Mesusa (Mezuza/Mezuzah)

Mesusa am Torpfosten des Eingangs eines Hauses. (© IMOT/Noam Chen CC BY-SA 2.0)

Mesusa am Torpfosten des Eingangs eines Hauses. (© IMOT/Noam Chen CC BY-SA 2.0)

Eine Mesusa (pl. Mesusot) wird von Juden an Türpfosten ihrer Häuser, Büros, Wohnungen und jeden Raum befestigt, um so an die Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und Gott zu erinnern. Im Inneren der Mesusa befindet sich ein auf Pergament geschriebenes Schma Israel, das den zentralen Kontext der Thora wiedergibt und die Nächstenliebe als Kernbotschaft enthält: „Höre Jisrael, der Ewige ist unser G-tt, der Ewige ist einzig.“ (5. Buch Mose 6,4; Talmud Sukkot 42a, Berachot 13b). Das Schma Israel beschreibt auch die Einzigartigkeit Gottes und muss daher von einem Schriftgelehrten per Hand geschrieben sein.

Mesusa – Zweck

Für Juden drückt die Mesusa aus, dass Gott über das Haus wacht und es beschützt. Rückseitig auf dem Pergament steht Schadai, einer der zahlreichen Namen Gottes, was eine Abkürzung von Shomer Delatot Yisrael ist und „Beschützer der Türen von Israel“ bedeutet. Überdies beschützt eine Mesusa nach jüdischer Tradition alle Bewohner des Hauses, unabhängig vom Aufenthaltsort der Personen.

In jeder Mesusa befinden sich das Schma Israel und die Bibelstelle über die Anbringung. (© Joe Goldberg/flickr CC BY-SA 2.0)

In jeder Mesusa befinden sich das Schma Israel und die Bibelstelle über die Anbringung. (© Joe Goldberg/flickr CC BY-SA 2.0)

Mesusa – biblischer Bezug

Im 5. Mose 11,20 findet sich die Anordnung für Sein Volk, alle Gebote zu befolgen und wo sie dieses anbringen sollen: „Und schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und an deine Tore, …“ In der Mesusa befindet sich ein kleines Röhrchen, in dem das Pergament gut verwahrt ist.

Mesusa – Aussehen

Mesusot sind so vielfältig in ihrem Aussehen, wie die Menschen selbst, die sie verwenden. Vorwiegend werden Holz, Metall, Keramik und Kunststoff verwendet, um das Schma Israel sicher aufzubewahren. Einfachste Mesusot sind ab rund 20 Euro erhältlich, die kunstvolleren ab 50 Euro, in Gold ab 500 Euro. Zu beachten ist, dass das Schma Israel nicht enthalten ist, sondern individuell von einem Schriftgelehrten angefertigt wird.

Zur Sicherung gegen Diebstahl wurde diese Mesusa in den Putz eingelassen. (© Amy Widdowson/flickr CC BY-NC-ND 2.0)

Zur Sicherung gegen Diebstahl wurde diese Mesusa in den Putz eingelassen. (© Amy Widdowson/flickr CC BY-NC-ND 2.0)

Mesusa – Anbringung

Die Mesusa für den jeweiligen Raum oder des Hauses wird am rechten Türpfosten in Eingangsrichtung angebracht, üblicherweise leicht angewinkelt, das obere Ende zeigt zum Raum. Nicht selten finden sich Mesusot aber auch in gerader Anbringung, insbesondere ältere. Die Mesusa wird auf 1,30 Meter Höhe ab Unterkante im rund zwei Meter hohen Türrahmen montiert. Rechnerisch ergibt sich der Wert aus einer Drittelung des Türrahmens, wobei die Mesusa das untere Ende des oberen Drittels berührt. Bei Türpfosten über zwei Meter Höhe wird sie auf Schulterhöhe angebracht, ungeachtet der Türrahmenhöhe. So soll gewährleistet werden, dass jeder die Mesusa beim Eintritt in den Raum die Mesusa nach jüdischer Tradition berühren kann. Bei kleineren Türen, muss ein Rabbiner befragt werden. In der horizontalen Lage muss eine Handbreit (ca. 8,25 Zentimeter) vom äußeren Rand des Türrahmens befinden, bei breiteren Türen sollte sie nicht in der Mitte angebracht werden.

Kleine Kinder erreichen aufgrund ihrer geringen Körpergröße die Mesusa nicht und werden daher von Erwachsenen hoch gehoben, um sie zu küssen. Das soll Kindern lehren, dass sie versuchen müssen, sich einem Ideal zu nähern anstatt es zu sich herunter zu holen. Sollte kein Platz an einem Türrahmen sein, kann eine Vertiefung in den Türrahmen gebohrt werden. Im Zweifelsfall muss der Bewohner einen Rabbiner befragen, der sich verlässlich mit allen Sonderregelungen auskennt und Auskunft gibt.

Mesusa – an alle Türpfosten?

In dem Bibelvers steht Pfosten in der Mehrzahl. Insofern sind alle Türpfosten des Hauses – außen und innen – nach jüdischer Auslegung gemeint. Dahinter verbirgt sich der Gedanke, dass alle Räume unterschiedlichen Zwecken dienen und dementsprechend Gott gewidmet ist. Aus spiritueller Sicht ergeben sich in den jeweiligen Räumen unterschiedliche Bewusstseinseinstellungen. Das Juden ihr Leben als Dienst für Gott ansehen, repräsentieren die Aufgaben oder Tätigkeiten in den Räumen unterschiedlichen Dienst an Gott, also Gottesdienst. Überdies werde Natur und Sein eines Menschen mit dessen Dienst verknüpft, als Dienst an Gott.

> SEO-Contentpflege IsraelMagazin