Wechselkurs auf 10-Jahres-Tief – was nun?

15.12.2016 (18:27) von | Kategorie: W & W
Wechselkurs zwischen Euro und israelischem Schekel von 1998 bis 2016. (© www.finanzen.net)

Wechselkurs zwischen Euro und israelischem Schekel von 1998 bis 2016. (© www.finanzen.net)

FRANKFURT (im) – Der Wechselkurs hat sich verschlechtert, nur noch vier Schekel erhalten EU-Bürger, wenn sie Euro gegen die israelische Währung Schekel eintauschen. Das ist der tiefste Kurs seit über zehn Jahren. Auch wenn die Airline-Tickets aufgrund der starken Konkurrenz so günstig wie nie sind, die Kosten für einen Aufenthalt sind durch den schlechten Wechselkurs erheblich gestiegen. Ursächlich verantwortlich sind einerseits der starke US-Dollar und eine solide israelische Wirtschaft sowie der schwächelnde Euro.

Während der Wechselkurs bis Ende Juni im Schnitt um die 4,30 Euro pendelte, stürzte er im November unter die 4,20-Euro-Marke bis aktuell auf knapp über 4,00 Euro. In erster Linie ist die amerikanische Notenbank Schuld, die durch die Zinsanhebung den US-Dollar hat erheblich ansteigen lassen und in der Folge des israelischen Schekel. Für Reisende ist es auf einen einfachen Nenner zu bringen: höhere Reisekosten. Yoram Ehrlich, Geschäftsführer bei Ehrlich Reisen & Event, sagt: „Ich muss die Preise ständig neu kalkulieren, sonst mache ich Verlust.“ Ist die Reise gebucht, dann verändert sich der Reisepreis nicht mehr, weil auch dann die Zimmer und andere Reiseleistungen schon beim Anbieter gebucht sind. Die höheren Preise seien aber kein Hindernis, als Einzel- oder Gruppenreisender Israel zu besuchen, so Ehrlich weiter. Die Buchungen seien derzeit auf einem normalen Stand. Warum auch nicht? Israel zählt zu den sicheren Reiseländern, auch wenn dieses immer noch nicht so richtig in den Köpfen vieler angekommen ist. Attentate wie in Frankreich gibt es in dieser Größenordnung nicht, die Sicherheitskräfte sind bestmöglich geschult und das zeigt schon seit Jahrzehnten positive Wirkung.

Gruppenreisende stören sich offensichtlich wenige an den gestiegenen Reisekosten zumal das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund steht. Wie sieht es bei Einzelreisenden aus? Sie könnten den Gesamtpreis durch bestimmte Maßnahmen kompensieren. Hier nun einige Tipps:

Preiswerte Flüge suchen: Wer zeitlich unabhängig ist, sollte die verschiedenen Flugportale nach den günstigsten Zeiten durchsuchen. Bei einigen Flugportalen wie fluege.de gibt es die niedrigen Preise nur „* bei Zahlung mit fluege.de MasterCard GOLD“. Das Sternchen finden Sie gleich neben dem Preis. Bei Zahlung mit einer Kreditkarte von einem anderen Anbieter oder per Lastschrift kostet dieser Flug satte 40 Euro mehr! Die Buchung selbst sollten Sie deshalb auf den Websites der Fluglinien oder über ein Reisebüro in Deutschland vornehmen. Dort kann es sogar sein, dass sie einen noch wesentlich günstigeren Flug bekommen, wie wir in unserer Recherche festgestellt haben. Darüber werden wir in einem anderen Beitrag berichten.

In der Nebensaison reisen: Fast alle Unterkünfte in Israel haben je nach Saison unterschiedliche Preiskategorien. Da lohnt es sich in jedem Fall, vorher auszurechnen, wie viel man sparen könnte. Da können pro Person durchaus 200 Euro zusammen kommen, je nach Dauer des Aufenthalts.

Geld von der Postbank Sparcard in Israel abheben: Den besten Wechselkurs erhalten Besucher Israels, wenn sie sich vorher eine Postbank Sparcard zulegen, drei Viertel des Urlaubsgeldes darauf einzahlen und in Israel an einem VISA-Geldautomaten israelische Schekel abheben. Weder im Barumtausch, noch bei Umtausch in einer Bank und schon gar nicht bei den scheinbar gebührenfreien Kreditkarten erhält der Reisende mehr Geld. Lesen Sie dazu unseren Artikel im Israel-ABC.

Preiswert essen: In der arabischen Teil der Altstadt Jerusalems bezahlen Touristen auch Touristen-Preise. Vergleichen Sie unbedingt, denn für einen Falafel-Teller umgerechnet zehn Euro zu bezahlen bei einem Billigrestaurant ist zu viel. Gehen Sie dort hin, wo auch die Einheimischen speisen und die Preise auf einer Preistafel ersichtlich sind. Die günstigste Art, sich zu ernähren, ist die Nationalspeise Israel: Falafel und Hummus. Das ist gesund und mit frischen Zutaten zubereitet, bei Arabern normalerweise günstiger als bei jüdischen Läden, was durch die koscheren Zutaten und Zubereitung bedingt ist.

Souvenirs preiswert einkaufen: Wieder Jerusalem, wieder das arabische Viertel. An den Souvenirs sind keine Preise angebracht und das aus gutem Grund. Touristen werden hier bewusst Mondpreise genannt, umgangssprachlich abgezockt. Kaufen Sie nirgends, wo keine Preise dran stehen. Als Empfehlung für den Kauf von Souvenirs gilt das armenische Viertel der Altstadt, gleich hinter dem Jaffa-Tor. Dort werden Sie freundlich und zurückhaltend bedient. Keiner blökt hinter Ihnen her und will Ihnen Schund verkaufen, keiner behandelt Sie unwürdig. Die Waren sind ihr Geld wert. Wer jüdische Sachen sucht, der ist im jüdischen Viertel bestens aufgehoben. Tipp: von der Klagemauer die Treppe links hoch, an der großen Menora vorbei und dann in den Laden, der sich an dem Querweg befindet einige Treppen hinauf. Alternativ sind die Läden in Mea Shearim zu nennen, die ihre Waren noch preiswerter verkaufen.

Selbstversorger: In Israel ist das Warenangebot sehr groß, vergleichbar mit dem in westlichen Ländern. Kaufen Sie in einem Supermarkt ein und bereiten sich Ihr Essen selbst zu und verspeisen dazu Hummus in allen Variationen. Mancherorts gibt es Grillgelegenheiten, insbesondere in Nationalpark.

Mietwagen mit Bonus: Immer mal wieder bieten Mietwagenunternehmen wie Budget, Hertz oder Avis Zugaben zu den normalen Preisen. Das kann ein kostenloses Upgrade sein oder einen kostenlosen Miettag. Das ist aber nur verfügbar bei deutschen Reisebüros wie Ehrlich Reisen & Event. Ehrlich ist Israeli und wenn es mal Probleme geben sollte, setzt er sich direkt mit dem Unternehmen vor Ort in Verbindung und klärt alles. Übrigens: Das Fahren in Israel ist vergleichbar mit dem in südlichen Ländern, also eigentlich kein Problem. Deutsche dürfen mit dem normalen Führerschein unterwegs sein.

Wenn Sie den einen oder anderen Tipp umsetzen, werden Sie die Preissteigerung aufgrund des schlechteren Wechselkurses schnell kompensiert, wenn nicht sogar zusätzlich Geld gespart haben und den Aufenthalt genießen können.

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