70.000 Quadratmeter Rothschild-Garten

26.12.2012 (20:36) von | Kategorie: Natur
Baumallee im Garten Ramat Hanadiv. (© Eran Finkle/flickr CC BY 2.0)

Baumallee im Garten Ramat Hanadiv. (© Eran Finkle/flickr CC BY 2.0)

HAIFA (im) – Zwischen Haifa und Tel Aviv liegt der bei Touristen wenig bekannte Ort Zichron Ja’akow, was so viel bedeutet “Erinnerung an Jakob”. Er wurde 1882 von jüdischen Einwanderern mit Unterstützung von Baron Edmond de Rothschild als Moschawa gegründet und zu Ehren seines Vaters Jakob benannt. Der Ort ist auch Hauptsitz des größten israelischen Weinproduzenten “Carmel”. Die andere Sehenswürdigkeit des Ortes ist ein wahres Juwel der Gartenbaukunst: die architektonisch herausragenden Gärten Ramat Hanadiv.

Ramat Hanadiv heißt übersetzt “Gipfel des Wohltäters”. Die 70.000 Quadratmeter große Gartenanlage befindet sich an den Hängen des Karmelgebirges und wurde 1954 aufgebaut. In den Anlagen blühen eine Vielzahl von Rosensorten und anderen Pflanzen, die je nach Jahreszeit zwischen den gepflasterten Wegen eine farbenprächtige Kulisse abgeben. Umgeben ist der Garten von einem vier Quadratkilometer großen äußerst sehenswerten Naturpark, mit dem die Rothschild-Stiftung die Erforschung der Flora, Fauna und Archäologie unterstützt.

Geranienteppich im Park Ramat Hanadiv. (© chany crystal/flickr CC BY-ND 2.0)

Geranienteppich im Park Ramat Hanadiv. (© chany crystal/flickr CC BY-ND 2.0)

Am Informationszentrum erhält der Besucher ein Wegweiser durch den Park. Einer der Höhepunkte des Parks ist Horvat Eleq, eine prächtige Villa im hellenistisch-römischen Stil mit 150 Zimmern, die vermutlich jüdischen Adligen gehörte, umgeben von einer Schutzmauer mit Turm. Gleich in der Nähe hatten sich Einwohner des Ortes an der Quelle Ein Tzur, die auch die Villa mit frischem Quellwasser versorgte, ein Badehaus mit Schwimmbad errichtet.

Rosengarten im Ramat Hanadiv. (© Eran Finkle/flickr CC BY 2.0)

Rosengarten im Ramat Hanadiv. (© Eran Finkle/flickr CC BY 2.0)

Wenn Sie die Gärten betreten, sehen Sie das Wappen der Rothschilds mit der geballten Faust und fünf Pfeilen. Diese symbolisieren die fünf Söhne von Mayer Rothschild, dem Patriarchen des Rothschild-Clans. Das Motto der Familie steht unter dem Schild, in Latein: Concordia, Integritas, Industria (Einheit, Integrität, Fleiß).

Baron Edmond de Rothschild hatte in seinem Testament festgelegt, dass er in Israel begraben werden wollte. Er starb am 2. November 1934 und wurde vorübergehend auf französischem Boden beigesetzt. Die sterblichen Überreste von Baron und Baroness wurden an Bord einer Fregatte im April 1954 gebracht und in Haifa mit Ehren – sprich Sirenengeheul und 19 Salutschüssen – empfangen. Die Regierung hatte ein Staatsbegräbnis angeordnet und der Baron und Baroness wurden erneut beigesetzt in Israel. David Ben-Gurion pries den Baron als unvergleichlichen Menschen in der neuzeitlichen Besiedlungsgeschichte des jüdischen Volkes.

Die schönsten Bereiche des Gartens

Die Gruft: Dort sind der Baron und Baroness beigesetzt. Elegante Schlichtheit kennzeichnet ihre letzte Ruhestätte.

Der Duftgarten: Dieser Garten wurde besonders für Sehbehinderte entworfen, sodass diese die Pflanzen durch ihren Duft genießen können. Es umfasst wohlriechende Pflanzen und Kräuter. Besucher sind aufgefordert, die Pflanzen in diesem Abschnitt zu berühren; die Beschreibungen sind in Braille, Latein, Hebräisch und Arabisch geschrieben.

Kaskaden-Garden: Terrassenanalge, die den Mittelmeerraum widerspiegeln, mit Drachenbäumen und großen Zypressen gesäumt.

Rosengarten: Dieser formal angelegte Garten mit einer Vielzahl von Rosen ist durch Wasserbecken mit Springbrunnen bereichert. Sie alle stehen stellvertretend für die männlichen Familienmitgliedern der Familie Rothschild: Das große Becken stellt das Oberhaupt der Familie dar, während die fünf kleinen Becken seine fünf Söhnen repräsentieren.
Palmengarten: Er befindet sich auf der Ostseite des Parks und zeigt eine kleine Auswahl von weltweit rund 2800 Palmenarten.

Samaria-Aussichtspunkt: Zwischen Rosen- und Palmengarten befindet

sich dieser schöne Aussichtspunkt.

Besucherinformationen
Die Ramat Hanadiv Gedenkgärten befinden sich an der Straße 652. Der Eintritt ist frei. Die Öffnungszeiten sind:
Sonntag-Donnerstag 8.00-15.45 Uhr
Freitag und Vorabend zu Feiertagen 8.00-13.45 Uhr
Samstags und Feiertage 8.00-16.00 Uhr
>>> Internetseite Ramat Hanadiv

 

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