19.09./15:15 Matchmaker – Auf der Suche nach dem koscheren Mann

Auswahl hat sie nur gerade ein paar Dutzend. Um die Sache noch schwieriger zu machen, lädt sie die Kandidaten ein, um die Challa, den traditionellen Zopf, der von orthodoxen Juden am Freitagabend gegessen wird, zu backen. Und während die Brote im Ofen backen, zeigt der Film drei Familienportraits, die beeindruckend offene Einblicke in das jüdische Liebesleben gewähren - von Internet-Verkupplungsseiten über koschere Liebesgeschichten bis zum Geheimnis unter der Frauenperücke. (Foto: ZDF und SF, Gabrielle Antosiewicz; Frenetic Films)

Auswahl hat sie nur gerade ein paar Dutzend. Um die Sache noch schwieriger zu machen, lädt sie die Kandidaten ein, um die Challa, den traditionellen Zopf, der von orthodoxen Juden am Freitagabend gegessen wird, zu backen. Und während die Brote im Ofen backen, zeigt der Film drei Familienportraits, die beeindruckend offene Einblicke in das jüdische Liebesleben gewähren - von Internet-Verkupplungsseiten über koschere Liebesgeschichten bis zum Geheimnis unter der Frauenperücke. (Foto: ZDF und SF, Gabrielle Antosiewicz; Frenetic Films)

Dokumentarfilm von Gabrielle Antosiewicz, Schweiz 2006 – SF
Länge: 71 Minuten
Gesellschaft: Liebe/Partnerschaft

Im Selbstversuch macht sich Regisseurin Gabrielle Antosiewicz auf die Suche nach dem perfekten Partner. Um gleich auch die Handfertigkeiten der Kandidaten zu testen, bittet sie die jungen Männer in ihre Küche und bäckt mit ihnen das traditionelle Brot für Sabbat – mit ganz unterschiedlichen Resultaten. Unterschiedlich sind auch die Einsichten über Religion, Tradition und Partnerschaft, die sie dabei gewinnt.

  Im Selbstversuch macht sich die dreißigjährige jüdische Regisseurin Gabrielle Antosiewicz daran, in Zürich einen jüdischen Heiratspartner zu finden. (Foto: ZDF und SF, Gabrielle Antosiewicz; Frenetic Films)

Im Selbstversuch macht sich die dreißigjährige jüdische Regisseurin Gabrielle Antosiewicz daran, in Zürich einen jüdischen Heiratspartner zu finden. (Foto: ZDF und SF, Gabrielle Antosiewicz; Frenetic Films)

Diese humorvollen Dates bilden den Erzählrahmen, in den drei Familienporträts eingebettet sind: Da ist die orthodoxe Mutter, die über die Stellung der Frau im Judentum philosophiert, ohne dabei den Besen aus der Hand zu legen. Der Vater einer liberalen Familie versucht, sein Judentum mit seinem vorwiegend nichtjüdischen Alltag zu kombinieren. Der ultraorthodoxe Käsehändler geht völlig in der Tradition auf, sieht aber trotzdem gewisse Gefahren in ihr: Judentum bedeutet viele Hochzeiten, und Hochzeiten werden mit viel gutem Essen gefeiert. Das schlägt natürlich auf die Linie.

Diese drei Porträts bewegen sich nebeneinander, zeigen die Diversität Schweizerischen Judentums und die Fremdheit, welche die einzelnen Strömungen füreinander empfinden. Im Vordergrund stehen immer die Partnersuche und die Liebe. Hier zeigt sich plötzlich eine gewisse Einigkeit: Wie jede Minderheit sehen auch die Juden in der Diaspora die Kontinuität von Religion, Tradition und Kultur nur durch die Weitergabe dieser Werte an die nächste Generation als gewährleistet an. Mit anderen Worten: Der Partner sollte jüdisch sein. Alle drei Familien bewegen sich vor der Kamera mit einer Offenheit, die beeindruckt.