Koscher, Küche und Kebap

Ibrahim (re.) und Moshe (li.), Israeli und Palaestinenser. (Foto: ARD)

Ibrahim (re.) und Moshe (li.), Israeli und Palaestinenser. (Foto: ARD)

Alles koscher bei Einsfestival

Fr 10.12.2010 um 16.00 Uhr
Sa 11.12.2010 um 09.10 Uhr
Mo 13.12.2010 um 10.45 Uhr

Israel – Chefköche für den Frieden
Ein Film von Uri Schneider

‚Wir sind christliche, muslimische und jüdische Köche und kommen mit scharfen Messern, bis an die Zähne bewaffnet in die Küche‘, meint Kevork Alemian, maître d’hôtel im legendären American Colony in Jerusalem. Und er fügt mit verschmitztem Lächeln hinzu: ‚Aber die scharfen Messer sind nicht dafür da, um uns gegenseitig abzustechen, sondern um zusammen für den Frieden zu kochen.‘ Kevork Alemian ist Gründer der ‚Chefs for Peace‘, der Köche für den Frieden. Seit sieben Jahren kochen israelische und palästinensische Starköche zusammen Galadinners für Feinschmecker – egal ob jenseits ihrer Friedensoase Krieg herrscht oder die Politiker über Frieden verhandeln. Ins Leben gerufen wurde die Gruppe, als sich vier Chefköche – ein jüdischer Israeli, ein christlich-arabischer Israeli, ein Armenier und ein muslimischer Palästinenser – auf einem Slow Food Festival in Italien kennenlernten. Schnell begriffen sie, wie viel sie voneinander lernen konnten.

‚Seitdem sind meine besten Lehrer palästinensische Mütter‘, schwärmt Moshe Basson, ein jüdischer Chefkoch, der so gut Arabisch spricht wie Hebräisch. Regelmässig geht er auf die arabischen Märkte Jerusalems um mit den palästinensischen Marktfrauen Rezepte auszutauschen. Sein bester Freund: Ibrahim Abu Seir, Chefkonditor in einem israelischen Luxushotel. Abu Seir ist Palästinenser und kennt sich besser in der koscheren Küche aus als manch ein Jude. Der deutsch-israelische Filmemacher Uri Schneider hat die ‚Köche für den Frieden‘ bei ihrer Arbeit begleitet und beobachtet: auf den Märkten und am Herd, aber auch vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts, an Militärcheckpoints und im ewig umkämpften Jerusalem. Das Ergebnis ist ein Film, der zeigt, dass viele Israelis und Palästinenser zusammenleben wollen und können, wenn sie sich darauf besinnen, was sie verbindet. Bei den Friedensköchen ist das die Küche des Orients.