Rosch Haschana – Traditionen und Bräuche

Zu den Bräuchen zählt an Rosh Ha-Shana auch das Shofar zu blasen. (© chandelierswing/flickr CC BY-NC-ND 2.0)

Zu den Bräuchen zählt an Rosh Ha-Shana auch das Shofar zu blasen. (© chandelierswing/flickr CC BY-NC-ND 2.0)

Der zweitägige Festtag „Rosch Haschana“ wird am 1. und am 2. Tischrei gefeiert, dazu gibt es festgelegte Traditionen und Bräuche. Auf hebräisch bedeutet Rosch Haschana wörtlich übersetzt „Kopf des Jahres“, und sein Name deutet darauf hin, dass er der Anfang des jüdischen Jahres ist: Der Jahrestag der Schöpfung von Adam und Eva, der Geburtstag der Menschheit, der die spezielle Beziehung zwischen G-tt und der Menschheit hervorhebt.

Die Kabbalisten lehren, dass die Erneuerung G-ttes Wunsches für das Weiterbestehen dieser Welt und damit auch für die Existenz des Universums von der Frage abhängen, ob wir G-tt als unseren König akzeptieren, – und was in Ihm den Wunsch erweckt, diese Welt für ein weiteres Jahr zu erschaffen.

Traditionen und Bräuche meist in der Synagoge

Den größten Teil des Tages verbringen wir in der Synagoge. G-tt will nicht nur eine Welt voller Menschen, sondern Er will mit jedem einzelnen von uns eine äußerst persönliche Beziehung. Zusätzlich zu den gemeinschaftlichen Seiten des Rosch Haschana-G-ttesdienstes, bittet jeder der Betenden Ihn persönlich, Seine Krönung zu akzeptieren, und somit den Bund „Wir sind Dein Volk und Du bist unser König“ herzustellen.

Der Hauptteil der Beachtung von Rosch Haschana ist das Blasen des Schofars (Widderhorn). Das Schofar ertönt an beiden Tagen von Rosch Haschana, es sei denn, der erste der beiden Feiertage fällt auf einen Schabbat. In diesem Fall blasen wir das Schofar nur am zweiten Feiertag. Das Blasen des Schofars entspricht z.B. dem Trompetenblasen bei einer Königskrönung. Der Ausruf des Schofars ist auch eine Aufforderung zur Reue! Denn Rosch Haschana ist auch der Jahrestag der ersten Sünde des Menschen und seiner darauffolgenden Reue. Rosh Haschana dient somit als der erste der „Zehn Tage der Tschuwa (Rückkehr)“, die in Jom Kippur, dem Versöhnungstag, gipfeln. Insgesamt hören wir im Verlauf des Rosch Haschana-G-ttesdienstes 100 Schofartöne.

Verschiedene Bräuche

Zusätzlich pflegen wir am Rosch Haschana folgenden Bräuchen nachzugehen:

Wir essen ein in Honig eingetauchtes Apfelstück, um unserem Wunsch für ein süßes Jahr Ausdruck zu verleihen, und kosten ein paar weitere spezielle Nahrungsmittel. Alle haben eine besondere Bedeutung und symbolisieren Süße, Segen und Fülle.

Wir segnen einander mit den Worten: „Leschana towa tikatev wetichatem“ (Mögest Du für ein gutes Jahr eingeschrieben gesiegelt sein).

Wir lassen unsere alten Nachlässigkeiten hinter uns und fangen das neue Jahr mit einwandfreiem Leumund an. Wir gehen zu einem See oder zu einem Fluss und sagen das Taschlich-Gebet, wo wir symbolisch all unsere Sünden ins Wasser werfen, gemäss dem Vers: „Und Du sollst ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.“

Und wie an jedem Jüdischen Feiertag zünden die Frauen auch an jedem der Neujahrsabende die Kerzen und sagen den entsprechenden Segen. Nach dem Abend- und Morgengebet jedes Festtages, sagen wir einen Kiddusch über dem Wein, einen Segen über den Challot, und genießen ein Festtagsmal.

(Chabad Lubawitsch Hannover)

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