Israels Süden – die lebendige Wüste mit Delphinparadies

14.03.2018 (09:33) von | Kategorie: Tourismus
Das Rote Meer bei Eilat. (© Matthias Hinrichsen)

Das Rote Meer bei Eilat. (© Matthias Hinrichsen)

EILAT (siv) – Unter der kargen Oberfläche der Negev Wüste befinden sich Reservoirs mit Milliarden von Kubikmetern Wasser. Sie sind vor rund 40.000 Jahren entstanden, als Europa unter einer dicken Eisdecke lag und der Negev eine wild wuchernde Landschaft mit reichlich Niederschlägen war. Heute nutzen Landwirte das urzeitliche, leicht salzhaltige Wasser, um Melonen, Bananen und Zitrusfrüchte zu bewässern. Die Pflanzen versuchen, dem Salzigen entgegenzuwirken und lassen besonders süße Früchte gedeihen. Die Wüste hat einen ganz besonderen Charme, den Sie in der Tiefe entdecken können. Biblische Orte, phänomenale Naturparks und reizvolle Strände mit dem kristallklaren Wasser des Roten Meeres möchten wir Ihnen auf einer Reise zeigen und dieses einmalige Terrain näher bringen.

Die Höhlen von Qumran Nummer 4, 5 und 7 bis 10. (© Matthias Hinrichsen)

Die Höhlen von Qumran Nummer 4, 5 und 7 bis 10. (© Matthias Hinrichsen)

Beginnen wir am bekanntesten Ort, dem Toten Meer. Gestartet in Jerusalem, liegt schon kurz nach dem Abzweig auf die Straße 90 rechter Hand der Nationalpark Qumran. Dort wurden über 850 Schriftrollen aus dem antiken Judentum gefunden – verfasst von 250 v. Chr. bis 40 n. Chr. Es sind die ältesten bekannten Bibelschriften, die – verborgen in Tonkrügen – die Jahrhunderte unbeschadet in Höhlen überdauerten, bis ein Hirtenjunge sie 1947 zufällig entdeckte. Dank dem engagierten Einsatz israelischer Archäologen, konnten fast alle gerettet werden und sind heute im Israel Museum Jerusalem und im Internet zu sehen.

Wadi David in der Oase Ein Gedi. (© Matthias Hinrichsen)

Wadi David in der Oase Ein Gedi. (© Matthias Hinrichsen)

30 Kilometer südlich, im Naturreservat Ein Gedi, können Sie die Schönheit einer Oase vollends genießen. Zwei Wadis führen in die felsige Landschaft hinein, das nördliche Wadi David lockt viele Israelis an. In dieser Schlucht versteckte sich zu biblischer Zeit König David vor den Truppen des Saul, erwähnt im 1. Buch Samuel. Wenn Sie es bis nach ganz oben schaffen, können Sie sich in einem Naturpool abkühlen – mit phantastischer Aussicht bis zum Toten Meer. Ziehen Sie sich festes Schuhwerk an, um stets auch kleine Kletterpartien sicher zu bewältigen. Und mindestens zwei Liter Wasser mitnehmen. Das südliche Wadi ist anstrengender, zumal die Route teilweise durch einen Bachlauf führt, aber nicht weniger interessant.

Der Palast des Herodes auf der Felsenfestung Masada. (© Matthias Hinrichsen)

Der Palast des Herodes auf der Felsenfestung Masada. (© Matthias Hinrichsen)

Einige Kilometer südlich davon erwartet Sie die historische Felsenfestung Masada. Herodes errichtete sie 37 bis 31 v. Chr. als Zufluchtsort, den er jedoch nur einmal besuchte. Mehr als 2.000 Menschen hatten dort Platz, gewaltige Zisternen und zahlreiche Vorratsräume versorgten die Bewohner und Gäste auf Zeit. Für Israelis und Juden gewissermaßen ein Denkmal, verkörpert es den jüdischen Widerstandswillen. Im Jahr 66. n. Chr. – während des Aufstandes gegen die Römer – verschanzten sich dort jüdische Rebellen aus der Gruppe Zeloten. Sechs Jahre leisteten sie Widerstand gegen die Zehnte Römische Legion, deren Lagerumrisse heute noch zu sehen sind. Erst über eine aufgeschüttete Rampe gelangten die Römer auf das Plateau … sie fanden die Zeloten tot vor. Sie wählten den Freitod, um nicht in die Hände des Feindes zu geraten. Die Aussicht von der Festung ist grandios, der Sonnenaufgang atemberaubend. Wer nicht zu Fuß die Festung erklimmen möchte, nimmt die Seilbahn.

Schweben im Toten Meer. (© Matthias Hinrichsen)

Schweben im Toten Meer. (© Matthias Hinrichsen)

Wenn schon das Tote Meer quasi zu Füßen liegt, sollte man unbedingt ein Bad drin nehmen. Im südlichen Teil erstreckt sich En Bokek mit Hotels, überwachtem Strand und Duschen. Schwimmen ist eher nicht möglich, sich rücklings treiben lassen umso mehr. Der hohe Salzgehalt von rund 30 Prozent lässt den Badenden wie einen Korken aufschwimmen, man schwebt förmlich in der natürlichen Sole in Badewassertemperatur. Doch spätestens nach einer halben Stunde sollte Schluss sein, mehr täte dem Körper nicht gut. Zur Übernachtung bieten die vielen Hotels teilweise luxuriöse Zimmer an, dazu ein sehr reichhaltiges Buffet, was will man mehr? Zuvor aber geht noch was: Eine Jeeptour am späten Nachmittag durch die Wüste. Kundige Beduinen zeigen Ihnen die Geheimnisse aus eigenen traditionellen Erfahrungen, scheinbares Gestrüpp entpuppt sich als Seifenersatz, von einer Anhöhe erhaschen Sie einen Blick auf Jordanien und die Salzfelder des Toten Meeres und die Tierwelt zeigt sich hie und da auf unerwartete Weise zwischen Büschen oder am Himmel.

Das Delphinressort "Dolphin Reef" bietet Delphinen eine geschützte Heimat unter ökologischen Bedingungen. (© Matthias Hinrichsen)

Das Delphinressort „Dolphin Reef“ bietet Delphinen eine geschützte Heimat unter ökologischen Bedingungen. (© Matthias Hinrichsen)

Am nächsten Tag geht die Reise weiter in das Bade- und Tauchparadies Eilat. Die südlichste Stadt Israels hat viel zu bieten: Das glasklare Wasser des Roten Meeres, ein Delphin-Ressort, die endlosen Korallenbänke, ein Unterwasserobservatorium, Jazz- und Klassikevents und eine Vogelbeobachtungsstation. Besonders anrührend ist die Geschichte des Dolphin Reef: Die russische Marine unterhielt zu Zeiten des Kalten Krieges 650 Kampf-Delphine im Schwarzen Meer, von denen 400 starben, weil für den Unterhalt kein Geld mehr zur Verfügung stand. Das Dolphin Reef nahm einige von ihnen auf uns sicherte so ihr Überleben. Im Laufe der Jahre entstand eine ökologische Delphinanlage, die als das Wohnzimmer der sympathischen Meeressäuger bezeichnet wird. Besucher dürfen dort mit Begleitung tauchen, es finden jedoch keine Dressuren oder Vorführungen statt, weil dieses widernatürlich wäre.

Kibbuz Neot Semadar. (© Matthias Hinrichsen)

Kibbuz Neot Semadar. (© Matthias Hinrichsen)

In Eilat startet der längste Wanderweg Israels, der über 1000 Kilometer lange Israel National Trail, und führt bis ans nördliche Ende Israels. So verlassen wir Eilat Richtung Norden und erreichen den Timna-Park. Auf 60 Quadratkilometern erheben sich teils urige Felsformationen, aber auch antike Kupferminen im Erdboden, die von einer frühzeitlichen und lebendigen Kultur in dieser Region zeugen. 30 Kilometer weiter nördlich scheint eine andere Welt zu beginnen. Der Kibbuz Neot Semadar wurde 1989 von Menschen aus Jerusalem und Tel Aviv gegründet, die dem neuzeitlichen Leben überdrüssig waren, um das sozialistische Modell der ursprünglichen Kibbuzim zu leben. Zentrum ist das märchenhaft wirkende Kulturzentrum, entstanden aus den Vorstellungen der Bewohner. Es ist ein ungewöhnlicher Ort, den Sie auf jeden Fall kennenlernen sollten.

Naturpark En Avdat. (© Matthias Hinrichsen

Naturpark En Avdat. (© Matthias Hinrichsen

Die Straße 40 Richtung Norden führt Sie nach Mitzpe Ramon. Der Ramon Krater ist der weltgrößte Erosionskrater und so beeindruckend, dass Sie einen ganzen Tag dort verbringen können: die Weite der farblich variierenden Gesteinsschichten wahrnehmen, die Senke durchwandern, mit dem Bike oder Jeep durchqueren oder einfach am senkrecht abfallenden Kraterrand die Stille genießen. Den Abschluss der Wüstentour bildet die Gegend um Midrishet Ben-Gurion. Dort ist das Haus des ersten israelischen Ministerpräsidenten David Ben-Gurion zur Gedenkstätte ausgebaut. Wer hier übernachten möchte, findet die zweckmäßig ausgestattete Field School, aber auch höherpreisige Unterkünfte. Noch vor dem Sonnenaufgang sollte man jedoch das Bett verlassen – um den grandiosen Sonnenaufgang am Rande der Wüste Zin zu erleben. Nach dem Frühstück wandern Sie durch dieses Tal zum Nationalpark En Avdat. Dort spüren Sie hautnah die Verbindung von Wüste und Wasser, während Steinböcke den Weg säumen und sie die Bilder einer großartigen Schlucht nie vergessen werden.

Kontakt für Reiseleiter
Für weitere Informationen steht Ihnen das Staatliche Israelische Verkehrsbüro in Berlin zur Verfügung und sendet auch gerne Unterlagen per Post zu.
Staatliches Israelisches Verkehrsbüro
Telefon 030-2039970
Fax 030-20399730
E-Mail: info-De@goisrael.gov.il
Website: www.goisrael.de

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