel in allen Variationen an, die besten zu finden, ist für einen Besucher des Landes schon ein Glücksspiel. Die besten in Haifa gibt es bei Falafel HaZkenim im alten Stadtteil Vadi Nisnas. HaZkenim, das bedeutet übersetzt „die Alten“. Geschmack ist Ansichtssache, doch das Rezept der Brüder Sbait kreiert eine sehr ausgewogene Balance der Zutaten, mit einer leichten Dominanz von Koriander.

An diesem Morgen steht Alif hinter dem Tresen, ein Mittfünziger, der viel Ruhe ausstrahlt. Gleich gegenüber hat ein Konkurrent vor Jahren einen Laden eröffnet, er verkauft Falafel mit einer weniger würzigen Zusammensetzung, kann jedoch dem Ur-Falafel-Imbiss wenig entgegensetzen, außer ein freundliches Lächeln. Um nicht die Katze oder das Falafel „im Sack“ zu kaufen, empfiehlt Tour-Guide Eva Manger aus Haifa, bei beiden jeweils ein Bällchen zu probieren, das gibt es kostenlos.

So unscheinbar der Imbiss wirkt, die Qualität der Falafel ist außerordentlich gut. (© Matthias Hinrichsen)

So unscheinbar der Imbiss wirkt, die Qualität der Falafel ist außerordentlich gut. (© Matthias Hinrichsen)

Die Wahl fällt schließlich auf eine Falafelrolle von Falafel HaZkenim, die immer noch original dem Rezept der Gründer aus dem Jahr 1950 hergestellt werden. Auch wenn Alif heute im Laden steht, legt er großen Wert darauf, dass sein Bruder Afif Besitzer ist. Gekauft hatten er den Falafel-Imbiss im Jahr 1985 als die israelische Wirtschaft noch in den Kinderschuhen steckte. Auf die Frage nach dem Geheimnis des außergewöhnlichen Geschmacks, erklärt er: „Es gibt nicht viele Geheimnisse, man muss mit dem Herzen dabei sein.“ Die Basis aber seien frische Zutaten in guter Qualität – und nach Ansicht unserer Redaktion ein altes, gutes Familienrezept.

"So muss ein Falafel-Bällchen nach dem Frittieren aussehen", sagt Alif Sbait, der Bruder des Besitzers von Falafel HaZkenim. (© Matthias Hinrichsen)

"So muss ein Falafel-Bällchen nach dem Frittieren aussehen", sagt Alif Sbait, der Bruder des Besitzers von Falafel HaZkenim. (© Matthias Hinrichsen)

Die Auswahl an Salaten, die in das aufgeklappte Fladenbrot hinein kommen, ist sehr gering, wenn nicht sogar kärglich. Eingelegte Gurkenscheiben, Tomaten-Gurken-Salat, Weißkrautsalat und Tahin, die Sesampaste, alles selbst hergestellt. Doch das hat auch seinen Grund: Der Geschmack der Falafel-Bällchen soll nicht von zu vielen anderen Geschmackseindrucken begleitet oder gar zerstört werden. Und so schmeckt die Falafel Pita dann auch – ausgewogen, nicht durch fettige Pommes belastet, aber auch nicht scharf gewürzt durch Chili-Sauce. Kurzum, so muss eine original Falafel-Pita schmecken!

Besucherinformationen:
Falafel HaZkenim
Haifa, haWadi 18 (untere Stadt – Wadi Nisnas)
Telefon 04-8514959
sonntags geschlossen
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