Klein und berühmt: die Kapelle Dominus Flevit am Ölberg

20.04.2012 (19:39) von | Kategorie: Pilger
Im 5. Jahrhundert stand an dieser Stelle bereits ein Gotteshaus. (© Matthias Hinrichsen)

Im 5. Jahrhundert stand an dieser Stelle bereits ein Gotteshaus. (© Matthias Hinrichsen)

Vorbereitung zum Gottesdienst. (© Matthias Hinrichsen)

Vorbereitung zum Gottesdienst. (© Matthias Hinrichsen)

JERUSALEM (im) – Mittelalterliche Pilger identifizierten in der Nähe der heutigen Kapelle den Ort, an dem Jesus der Bibel nach über die Stadt Jerusalem weinte. Das Gelände war bereits 1881 durch die Franziskaner erworben. Dieses lag an einem Prozessionsweg, der vom Ölberg zur Grabeskirche führte. Im Jahr 1955 wurde nach den Entwürfen von Antonio Barluzzi eine Kapelle errichtet, die den Namen “Dominus Flevit” erhielt, was übersetzt “Der Herr weinte” bedeutet. Doch das war nicht der erste Bau an dieser Stelle. Davor durchgeführte Ausgrabungen ließen Fundamente eines Klosters und einer Kapelle aus dem 5. Jahrhundert erscheinen.

“Als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie…” (Lukas 19,41)

Das berühmte Fenster mit Blick auf die Jerusalemer Altstadt. (© Matthias Hinrichsen)

Das berühmte Fenster mit Blick auf die Jerusalemer Altstadt. (© Matthias Hinrichsen)

Der Architekt und italienische Franziskaner-Mönch Barluzzi entwarf in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrere Kapellen und Kirchen für die Franziskanische Kustodie des Heiligen Landes, unter anderem die Kirche der Seligpreisungen.

Entgegen seines üblichen konservativen Stils entwarf er einen modernen Sakralbau in Form einer stilisierten Träne. In der Westwand hinter dem Altar befindet sich ein sehr berühmtes Foto- und Postkartenmotiv: es gewährt dem Besucher einen Ausblick auf die Altstadt Jerusalems und den Tempelberg.

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