Papst-Reise führt zu Friedensgebet im Vatikan

27.06.2014 (14:51) von | Kategorie: Pilger
Papst Franziskus, Palästinenserpräsident Abbas und der israelische Staatspräsident Shimon Peres pflanzen im Vatikan gemeinsam einen Olivenbaum. (© GPO/Haim Zach CC BY-NC 4.0)

Papst Franziskus, Palästinenserpräsident Abbas und der israelische Staatspräsident Shimon Peres pflanzen im Vatikan gemeinsam einen Olivenbaum. (© GPO/Haim Zach CC BY-NC 4.0)

ROM/JERUSALEM (im) – Papst Franziskus hat seiner Reise ins Heilige Land Ende Mai durch seine Einladung zum Friedensgebet im Vatikan, dem Hauptsitz der katholischen Kirche, eine zusätzliche Gewichtung beigemessen. Geladen waren Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der israelische Staatspräsident Shimon Peres. Während seines Aufenthaltes in Israel hatte der Pontifex unter anderem die Klagemauer und die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht und sich aus historischem Anlass mit dem Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäos I. getroffen.

Während seines Besuchs der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem verneigt sich der Papst vor Überlebenden der Shoah. (© GPO/Amos Ben Gershom CC BY-NC 4.0)

Während seines Besuchs der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem verneigt sich der Papst vor Überlebenden der Shoah. (© GPO/Amos Ben Gershom CC BY-NC 4.0)

Das Programm des Papstes Franziskus war für alle Tage seines Aufenthalts minutiös geplant. Die Schwerpunkte legte er auf die Themen Frieden, Versöhnung und Liebe. Am Schlusstag besuchte er die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und verneigte sich vor anwesenden Opfern der Shoah und küsste ihre Hände. „Nie wieder, oh Gott, nie wieder!“ sagte Franziskus in seiner Rede und sprach damit aus, was Millionen von Menschen tief im Herzen bewegt, wenn sie sich an diese Zeit erinnern.

Umso mehr mahnte er während seiner Rede vor dem Großmufti und Vertretern der muslimischen Religion auf dem Tempelberg. „Möge niemand den Namen Gottes durch Gewalt missbrauchen.“ Dieser Ort ist für Muslime, nach Mekka und Medina der drittwichtigste, denn nach islamischer Tradition, soll von dem Fels, der unter der Kuppel des Felsendoms verborgen ist, der Prophet Mohammed auf einem Pferd in den Himmel geritten sein. Nach biblischer Überlieferung wollte Abraham seinen Sohn Isaak auf Geheiß Gottes opfern, um ihn in seiner Treue zu prüfen.

Papst Franziskus an der Klagemauer, in der linken Hand hält er den Umschlag mit dem Vaterunser, den er später in eine Mauerritze stecken wird. (© GPO/Kobi Gideon CC BY-NC 4.0)

Papst Franziskus an der Klagemauer, in der linken Hand hält er den Umschlag mit dem Vaterunser, den er später in eine Mauerritze stecken wird. (© GPO/Kobi Gideon CC BY-NC 4.0)

Danach ging der Pontifex zur Klagemauer, Juden nennen diesen Teil Westmauer. Sie ist ihr heiligster Ort, weil er am nächsten zum zerstörten Zweiten Tempel liegt. Papst Franziskus betete dort und folgte anschließend dem jüdischen Brauch, ein Gebet zur Erhörung in eine Mauerritze zu stecken. Es war das Vaterunser auf Spanisch, geschützt durch einen Umschlag. Eine Umarmung zwischen ihm, dem argentinischen Rabbi Abraham Skorka und Omar Abbud, einem geistlichen Muslim, sollte die brüderliche Verbundenheit zwischen den drei Weltreligionen symbolisieren.

Priorität seines Besuchs in Jerusalem hatte die Begegnung mit Bartholomäos I., dem Patriarchen von Konstantinopel. In der Grabeskirche feierten die Führer der katholischen und der orthodoxen Kirchen einen ökumenischen Gottesdienst und erinnerten so an das erste Treffen eines Papstes (Papst Paul VI.) mit dem Patriarchen von Konstantinopel (Athenagoras) vor 50 Jahren in der heiligen Stadt. Franziskus bezeichnete die Zusammenkunft als „neuen und notwendigen Schritt zur Einheit“.

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