Das Verbrannte Haus

Das Verbrannte Haus sind Überreste eines Gebäudes mit Gebrauchsgegenständen aus der Zeit der Zerstörung des Zweiten Tempels. (© The Raz/flickr CC BY-NC 2.0)

Das Verbrannte Haus sind Überreste eines Gebäudes mit Gebrauchsgegenständen aus der Zeit der Zerstörung des Zweiten Tempels. (© The Raz/flickr CC BY-NC 2.0)

Das Verbrannte Haus erinnert an die Zeit, als römische Truppen im jüdisch-römischen Krieg 70 n. Chr. den Zweiten Tempel zerstörten. Damals wurde, neben massiven Zerstörungen, die jüdische Bevölkerung aus Jerusalem vertrieben. Es war der 9. Aw nach dem jüdischen Kalender, genau 655 Jahre nach der Zerstörung des ersten Tempels, doch dieses Mal sollte die Bevölkerung nicht so schnell wieder zurückkehren können und schon gar nicht einen weiteren, einen dritten Tempel errichten können.

Der Eingang in das Verbrannte Haus im jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt. (© Matthias Hinrichsen)

Der Eingang in das Verbrannte Haus im jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt. (© Matthias Hinrichsen)

Das Verbrannte Haus – Zeuge römischer Zerstörung

Nur schwer können wir uns heute die Zerstörung in den damaligen Zeiten vorstellen, auch wenn sie historisch belegt werden können. Ein sichtbarer Beleg findet sich im jüdischen Altstadtviertel Jerusalems: das „Verbrannte Haus“. Nach Untersuchungen von Archäologen, die 1970 die Überreste fanden und freilegten, handelt es sich um ein Gebäude aus der Zeit des Zweiten Tempels. Die Forscher datieren die Überreste eben auf diese Zeit, weil sämtliche Fundstücke wie Wassergefäße, Tintenfässer und Münzen (69 n. Chr.) mit einer Rußschicht bedeckt waren.

Das Verbrannte Haus – wohlhabende Besitzer

Das Gebäude wird einer wohlhabenden jüdischen Familie zugeordnet, die mit zu den Tempelpriestern gehört haben soll. Als Beleg wird ein Gewicht mit der Inschrift „Bar Kathros“ („Sohn des Kathros“) angeführt, das in diesen Überresten gefunden wurde. Diese Familie Kathros wird im Talmud eben als Tempelpriester erwähnt. Trotz der massiven Zerstörungsgewalt durch die römischen Truppen, ist dieses Haus – das Teil eines ganzen Gebäudekomplexes ist – so gut erhalten, dass die Funktionen der einzelnen Räume einwandfrei bestimmt werden konnten. So fanden die Archäologen verschiedene Arbeitsräume, eine Küche und auch ein rituelles Bad, auf Hebräisch Mikwe. Neben diesen Artefakten wurden auch Arm- und Handknochen eines Mädchens gefunden, das während der Zerstörung sein Leben lassen musste. Neben den spektakulären Funden im Haus, zeigt ein dramatisch in Szene gesetzter Spielfilm (in Englisch und Hebräisch), wie die letzten Tage der Familie ausgesehen haben könnten.

Besucherinformationen

Das Verbrannte Haus

 

  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Geeignet für: Fußgänger
  • Aufenthaltsdauer: 1/2 bis 1 Stunde
  • Beste Besuchszeit: ganzjährig
  • Ausstattung und Attraktionen: Fundstücke, Spielfilm (englisch und hebräisch) über das vermutete Leben einer Familie zur damaligen Zeit
  • Öffnungszeiten: Montag-Donenrstag 9.00-17.00 Uhr; Freitag und am Vorabend eines Feiertags 9.00-13.00 Uhr; Samstag und jüdische Feiertage geschlossen; Sonntag 10.00-17.00 Uhr
  • Telefon: 02-6287211
  • Eintritt:  NIS 14
  • Anfahrt mit dem Bus: Linie 1, 2 und 38 (Egged)
  • Adresse: Hakarim Straße 2, Jerusalem, jüdisches Altstadtviertel