Jeeptour durch die Wüste

Bei der Wüsten-Jeeptour lernt man kompakt die karge Schönheit kennen. (© Matthias Hinrichsen)

Bei der Wüsten-Jeeptour lernt man kompakt die karge Schönheit kennen. (© Matthias Hinrichsen)

Eine Wüsten-Jeeptour ist eine tolle Alternative zur wandernden Erkundung der Wüste. Geführt werden eine Jeeptour von einem Beduinen als Guide. Dieser kennt alle Geheimnisse der Wüste und selbst wenn es dunkel wird, verliert er nicht die Orientierung. Den Wüstenstaub nutzt er als Sonnenschutzmittel, eine Pflanze als Seifenersatz und die kleinen Blätter eines Strauches als Salzlieferant. Der Wüsten-Guide kümmert sich um alles, von der Abholung über die ganz sicher unvergessliche Jeep-Tour bis zur Ablieferung in der Unterkunft.

Spuren im Negev-Sand. (© Matthias Hinrichsen)

Spuren im Negev-Sand. (© Matthias Hinrichsen)

Wüsten-Jeeptour – Unterwegs im Landrover

Die originale Wüsten-Jeeptour findet in einem Landrover Defender statt, dem weltweit tauglichsten Gefährt für staubige Buckelpisten und Flussdurchquerungen. Dem unverwüstlichen Gefährt fehlt jedoch jeglicher Luxus, und Sauberkeit stilisiert sich zum relativen Begriff. Daher empfiehlt es sich, mit Schmutz unempfindlicher Kleidung zur Abholung bereit zu stehen.

Pause für Mensch und Maschine. (© Matthias Hinrichsen)

Pause für Mensch und Maschine. (© Matthias Hinrichsen)

Wüsten-Jeeptour – Ein Abenteuer querfeldein

Querfeldein geht die Wüsten-Jeeptour abseits der Wege, Steigungen und Gefälle jenseits der normalen Straßenbedingungen, eigentlich müsste man den Fahrer neben sich setzen und selbst lenken. Doch der meistert auch kritisch erscheinende Schräglagen, beherrscht und kennt seinen Landrover wie seine Vorfahren die Kamele. Festhalten heißt es wenn er mit 80 Sachen über die Geröllpiste mit tiefen Bodenwellen fegt, eine 60-prozentige Steigung mit bis auf den Fels ausgewaschen Fahrspuren im Kriechgang meistert oder mit spitzbübischer Freude die Seitenwände der kurvigen Taldurchfahrten im Schneckentempo nimmt.

Feldmäßig bereitet der Beduinen-Guide einen kräftigen Kaffee zu. (© Matthias Hinrichsen)

Feldmäßig bereitet der Beduinen-Guide einen kräftigen Kaffee zu. (© Matthias Hinrichsen)

Wenn nach dem ohrenbetäubenden Lärm des Motors, ein Defender ist natürlich nicht schallgedämmt, der Guide auf einem Plateau oder mitten in der Wüste stoppt und den Motor ausschaltet, kommen Sie sich vor, als hätten Sie ein kleines Abenteuer überstanden. Zur Besänftigung nimmt die Stille der Natur das Getöse aus den Ohren und verwahrt es bis später auf. Der Guide entzündet die Flamme seines kleinen Gasbrenners, bringt in einem zerbeulten Blechkessel Wasser für einen türkischen Kaffee zum kochen und stellt eine große Box frischer Datteln auf die ausgebreitete Decke. Stimmungsvoll senkt sich die Sonne im Rücken, lange Schatten richten sich Richtung Jordanien aus, dazwischen der Nordafrikanische Grabenbruch, der zweimal pro Jahr von 500 Millionen Zugvögeln überflogen wird. Stille. Stille, die so gut tut. Stille, die erholsam ist.

Dann wird die Wüsten-Jeeptour fortgesetzt – es geht wieder in die Weiten der Wüste, für den Besucher sieht alles ähnlich aus, Orientierung ist beim ersten Mal völlig unmöglich. Wozu auch. Der Beduinenguide kennt sich aus, hält wieder an, deutet Spuren von Tieren, erklärt die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten natürlicher Produkte, insbesondere von Pflanzen. Zum Abend hin weicht der Tagschein erheblich schneller als in Mitteleuropa. Gut, dass der Beduine den Weg kennt, jede Bodenwelle, jede Kreuzung und immer noch jede vermeintliche Abkürzung über Geröllhaufen zur Demonstration der Geländegängigkeit seines Landrovers auf der dem Ende zustrebenden Wüsten-Jeeptour. Auf der regulären Straßen ist die Ruckelei vorbei, das Stollenprofil der Reifen jaulen als wollten sie zurück auf den steinigen Untergrund. Nun geht es wieder zurück zum Hotel. Leider, denn wir gerne hätte ich die Nacht unter freiem Himmel im Negev verbracht und die Tausenden von glitzernden Sternen beobachtet.

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