Hiskija-Tunnel

Diese Tafel ist ein Zeugnis der Grabung vor 2700 Jahren. (© Matthias Hinrichsen)

Diese Tafel ist ein Zeugnis der Grabung vor 2700 Jahren. (© Matthias Hinrichsen)

Durch den mehr als 2700 Jahre alten unterirdischen Hiskija-Tunnel (701 v. Chr. erbaut) flossen bis zu 50.000 Liter Quellwasser. Auf diese Weise wurden die Einwohner Jerusalems mit frischem Trinkwasser versorgt. Es ist die einzige Quelle Jerusalems und zu damaliger Zeit von strategischer und lebensnotwendiger Bedeutung – insbesondere im Falle einer Belagerung durch fremde Truppen.

Der Eingang wie auch rund zwei Drittel des Tunnels sind so niedrig, dass man in gebückter Haltung gehen muss - zeitweise ein anstrengender Akt für Ungeübte. (© Matthias Hinrichsen)

Der Eingang wie auch rund zwei Drittel des Tunnels sind so niedrig, dass man in gebückter Haltung gehen muss – zeitweise ein anstrengender Akt für Ungeübte. (© Matthias Hinrichsen)

Hiskija-Tunnel – König Hsikija war Baumeister und Namensgeber

König Hiskija (727-698 v. Chr.) hatte die Belagerung und den Untergang Samarias miterlebt und daraus gelernt. Er ließ diesen Tunnel graben, und es war ein technisches Meisterwerk schon während der Grabung, denn die Baumeister trieben die Röhre von zwei Richtungen in den Fels hinein – und trafen sich mit nur wenigen Zentimetern Abweichung. Eine Inschrift aus dieser Zeit, die 1880 entdeckt wurde, zeugt vom dem Ereignis. Das Original befindet sich im Istanbuler Archäologischen Museum:

Der Tunnel ist nicht beleuchtet, erst das Licht einer Taschenlampe oder eines Kamera-Blitzes offenbart die Umgebung im kühlen Quellwasser. (© Matthias Hinrichsen)

Der Tunnel ist nicht beleuchtet, erst das Licht einer Taschenlampe oder eines Kamera-Blitzes offenbart die Umgebung im kühlen Quellwasser. (© Matthias Hinrichsen)

Hiskija-Tunnel – 533 Meter lang bis zum Siloah-Teich

Die schlangenförmige, 533 Meter lange Röhre wurde 1839 von E. Robinson entdeckt. Die Höhe variiert zwischen 1,50 und 5 Metern, die Breite beträgt zwischen 55 und 65 Zentimetern. Das Gefälle auf gesamter Länge beträgt zwei Meter. Seit einigen Jahren können Besucher durch den Wasser führenden Tunnel in Richtung Siloah-Teich hindurch waten. Menschen mit Platzangst sei aber davon abgeraten, da keinerlei Ausweich- oder Ausstiegsmöglichkeiten geboten sind. Für alle anderen ist es ein einmaliges und erfrischendes Erlebnis, besonders zu heißen Tagen. Schuhpflicht besteht nicht, wenn Sie barfuß gehen, gönnen Sie Ihren Füßen noch etwas Gutes, aber offene Schuhe sind auch in Ordnung. Der Eintritt ist angemessen, auch wenn das Erlebnis von relativ kurzer Dauer ist. Es lohnt sich in jedem Fall. Sie müssen eine Taschenlampe mitnehmen, der Tunnel ist nicht beleuchtet. Der Hiskija-Tunnel endet am Siloah-Teich, der im Jahr 2004 entdeckt wurde.

Detailaufnahme der Tafel. (© Matthias Hinrichsen)

Detailaufnahme der Tafel. (© Matthias Hinrichsen)

Der Hiskija-Tunnel mündet in den Siloah-Teich, der bei Kindern sehr beliebt ist. (© Matthias Hinrichsen)

Der Hiskija-Tunnel mündet in den Siloah-Teich, der bei Kindern sehr beliebt ist. (© Matthias Hinrichsen)

Hiskija-Tunnel – Warum wurde die Stadt nicht direkt an der Quelle errichtet?

Hier ging es um eine Abwägung strategischer Vorteile. Jerusalem sollte möglichst hoch auf dem Felsen gebaut werden, um die umliegende Gegend zu überragen, eventuelle Feindangriffe frühzeitig erkennen zu können und ihnen im Notfall möglichst geringe Chancen einer Eroberung zu geben, die Distanz zur lebenspenden Quelle durfte jedoch auch nicht zu weit entfernt sein.

Hiskija-Tunnel – Biblischer Bezug

Dieser befindet sich in 2. Könige 20,20 und 2. Chronik 32,30.

Israel Nature and Park AuthorityBesucherhinweise

  • Schwierigkeitsgrad: etwas anstrengend, teilweise niedrige Deckenhöhe und schmaler Gang
  • Geeignet für: Fußgänger
  • Nicht geeignet für Menschen mit Platzangst
  • Aufenthaltsdauer: 1 Stunde (mit Abstieg zum Eingang und Wartezeit)
  • Beste Besuchszeit: Frühling, Sommer, Herbst
  • Ausstattung: Imbiss, Miete von Taschenlampen und Gummistiefeln, Gruppen- und Einzelführung nach Voranmeldung
  • Öffnungszeiten: April-September 8.00-19.00 Uhr, freitags und am Vorabend von Feiertagen bis 15.00 Uhr; Oktober-März 8.00-17.00 Uhr, freitags und am Vorabend von Feiertagen bis 13.00 Uhr; letzter Einlass in den Hiskija-Tunnel: 2 Stunden vor Schließung
  • Telefon: City of David Besucherzentrum 1-800-25-24-23
  • Eintritt: Erwachsene NIS 29/Kinder NIS 15, Gruppen ab 30 Personen NIS 23/14
  • Hunde sind nicht erlaubt
  • Für Rollstuhlfahrer leider nicht geeignet, da sehr viele Stein- und Wendeltreppen zum Eingang führen, der Tunnel selbst ist durch die geringe Breite ebenfalls nicht für Rollstühle geeignet
  • Anreise – Auto: Die beiden Auto-Parkplätze Givati und Mount Zion stehen zur Verfügung.
  • Anreise – Bus: Egged Buslinien 1 ,38, 99

Die Angaben basieren auf Informationen der Israel Nature and Parks Authority / 2013 / Änderungen sind möglich.

Davidstadt