Grabeskirche (Church of the Holy Sepulchre)

Die Grabeskirche in Jerusalem. (© Matthias Hinrichsen)

Die Grabeskirche in Jerusalem. (© Matthias Hinrichsen)

Die als Grabeskirche oder Kirche vom heiligen Grab bezeichnete Kirche liegt in der Altstadt Jerusalems und wird von orthodoxen Christen auch als Auferstehungskirche (Anastasis) bezeichnet. An dieser Stelle soll Überlieferungen zufolge die Kreuzigung Jesus stattgefunden haben und sich auch dessen Grab befinden. Die Grabeskirche ist der Sitz des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem und des katholischen Erzpriesters der Basilika des heiligen Grabes.

Salbungsstein im Eingangsbereich der Grabeskirche. (© Matthias Hinrichsen)

Salbungsstein im Eingangsbereich der Grabeskirche. (© Matthias Hinrichsen)

Grabeskriche – heutige „Bewohner“

Es sind sechs christliche Konfessionen für die Verwaltung zuständig. Hauptsächlich wird das Heiligtum von der Griechisch-Orthodoxen, der Römisch-Katholischen (Franziskaner) und der Armenisch-Apostolischen Kirche verwaltet; dazu kamen im 19. Jahrhundert die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, die Kopten und die Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche. Dementsprechend unterschiedlich ist die Gewichtung bei Aufgaben und Schreinen innerhalb der Kirche. Die äthiopischen Christen leben als kleine Gruppe auf einem der Kirchendächer.

Orthodoxe Geistliche regeln den Einlass zum Grabstein Jesu. (© Matthias Hinrichsen)

Orthodoxe Geistliche regeln den Einlass zum Grabstein Jesu. (© Matthias Hinrichsen)

Penibel genau geregelt sind auch die Gebetszeiten. Darauf achten gleichermaßen alle konfessionellen Vertreter. So kann es durchaus auch zu Meinungsverschiedenheiten kommen, die nicht selten zu Handgreiflichkeiten führen, was dann weniger christlich ist. Am kritischsten wird die festgelegte Aufteilung an Ostern, wenn alle die Auferstehung feiern wollen. Als sichtbares Beispiel des Beharrens ist über dem Haupteingang eine Holzleiter, die seit dem 19. Jahrhundert dort steht. Sie diente den Mönchen zum Einstieg, wenn wie Eingangstüren behördlich geschlossen waren. Da nicht geregelt ist, wer diese Leiter entfernen darf, steht sie bis heute dort.

Die Grabeskirche in Jerusalem kurz vor der Schließung. (© Matthias Hinrichsen)

Die Grabeskirche in Jerusalem kurz vor der Schließung. (© Matthias Hinrichsen)

Moslems in der Grabeskirche?

Zwei moslemische Familien sind seit Jahrhunderten, mindestens seit dem 12. Jahrhundert,  in Diensten der Grabeskirche. Die Familie Joudeh verwaltet die Schlüssel der Kirche und Familie Nusseibeh verschließt und öffnet die Haupttür. Daneben traten die Familienmitglieder als Schlichter bei Streitigkeiten auf, die auch Grund für die Schlüsselübertragung waren. Um 21.00 Uhr verlassen die letzten Besucher die Grabeskirche. Dann folgt durch ein Mitglied der moslemischen Familie ein kurzes, ungewöhnliches Schließungsritual und die Leiter wird durch eine Luke in die Kirche hinein geschoben.

Die Grabeskirche wird durch ein Mitglied der arabischen Familie verschlossen. (© Matthias Hinrichsen)

Die Grabeskirche wird durch ein Mitglied der arabischen Familie verschlossen. (© Matthias Hinrichsen)

Nachts in der Grabeskirche

Während der Nacht herrscht jedoch keine Ruhe innerhalb der Mauern, sondern es werden sämtliche religiösen Rituale innerhalb des Gebäudes auch des Nachts durchgeführt. Besucher haben die Möglichkeit, dieses selbst mitzuerleben und können die Nacht in der Grabeskirche verweilen – allerdings ohne Schlafplatz.

Das Allerheiligste: Grab Jesu in der Grabeskirche. (© Matthias Hinrichsen)

Das Allerheiligste: Grab Jesu in der Grabeskirche. (© Matthias Hinrichsen)

 

Besucherinformationen

Grabeskirche Jerusalem

Öffnungszeiten: 5.00-21.00 Uhr (April-September), 5.00-20.00 Uhr (Oktober), 4.00-19.00 Uhr (November-März)
Eintritt frei
Besonderes: Schließungsritual durch die arabischen Hausherren; die Nacht in der Grabeskirche verbringen (keine Betten vorhanden)

Grabeskirche