Sukkot (Laubhüttenfest)

Am Laubhüttenfest (Sukkot) steht die Laubhütte vor der Jüdischen Gemeinde in Hannover steht unter freiem Himmel. (© Matthias Hinrichsen)

Am Laubhüttenfest (Sukkot) steht die Laubhütte vor der Jüdischen Gemeinde in Hannover steht unter freiem Himmel. (© Matthias Hinrichsen)

Im 3. Mose (Levitikus), Kapitel 23, findet sich der Hinweis auf Sukkot, dem Laubhüttenfest: „Am 15. Tag des 7. Monats beginnt das Laubhüttenfest. Es wird zur Ehre des Herrn sieben Tage gefeiert. Am ersten Tag lasst ihr alle Arbeit ruhen und versammelt euch zum Gottesdienst. Sieben Tage sollen dem Herrn besondere Opfer dargebracht werden. Am achten Tag kommt ihr wieder zur großen Festversammlung zusammen und bringt dem Herrn ein Festopfer dar. Auch an diesem Tag muss jede Arbeit ruhen.“ (Die Gute Nachricht-Bibel, 3. Mose, 23:33-36) Ein zusätzlicher Hinweis befindet sich im 2. Mose 23:14-17

Sukkot (Laubhüttenfest) – biblischer Bezug

Das Laubhüttenfest, auf Hebräisch Sukkot (übersetzt heißt es „Hütten“), wird von Juden in der ganzen Welt vom 15. bis 21./22. Tischri des jüdischen Kalenders gefeiert und beginnt jeweils am Vorabend (der jüdische Tag beginnt mit Einbruch der Dunkelheit). Sukkot ist neben Pessach und Schawout das letzte der drei Wallfahrtsfeste und gilt gleichzeitig als das größte Freudenfest. Der erste und der letzte Tag (Hoschaana Rabba) des Zeitraums sind die Feiertage, an denen für die Ernte gedankt wird.

Die Thora steht im Mittelpunkt des letzten Festtags. (© Matthias Hinrichsen)

Die Thora steht im Mittelpunkt des letzten Festtags. (© Matthias Hinrichsen)

Sukkot (Laubhüttenfest), Schemini Azeret und Simchat Tora

Innerhalb des Zeitraums finden drei verschiedene Feste statt, auch wenn der Eindruck eines Festes entsteht: Sukkot (Laubhüttenfest), Schemini Azeret (Schlussfest) und Simchat Tora (Tag der Gesetzesfreude). Sukkot dauert sieben Tage, Schemini Tora wird in Israel einen Tag lang gefeiert, als sei es ein Teil von Schemini Azeret. In der Diaspora hingegen ist es der zweite Tag von Schemini Azeret.

Das Laubhüttenfest ist ein siebentägiges Fest, dessen letzter Tag Hoschaana Rabba heißt. Schemini Azeret feiert man heute in Israel nur an einem Tag, doch in der Diaspora an zwei Tagen. In Israel wird Simchat Tora so gefeiert, als wäre es Teil des Festtages von Schemini Azeret. In der Diaspora ist Simchat Tora der zweite Tag des zweitägigen Festes von Schemini Azeret.

Rabbiner mit Etrog. (© flavio~/flickr CC BY 2.0)

Rabbiner mit Etrog. (© flavio~/flickr CC BY 2.0)

Das Innere der Hütte ist mit viel frischem Obst und Dekoration geschmückt. (© Matthias Hinrichsen)

Das Innere der Hütte ist mit viel frischem Obst und Dekoration geschmückt. (© Matthias Hinrichsen)

Die Laubhütte zum Laubhüttenfest steht als Symbol für die 40-jährige Wanderschaft in der Wüste, nachdem das Volk von Mose durch den Willen Gottes aus ägyptischer Gefangenschaft befreit wurde. Diese befindet sich entweder im Garten, auf dem Hof oder auch auf dem Balkon, Hauptsache unter freiem Himmel. Fromme Familien essen und übernachten auch manchmal in der Sukka (Hütte).

Das Bauen der Laubhütte soll den Gläubigen auch daran erinnern, dass sich der Mensch auf Materielles in der Welt nicht verlassen kann und es jederzeit verloren gehen kann. Gott hingegen ist unvergänglich – so kann ihm vertraut werden.

Sukkot (Laubhüttenfest) – der Feststrauß

Ebenfalls im 3. Mose findet sich der Bezug auf den Feststrauß, zudem werden die Tage durch Wiederholung bekräftigt.

Gläubiger in einer Hütte mit dem Feststrauß. (© Howard Sandler/istockphoto)

Gläubiger in einer Hütte mit dem Feststrauß. (© Howard Sandler/istockphoto)

„Zum Laubhüttenfest, das nach dem Einbringen der Ernte am 15. Tag des 7. Monats mit einem Ruhetag beginnt und eine Woche später mit einem Ruhetag abschließt, müsst ihr noch beachten: Ihr nehmt am ersten Tag des Festes die schönsten Früchte eurer Bäume, dazu Palmzweige und Zweige von Laubbäumen und Bachweiden und feiert dann sieben Tage lang ein Freudenfest zu Ehren des Herrn, eures Gottes. Jedes Jahr sollt ihr dieses Fest im 7. Monat feiern; diese Anordnung gilt für immer, für alle eure Nachkommen.Alle Leute von Israel im ganzen Land müssen diese sieben Tage in Laubhütten wohnen.Eure Nachkommen in allen künftigen Generationen sollen daran erinnert werden, dass ich, der Herr, das Volk Israel einst auf dem Weg von Ägypten in sein Land in Laubhütten wohnen ließ. Ich bin der Herr, euer Gott!«Alle diese Anweisungen für die Feste des Herrn gab Mose dem Volk weiter.“ (3. Mose, 23:39-44)

Der Feststrauß besteht aus vier Pflanzenarten: einem Palmzweig (hebr. Lulav), drei Myrtenzweigen (hebr. Hadassim), zwei Bachweidenzweigen (hebr. Arawot) und der Etrog (Zitronatzitrone). Diese „Vier Arten“ werden einmal täglich geschüttelt, außer am Shabbat und er wird zu den Gottesdiensten mitgebracht.

Schreibweisen: Sukkot, Succoth, Sukkos