Paul Klees “Schleiertanz” zurückgegeben

30.09.2010 (16:42) von | Kategorie: Kultur

NEW YORK (im) – Das Israel Museum in New York hat Paul Klees “Schleiertanz” aus dem Jahre 1920 an eine jetzt ermittelte Erbin des deutschen Kunstsammlers Harry Fuld Jr. zurückgegeben. Fuld besaß die Arbeit von 1932 bis 1941, bis es von den Nazis beschlagnahmt wurde.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war das Kunstwerk dem Bezalel Nationale Museum treuhänderisch übergeben worden, bis es 1950 durch die Jüdische Restitutions-Nachfolger-Organisation (JRSO) an das Israel Museum übereignet wurde. Die JRSO wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um erbeutete Kunstwerke weltweit zu verteilen, deren Eigentümer oder Erben nicht mehr auffindbar waren.

Die jetzige Rückgabe war durch den letzten deutschen Rückgabe-Spezialisten Dr. Jost von Trott zu Solz ermöglicht worden. Die Ergebnisse seiner Recherchen ergaben, dass Fuld Klees “Schleiertanz” im Jahr 1937 bei der Transportfirma von Gustav Knauer deponierte. Aufgrund der Nazi-Verfolgung floh er nach Großbritannien, hatte jedoch die Absicht, seinen Besitz nachliefern zu lassen. 1941 wurde ein Gesetz verabschiedet, wodurch der Besitz von ins Ausland emigrierten Juden in das Eigentum des damaligen “Dritten Reiches” ohne Entschädigung übereignet wurde.

Rechtmäßige Erbin des Nachlasses von Fuld ist seine ehemalige Haushälterin Gita Gisela Martin. Sie schenkte Klees “Schleiertanz” der Organisation “Roter Davidstern”, dem britischen Pedant des Roten Kreuzes.

Der “Schleiertanz” wird jetzt, als ein Teil des Stands des Erben von Herrn Fuld, Gita Gisela Martins, zum Davidsstern Adom das Vereinigte Königreich, Israels gleichwertiger Dienst zum Roten Kreuz geschenkt.

(mh/artdaily) … zum Originalartikel

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