Fünf Fragen an „Mister Israelkongress“ Sacha Stawski

12.09.2011 (19:53) von | Kategorie: Allgemein

Sacha Stawski ist der Initiator des Deutschen Israelkongresses in Frankfurt am 23. Oktober. (© ILI e.V.)

Sacha Stawski ist der Initiator des Deutschen Israelkongresses in Frankfurt am 23. Oktober. (© ILI e.V.)

FRANKFURT/HANNOVER (im) – „ILI – I like Israel“, diesen Begriff hat Sacha Stawski zum Markenzeichen für das poltische und auch gesellschaftliche Engagement in Deutschland pro Israel innerhalb weniger Jahre gemacht. ILI könnte genauso gut mit „Ich liebe Israel“ deklariert werden, denn Zehntausende in Deutschland unterstützen die Israel-freundliche Initiative oder fühlen sich ihr nahe. Am 23. Oktober kommt vorwiegend Politprominenz aus Deutschland und Israel zusammen, um gemeinsam für Israel zu streiten. Der Hauptverantwortliche: Sacha Stawski – „Mister Israelkongress“. Das IsraelMagazin hat ihn gebeten, auf fünf Fragen zu dieser Veranstaltung näher einzugehen.

IM: Herr Stawski, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Interview nehmen. Sie veranstalten in diesem Jahr den Zweiten Israelkongress in der Mainmetropole Frankfurt. Hat sich seit der vorjährigen Veranstaltung am 31. Oktober in der Beziehung zwischen Deutschen und Israelis etwas verändert?

Stawski: Der Erste Deutsche Israelkongress war ein Aufbruch. Erstmals hat sich über Parteien, Organisationen und Religionen hinweg eine Stimme für Israel erhoben. Wir glauben, das dieses proisraelische Bekenntnis von Bürgern in Deutschland notwendig ist, um den rhetorischen aber blutleeren Bekenntnissen der deutschen Politik zu Israel die emotionale Sympathie für die einzige Demokratie im Nahen Osten an die Seite zu stellen. Es ist eben nicht ausreichend, wenn Politiker das Verhältnis zu Israel, beziehungsweise die Sicherheit Israels, als „Staatsraison“ bezeichnen und dann politisch – bestenfalls! – indifferent bleiben. Deshalb hoffen wir, und dies hat mit dem Kongress im vergangenen Jahr begonnen, dass die Stimme der Bürger in diesem Land die politischen Entscheidungsträger in die Pflicht nimmt. Im Übrigen waren im letzten Jahr fast doppelt so viele Leute erschienen wie erwartet, was dann durch die diversen regionalen Vernetzungskonferenzen erfolgreich fortgesetzt wurde.

Der Zeitpunkt für den Zweiten Deutschen Israelkongress könnte auch in dieser Hinsicht nicht besser gewählt sein. Niemals zuvor waren sich die Bürger – ob in Stuttgart oder auf dem Rothschild-Boulevard – so bewusst, welche politische Einflussnahme sie haben.

Die Teilnehmer des 1. Deutschen Israelkongresses verfolgten sämtliche Veranstaltungspunkte mit sehr großem Interesse. (© Matthias Hinrichsen)

Die Teilnehmer des 1. Deutschen Israelkongresses verfolgten sämtliche Veranstaltungspunkte mit sehr großem Interesse. (© Matthias Hinrichsen)

IM: In welchen Punkten ist der Zweite Israelkongress gegenüber dem Ersten verbessert respektive erweitert worden?

Stawski: Der Zweite deutsche Israelkongress ist erheblich größer als der des vergangenen Jahres. Wir werden die Teilnehmerzahl mehr als verdoppeln und rechnen mit ungefähr 3000 Besuchern aus Deutschland, Israel und anderen Ländern. Mit der Nutzung des CongressCentrums und den Ausstellungsflächen des Maritim Hotels an der Messe in Frankfurt haben wir neue, attraktive und sehr zentrale Veranstaltungsorte gefunden. Die gesamte Infrastruktur wurde erheblich verbessert – das beginnt bei den zahlreichen Zimmerkontingenten, die wir in Frankfurter Hotels vorhalten. Dazu noch Sonderkonditionen der Deutschen Bahn und Lufthansa, bis hin zu unserer effizienten Website, über die sich jeder Teilnehmer anmelden kann. Da gibt es den jeweils aktuellen Stand des Programms und die „Spielregeln“ für Aussteller.

Wir haben auch unsere Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt verbessert und intensiviert. Die Verantwortlichen dort legen großen Wert darauf, diesen Kongress in ihrer Stadt zu halten. Daraus resultiert, dass sie uns vielfältig unterstützen. So gibt es dann in diesem Jahr zum Beispiel einen Empfang im Kaisersaal des Frankfurter Rathauses.

Der Empfang für geladene Gäste ist Bestandteil eines Vortagesprogramms. Das gilt ganz besonders für diejenigen, die von weither und somit früher anreisen, um ihnen interessante Angebote zu machen. Wir haben Stadtrundgänge unter jüdischen oder christlichen Aspekten organisiert, Besichtigungen der Exponate der israelischen Antikenbehörde aus der Zeit des Zweiten Tempels im Bibelhaus, eine Vernetzungskonferenz proisraelischer Organisationen und eine „Meshugge-Party“ für junge Leute und alle die sich noch jung fühlen. Ganz neu im Programm haben wir das „Foreign Breakfast“. Das ist eine Veranstaltung für unsere ausländischen Teilnehmer – wir erwarten zum Beispiel eine Delegation christlicher Israelfreunde aus Sierra Leone.

Nicht nur Politik bereichert den Kongress, sondern auch über einhundert Aussteller, wie hier im letzten Jahr. (© Matthias Hinrichsen))

Nicht nur Politik bereichert den Kongress, sondern auch über einhundert Aussteller, wie hier im letzten Jahr. (© Matthias Hinrichsen))

IM: Der Kern dieser Veranstaltung ist ja politisch ausgerichtet. Aber Sie haben nach Ihren Pressemitteilungen noch vieles anderes zum Thema Israel auf dem Kongress. Womit können die Besucher so ganz konkret bei den Themen Kultur, Kunst, Wirtschaft, Handel, Wissenschaft und Technologie rechnen?

Tatsächlich ist der Kongress eine Palette aus Kunst und Kultur, Handel und Technologie – nicht zu vergessen jedoch: die Politik. Manches ist noch in Arbeit, manches wird spontan entschieden und einiges soll eine Überraschung bleiben. Wir sind aber stolz, schon jetzt Wichtiges ankündigen zu können: die Schirmherrschaft von Dr. Dieter Graumann, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland und Seine Exzellenz Yoram Ben Zeev (Anm. d. Red.: Israelischer Botschafter in Berlin) gehört ebenso dazu wie die Moderation von Israels „Sonderbotschafterin“ Melody Sucharewiczs. Dazu kommt noch ein vielfältiges Jugendprogramm, Kinderbetreuung und ein „Bloggerraum“. Besonders freuen wir uns, einen weltberühmten Stargast ankündigen zu können. Dudu Fisher wird das Abschlusskonzert prominent besetzen.

Aber auch die Anmeldung von Ausstellern und Unterstützern hat bereits beachtliche Ausmaße. So ungefähr 100 gemeinnützige und kommerzielle Organisationen haben sich auch angemeldet. Die Liste reicht vom Jüdischen Sportverein Makkabi bis zur Jerusalem Foundation, von den Christlichen Freunden Israels bis zu den Marienschwestern und da sind noch die vielen Arbeitsgemeinschaften der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Interessant ist auch, dass der Israelkongress ganz offensichtlich zum zielgruppengerechten Rahmen für andere Veranstalter wird. So plant der Business Circle des Jüdischen Nationalfonds JNF-KKL gemeinsam mit der Bank Leumi einen „Wirtschaftsgipfel“ im CongressCentrum. Uns liegt die Anfrage einer Partei vor, die einen Workshop durchführen möchte. Dazu soll eine Ausstellung von Jerusalem-Fotos präsentiert werden, und dann gibt es noch ganz viele andere Attraktionen, die ich jetzt nicht alle aufzählen kann. Aber es wird bestimmt nicht langweilig dort.

IM: Dieses Jahr gibt es ja auch wieder ein Gewinnspiel. Was gibt es denn diesmal zu gewinnen?

Stawski: Wollen Sie raten? Es hat mit Israel zu tun … (er lächelt)

IM: Nun gut, Sie halten sich bedeckt und wortkarg in dieser Frage. Dann lassen wir Ihnen mal das Überraschungsmoment für die Veranstaltung selbst. Aber es gibt noch einen anderen wichtigen Punkt für viele Deutsche. Ich meine speziell die Christen. Sie fühlen sich auf geistlicher Ebene sehr mit Ihrem Land und Ihrem Volk verbunden. Welchen Stellenwert hat die Beziehung zwischen Christen und Israel und auch Juden auf dem Kongress?

Stawski: Ohne das Engagement der christlichen Freunde Israels wäre dieser Kongress undenkbar. Schon die diversen Besprechungen vor nunmehr fast drei Jahren haben in enger Zusammenarbeit christlicher, jüdischer und säkularer Organisationen stattgefunden – die Zusammenarbeit mit Harald Eckert führe ich hier exemplarisch an. Selbst auf die Gefahr hin, dass es wie eine Plattitüde klingt, dass Juden sich für Israel engagieren, mag als selbstverständlich hingenommen werden. Und, Juden in Deutschland sind eine verschwindend kleine Minderheit. Dass sich aber Christen in großer Zahl engagieren, ist ein nicht zu überhörendes Signal. Für sie ist Israel zwar Zentrum ihrer Religion, dennoch ist es ein anderes Land. Was mich besonders freut ist nicht zuletzt, dass auch wir, die am Kongress mitwirken – ob Juden oder Christen, ob Politiker oder Musiker – uns besser kennen lernen.

IM: Herr Stawski, herzlichen Dank für Ihre offenen Antworten und viel Erfolg bei der Durchführung des Kongresses.

 

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