Masada (Massada/Messada)

Die exponierte Lage machte es den Römern schwer, die Festung mit den jüdischen Rebellen zu erobern. (© Matthias Hinrichsen)

Die exponierte Lage machte es den Römern schwer, die Festung mit den jüdischen Rebellen zu erobern. (© Matthias Hinrichsen)

Masada National Park
UNESCO Weltkulturerbe (seit 2001)

Mit Masada hinterließ Herodes der Große am Rande des Toten Meeres ein machtstrotzendes Bauwerk mitten in der Wüste. Neben dem Tempelberg in Jerusalem und dem Herodium südlich davon, ist dieses das dritte Zeugnis römischer Monumental-Baukunst, erbaut 37-31 v. Chr. Dieser Ort war von Herodes aus strategischen Gründen gewählt worden. Masada (Massada) sollte Herodes als Zufluchtsort vor seinen jüdischen Feinden und Kleopatra dienen. Doch weder die eine noch die andere Bedrohung wurde jemals wahr. Herodes war nur ein einziges Mal dort – nicht flüchtend.

Blick von der mittleren Palastebene zur oberen. (© Matthias Hinrichsen)

Blick von der mittleren Palastebene zur oberen. (© Matthias Hinrichsen)

Jüdische Rebellen besetzen Masada

Das Ende Masadas als Festung zeichnet sich durch ein tragisches Ereignis aus. Im Jahr 66 n. Chr., der Aufstand gegen die Römer war voll entbrannt, übernahmen und verschanzten sich jüdische Rebellen unter der Führung von Eleasar Ben Jair in der Festung. Diese Gruppe gehörte den Zeloten (daher der Begriff Zeloten-Festung), einer radikalen jüdischen Partei, die Jerusalem wegen innerjüdischer Meinungsverschiedenheiten verließen, an.

Traumhafter Blick mehrere zehn Kilometer weit.

Traumhafter Blick in die unendlichen Tiefen der Wüste. (© Matthias Hinrichsen)

Zehnte Legion stürmt Masada

Sechs Jahre verbrachten Sie dort unbehelligt, doch das Römische Heer gab keine Ruhe. Im Jahr 72 n. Chr., zwei Jahre nach dem Fall Jerusalems, ließ der Statthalter Flavius die Zehnte Legion gegen die in jeglicher Hinsicht unterlegenen jüdischen Rebellen aufmarschieren. Erst durch eine achtmonatige Belagerungzeit, in der ein 4,5 Kilometer langer Außenwall mit acht Militärlagern und eine Rampe von Landesseite errichtet worden war, boten sich den Römern die Vorraussetzungen für eine Eroberung. Aber erst der massive Angriff brachte sichtbaren Erfolg. In dieser ausweglosen Lage, am ersten Tag des Pessachfestes, beschlossen sie den kollektiven Mord, um nicht in die Hände des Feindes zu fallen. Alles wurde verbrannt, bis auf die Lebensmittel, um zu zeigen, dass sie nicht verhungert waren. Nach Überlieferung des jüdischen Geschichtsschreibers Joseph Flavius überlebten zwei Frauen und fünf Kinder, die sich in einer Wasserleitung versteckt haben sollen und so dem Tod entkamen. Aus Ehrfurcht vor der Ehrentat soll der römische Befehlshaber diesen Frauen und Kindern die Freiheit geschenkt haben.

Mit der Seilbahn, erbaut 1998, geht es bequem nach oben, währenddessen man den Ausblick genießen kann. (© Matthias Hinrichsen)

Mit der Seilbahn, erbaut 1998, geht es bequem nach oben, währenddessen man den Ausblick genießen kann. (© Matthias Hinrichsen)

Tausende graben Masada aus

Tausende freiwilliger Helfer gruben unter der Leitung des israelischen Archäologen Professor Yigal Yadin die Überreste von Masada und mit ihnen eine Vielzahl an Informationen und Bauten aus. Darunter sind der Nordpalast, die Privatresidenz des Koenigs, der Westpalast und die offizielle Amtsresidenz. Empfangsräume auf Masada waren mit einem Mosaikboden ausgestattet, dem ältesten in Israel. Darüber hinaus gibt es Speicher, Badeanlagen, Heißwasserräume und ein Zisternen-System mit einem Fassungsvermögen von 4.000 Kubikmetern (4.000.000 Liter), in dem Regenwasser gesammelt wurde.

In den Wohn- und Baderäumen fanden die Archäologen die bekannten, kunstvollen römischen Mosaike. (© Matthias Hinrichsen)

In den Wohn- und Baderäumen fanden die Archäologen die bekannten, kunstvollen römischen Mosaike. (© Matthias Hinrichsen)

Für die Juden ist Masada Inspirationsquelle und Symbol des jüdischen Behauptungwillens.

5 Uhr morgens auf Masada, der Blick gen Osten über das Tote Meer. (© Matthias Hinrichsen)

5 Uhr morgens auf Masada, der Blick gen Osten über das Tote Meer. (© Matthias Hinrichsen)

Masada – Besuchertipp

Masada – Besuchertipp 1: Erleben Sie Masada (Massada) am besten noch vor Sonnenaufgang! Dazu müssen Sie früh aufstehen, aber es lohnt sich. Sie sollten spätestens um 5.00 Uhr oben auf der Festung sein. Wundern Sie sich nicht, Sie werden nicht alleine sein.

Masada – Besuchertipp 2:
Erklimmen Sie die Festung von der Meerseite her. Der Start ist bei der Jugendherberge am Fuß des Bergs. Alternativ für gehbeeinträchtigte Besucher oder solche mit nicht so guter Kondition bietet sich die Seilbahn an, die nur 10 Minuten zur Festung benötigt.

Auf dem Plateau von Masada lebten über 2.000 Menschen, angeführt von jüdischen Rebellen. (© Matthias Hinrichsen)

Auf dem Plateau von Masada lebten über 2.000 Menschen, angeführt von jüdischen Rebellen. (© Matthias Hinrichsen)

 

Israel Nature and Park AuthorityBesucherhinweise

Masada – Besucherinformationen

 

  • Schwierigkeitsgrad: leicht (Seilbahn + Aufgang über Römerrampe), mittelmäßig anstrengend (Aufstieg über Ostseite)
  • Geeignet für: Fußgänger, teilweise Rollstuhlfahrer
  • Aufenthaltsdauer: 3 Stunden
  • Beste Besuchszeit: ganzjährig
  • Nicht vergessen: Besuch des „Yigal Yadin Masada Museum“
  • Ausstattung und Attraktionen: Audio-Führung, Souvenir-Shop, Musem, Übernachtungscamping für Gruppen (Westseite), Jugendherberge (Ostseite), Restaurant (für Gruppen nach tel. Voranmeldung 08-652-0999; 050-680-0003 – Udi)
  • Öffnungszeiten: April-September 8.00-17.00 Uhr; Oktober-März 8.00-16.00 Uhr; Schließung freitags und vor Feiertagen eine Stunde früher
  • Seilbahn: Samstag-Donnerstag 8.00-16.00 Uhr; Freitag und Feiertage 8.00-14.00 Uhr; Yom Kippur 8.00-12.00 Uhr; letzter Einlass eine Stunde vor Schließung
  • Sound- & Light-Show: Reservierung unter Tel. 08-995-9333
  • Telefon: 04-982-3263
  • Eintritt: Ostseite-Seilbahn: Erwachsene NIS 67/Kinder NIS 38; Gruppen ab 30 Personen NIS 63/37; Ostseite-Schlangenpfad: Erwachsene NIS 25/Kinder NIS 13; Gruppen ab 30 Personen NIS 21/12; Kombinations-Ticket (Eintritt und Seilbahn): Erwachsene NIS 49/Kinder NIS 26; Gruppen ab 30 Personen NIS 45/25; Seilbahn, einfache Fahrt: Erwachsene NIS 24/Kinder NIS 13; Seilbahn, Hin- und Rückfahrt: Erwachsene NIS 42/Kinder NIS 25
  • Service für Handicap-Besucher: Zugang zum Parkplatz, Eingang Pavillon, Seilbahn, Besuch des Plateaus

Die Angaben basieren auf Informationen der Israel Nature and Parks Authority / 2010 / Änderungen sind möglich.

Schreibweisen: Masada, Massada, Messada

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