Jüdische Feiertage (und israelische Feiertage)

Jüdische Feiertage haben einen sehr hohen Stellenwert in der jüdischen Bevölkerung. (© Matthias Hinrichsen)

Jüdische Feiertage haben einen sehr hohen Stellenwert in der jüdischen Bevölkerung. (© Matthias Hinrichsen)

Die Feiertage beginnen jeweils am Vorabend des angegebenen Tages, da der Tag im Jüdischen generell mit dem Sonnenuntergang beginnt. Jüdische Feiertage weisen eine sehr lange Tradition auf und heben bei der jüdischen Bevölkerung weltweit einen sehr hohen Stellenwert. Dieses bezieht sich auf alle orthodoxen Juden, aber auch auf die säkularen, die ihren Glauben nicht regelmäßig praktizieren. Vergleichbar ist dieses mit Weihnachten bei Christen. Die jüdischen Feiertage sind in einem Jahreskreis zusammengefasst. Grundlage einiger Feiertage sind historische Ereignisse, wie die 40-jährige Wanderschaft der Israeliten in der Wüste (Laubhüttenfest) oder die Rettung des jüdischen Volkes durch Königin Esther (Purim). Der wichtigste Feiertag bei Juden ist der Shabbat, der wöchentlich stattfindet und den wöchentlichen Ruhetag darstellt.

Zu den jüdischen Feiertagen kommen auch israelische Feiertage dazu, die wie die jüdischen weltweit begangen werden. Diese Feier- bzw. Gedenktage beziehen sich auf die jüngere israelische und jüdische Vergangenheit wie dem israelischen Nationalfeiertag Yom haSchoa, an dem den Opfern des Holocaust gedacht wird.

Jüdische Feiertage – Gliederung

Feste im Jahreskreis: Rosch ha-Schana, Yom Kippur, Sukkot, Hoschana Rabba, Schmini Azeret, Simchat Tora, Chanukka, Tu biSchevat, Purim, Pessach, Lag baOmer, Schawuot und Tu B’Av.
Fasttage: Zom Gedalja, Assara beTevet, Ta’anit Esther, Fasten der Erstgeborenen, Shiwa Assar beTammus und Tischa beAv.
Sonstige Festtage: Shabbat, Brit Mila, Bar/Bat Mitzwa und Rosh Chodesch.
Neuere israelische Feier- und Gedenktage: Yom haSchoa, Yom haZikaron, Yom haAtzma’ut und Yom Jeruschalajim.

Purim (Rettung in der persischen Diaspora)

16.-17. März 2014
5.-6. März 2015
24.-25. März 2016
12.-13. März 2017
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Pessah (Auszug aus Ägypten)

15.-22. April 2014
4.-11. April 2015
23.-30. April 2016
11.-18. April 2017
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Yom haSho’a

27. April 2014
16. April 2015
5. Mai 2016
23. April 2017
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Yom haZikaron (Nationaler Gedenktag)

5. Mai 2014
22. April 2015
11. Mai 2016
30. April 2017
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Jom haAtzma’ut (Unabhängigkeitstag)

6. Mai 2014
23. April 2015
12. Mai 2016
1. Mai 2017
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Schavuot (Wochenfest)

4. Juni 2014
24. Mai 2015
12. Juni 2016
31. Mai 2017
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Tischa Beav (תשעה באב, Fast- und Trauertag 9. Aw)

5. August 2014
26. Juli 2015
14. August 2016
1. August 2017
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Rosch haSchana (Neujahrsfest)

25.-26. September 2014
14.-15. September 2015
3.-4. Oktober 2016
21.-22. September 2017
9.-10. September 2018
29.-30. September 2019
18.-19. September 2020
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Jom Kippur (Versöhnungsfest)

4. Oktober 2014
23. September 2015
16. Oktober 2016
30. September 2017
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Sukkoth (Laubhüttenfest)

9.-15. Oktober 2014, Schlussfest Schmini 16. Oktober 2014
28. Sept. – 4. Okt. 2015, Schlussfest Schmini 5. Oktober 2015
17.-23. Oktober 2016, Schlussfest Schmini 24. Oktober 2016
5.-11. Oktober 2017, Schlussfest Schmini 12. Oktober 2017
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Simchat Torah (Fest der Gesetzesfreude)

17. Oktober 2014
6. Oktober 2015
25. Oktober 2016
13. Oktober 2017
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Chanukka / Hanukka (Lichterfest)

17.-24. Dezember 2014
7.-14. Dezember 2015
25. Dezember 2016 – 1. Januar 2017
13.-20. Dezember 2017
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Das gehört zur feierlichen Eröffnung des Schabbat: Schabbatkerzen, Kidduschbecher und ein besonders besticktes Tuch zum Abdecken des Challot. (© Michael Adelman/iStockphoto)

Das gehört zur feierlichen Eröffnung des Schabbat: Schabbatkerzen, Kidduschbecher und ein besonders besticktes Tuch zum Abdecken des Challot. (© Michael Adelman/iStockphoto)

Schabbat (auch: Sabbat, Sabbath, Shabbat, Schabbat, Schabbes)

Der wöchentliche Schabbat gilt als der wichtigste Feiertag und stellt den siebten Tag in der Schöpfungsgeschichte dar, den Ruhetag. Der Name des Feiertages leitet sich vom Verb „šbt“ ab, das mit aufhören oder beenden übersetzt wird. Er beginnt freitags mit dem Sonnenuntergang. Dann findet sich die gläubige Familie zur rituellen Eröffnung des Feiertages zu Hause ein. Vorher werden alle Zutaten für das Essen besorgt – in Jerusalem zum Beispiel auf dem Mahane Yehuda Markt (-> Video auf YouTube) – anschließend das Essen zubereitet und die Utensilien zur feierlichen Eröffnung auf dem Tisch bereit gestellt: Zwei Sabbatkerzen, Kidduschbecher, besticktes Tuch zum Bedecken der Challot (Brot) – die Zeit wird Erev Schabbat genannt. Vor Einbruch der Dunkelheit entzündet die Frau des Hauses die beiden Schabbatkerzen und spricht den dazugehörigen Segensspruch (Bracha): „Gelobt seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns mit seinen Geboten geheiligt und uns befohlen hat, das Schabbatlicht anzuzünden.“

Darauf folgt der Mann des Hauses und spricht den Friedensgruß Shalom, segnet dann die Kinder und rezitiert aus der Torah Gensis 2, Kapitel 1-3. Über einen mit meist süßem Wein gefüllten Kidduschbecher spricht er den Segen „Gelobt seist Du, Ewiger, unser Gott, Schöpfer der Früchte des Weinstocks“. Danach folgt der Schabbatsegen, welcher an den Schöpfungsbeginn und zudem den Auszug aus der Gefangenschaft in Ägypten erinnern soll.

Nachdem alle von dem Wein getrunken haben, waschen sich alle die Hände, und der Vater spricht folgenden Segen über das Brot: „Gelobt seist Du, Ewiger, unser Gott, der Du das Brot aus der Erde hervorgehen lässt“. Dann streut er ein wenig Salz darüber und isst es. Das restliche Brot zerteilt er mit dem Messer oder bricht es einfach und verteilt es, mit dem Salz, unter den Anwesenden. Zum Abschluss des Essens wird zusammen das Tischgebet (Birkat ha–mason) gesungen. Das anschließende Zusammensein zum festlichen Essen, Singen, Plaudern und Besinnen heißt auf Hebräisch „oneg schabbat“.

Am Samstagmorgen gehen Männer und Frauen gemeinsam zum Hauptgottesdienst in die Synagoge. Im Anschluss findet ein gemeinsames Mittagessen in der Familie statt und der Rest des Tages wird zur Ruhe, Selbstbesinnung, Spazierengehen und Lernen der Torah verwendet.

An diesem Tag ruht der öffentliche Verkehr, zumindest in Israel von jüdischer Seite, und dann ist der Besucher auf die Moslems angewiesen. So fahren beispielsweise nur arabische Sherut Taxis von Jerusalem nach Tel Aviv oder auch in andere Regionen. Die Kosten für die Taxibeförderung sind an diesem Tag höher als an Werktagen und Handeln ist aussichtslos (Araber sind halt auch geschäftstüchtig). In Hotels beispielsweise gibt es besondere technische Einrichtungen, die „Arbeit“ im Sinne der jüdischen Vorschriften vermeiden. So fahren Fahrstühle im „Schabbat-Programm“ und halten jede zweite Etage an, die Türen öffnen und schließen automatisch. Auf den Zimmer kann über ein besonderes Panel der Schabbat-Betrieb eingestellt werden, der automatisch alle elektronischen ein- und ausschaltet.